Kommentar: Hoffnung für Klimaanlagen-Opfer

 

17-07-2008  
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FRANK FELDMEIER Die beste Klimaanlage ist die, die man gar nicht bemerkt. Die keinen schwitzen lässt, aber auch nicht für Gänsehaut sorgt. Was eigentlich ganz logisch klingt, wurde in der Vergangenheit auf Mallorca konsequent missachtet - wenn schon Klimaanlage, dann richtig. Die Temperatur wurde vielerorts ohne schlechtes Gewissen an die untere Grenze des Wohlfühlbereichs und darunter gesenkt, der Schweiß der von draußen Kommenden quasi schockgefroren.

Auch wenn man sich im Mallorca-Sommer noch immer besser einen Pulli mit ins Kino nimmt, hat ein Umdenken eingesetzt. Dazu haben vermutlich weniger die fröstelnden Kunden beigetragen als die steigenden Energiekosten und die Diskussion über einen vernünftigen Umgang mit den Ressourcen. Große Unternehmen haben erkannt, dass sie mit einer Drosselung der Stromfresser nicht nur ihr Öko-Image aufpolieren, sondern auch Kosten einsparen können. Es gibt nicht nur Appelle an die Belegschaft - auch an zentralen Steuerungssystemen wird gebastelt, damit kein heißblütiger Kollege mehr die Klimaanlage bis zum Anschlag drehen kann.

Die spanienweite Debatte über den sinnvollen Umgang mit der Energie ist zudem mehr als ein sommerliches Intermezzo. Während des Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre stand Nachhaltigkeit nicht an erster Stelle. Das ändert sich nun. Die Energiekosten steigen beständig, der Strom soll nicht mehr unter Herstellungspreis hergeschenkt werden. Man wird nicht umhin kommen, sich nicht nur über die Kosten des Hausbaus Gedanken zu machen, sondern auch darüber, wie Energie durch intelligente Bauweise eingespart werden kann. Das Potenzial ist gewaltig, wie Stromversorger Gesa-Endesa beim derzeitigen Neubau des eigenen Firmensitzes in Sant Joan de Déu unter Beweis stellen will.

Klimaanlagen-Opfer jedenfalls können von den steigenden Energiepreisen nur profitieren. Unterkühlte Kunden und Mitarbeiter werden sich immer weniger Unternehmen leisten wollen.

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