Schwule und Lesben: Willkommen in der Normalität

 

22-05-2008  
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FRANK FELDMEIER Eigentlich müssten Schwule und Lesben längst aus den Schlagzeilen verschwunden sein. Die erste spanische Homo-Ehe wurde abgefeiert, auch die erste Promi-Homo-Ehe, die erste Adoption gleichgeschlechtlicher Paare, die erste Scheidung. Drei Jahre nachdem die Zapatero-Regierung heterosexuelle und homosexuelle Paare in jeder Hinsicht gleichgestellt hat, ist so etwas wie Normalität eingekehrt.

Theoretisch jedenfalls. Wenn sich die gesetzliche Vorgabe noch nicht in allen Bereichen mit der Realität deckt, liegt das an dem rasanten Wandel der vergangenen Jahre. Spanien gehört heute neben den Niederlande und Kanada zur Avantgarde bei der Gleichstellung von Homosexuellen. Im Franco-Spanien, bis vor gut 30 Jahren, wurden sie noch ins Gefängnis gesteckt. Die Opfer kämpfen noch heute für eine Entschädigung.

So leicht einer jungen Mallorquinerin das Coming-out fallen mag, so schwer wird sie sich tun, ihre Freundin der Oma vorzustellen. Dass dann die Reaktion gar nicht so schlimm ausfallen mag, steht auf einem anderen Blatt. Gleichberechtigung ist nämlich nicht nur, wie die Gesellschaft Schwule und Lesben sieht, sondern auch, wie diese sich selbst sehen. Sind finanzielle Einbußen zu befürchten, wenn Kunden wissen, dass der Geschäftsführer keine Frau Gemahlin hat und auch nicht sucht? Muss ein Schwuler beim Outing fürchten, für einen zweiten Rodrigo de Santos gehalten zu werden, der auf Drogen und Orgien steht? Oder gar auf Frauenkleider?

Gerade Lesben sind in Spaniens Gesellschaft unsichtbar. Auch das aber ist eine Frage der Zeit. Schon jetzt haben sich die Vorzeichen umgekehrt: Nicht mehr Schwule und Lesben sind anormal, sondern der immer kleinere Kreis der Intoleranten. Auch Insel-Deutsche können stolz auf die Rechte sein, die sie in Spanien genießen und die der deutsche Gesetzgeber noch nicht zustande gebracht hat. Seite 30

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