Missbrauchtes Vertrauen – der Lehman-Brothers-Fall

13-11-2008  
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FRANK FELDMEIER Würden Sie Ihre Ersparnisse dem nächstbesten Passanten an der Ecke in die Hand drücken, damit er auf das Geld aufpasst und für ein wenig Rendite sorgt? Vielleicht wären die deutschen Geschädigten im Fall der Lehman-Brothers-Pleite auf Mallorca damit besser gefahren. Stattdessen haben sie Kundenbetreuern ihrer Bank vertraut, die sie zum Teil nachweislich nicht über die Risiken aufgeklärt haben – oder noch schlimmer – sie selbst nicht kannten.

Der Schaden ist nicht nur finanzieller Natur, sondern auch eine Image-Frage. Denn die Beratungsdefizite haben einen Vertrauensverlust gegenüber den Banken zur Folge. Viele Kunden werden in Zukunft genauer hinschauen, was mit ihrem Geld passiert, sich auch das Kleingedruckte durchlesen und sich nicht mit auswendig gelernten Verkaufsargumenten ihrer Berater abspeisen lassen.

Diese wiederum schielen in Zukunft hoffentlich weniger auf die in Aussicht gestellte Provision. Der Fall Lehman Brothers ist nicht nur in Spanien eine schmerzliche Lektion für Banker wie Kunden. Auf Mallorca reicht das Problem jedoch weiter. Wenn Kunden ohne Spanischkenntnisse von ihrer Bank auf Deutsch beraten werden, müssen sie ihr sozusagen blind vertrauen können – besonders Rentner, die mit ihrem Ersparten keine Risiken eingehen wollen. Unzureichende oder falsche Beratung wiegt hier doppelt schwer.

Und völlig dahin ist das Vertrauen, wenn ein Kreditinstitut sich davor drückt, Verantwortung zu übernehmen, und Kunden damit vertröstet, dass ein Bruchteil ihres Geldes möglicherweise im Zuge des Insolvenzverfahrens doch noch zu retten ist. Wie wäre es stattdessen mit Kulanz oder zumindest Selbstkritik? Davon ist bislang nur wenig zu sehen. Der Kampf um die verlorenen Sparguthaben wird dauern – und zum Teil vor Gericht ausgefochten werden müssen.

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