Von wegen cooles Kokain: Vergesst Freud, Fendrich und Friedman!

04-09-2008  
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SILKE DROLL Keine Droge wird so glorifiziert wie Kokain. Was weiß man sich nicht alles zu erzählen über das weiße Pulver, das einen scheinbar so sprühend vor Kreativität macht, mit Energie und Witz für wilde Partys ausstattet und auch überlange Arbeitstage erträglich oder zumindest vergessen macht. Zwar sind auch Heroin und Haschisch weit verbreitet, doch deren Image ist bedeutend schlechter. Da denkt man eher an Junkies und ekelige Bahnhofstoiletten oder im Fall von Kiffern zumindest an besonders träge Zeitgenossen. Wie anders liegt der Fall bei Kokain.

Immerhin sang der Erfinder der Psychoanalyse, Sigmund Freud, Lobeshymnen über seine Selbstversuche mit der Droge, der Werbe-Mythos von Coca-Cola liegt in der früheren Beimischung von Kokain begründet und die vielfach zitierten goldenen 20er Jahre sind ohne Kokain schier undenkbar. Von den Schriftstellern und sonstigen Berühmtheiten, die seit Ende des 19. Jahrhunderts als Kokser bekannt wurden, ließe sich eine lange Liste anfertigen: zum Beispiel Gottfried Benn, Georg Trakl, Klaus Mann; in jüngerer Vergangenheit wurden etwa im deutschen Sprachraum Sänger Rainhard Fendrich und Moderator Michel Friedman als Kokain-Konsumenten geoutet.
Um den derzeitigen Siegeszug von Kokain auf Mallorca und in ganz Europa aufzuhalten, sollte daher neben dem Kampf gegen den internationalen Drogenhandel und drastischen Präventionsmaßnahmen unter Jugendlichen insbesondere an der Entzauberung des Mythos Kokain gearbeitet werden.

Dessen glamouröse Aura lässt sonst vielleicht leicht vergessen, dass der Rausch Depressionen, Angstzustände, Herzrasen oder Übelkeit mit sich bringt. Süchtige wandeln sich gern zu gewissenlosen Egomanen und leiden unter Psychosen und Wahrnehmungsstörungen. Typisch ist die Vorstellung von unter der Haut krabbelnden Insekten. Und schließlich führen Überdosen oder gefährliche Mischungen mit anderen Substanzen auch zum Tod.

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