Strategien gegen Low-Cost-Urlauber

26-08-2009  
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FRANK FELDMEIER Haben auch Sie ein Schauermärchen aus der Reihe „Überraschung beim Nachtisch" zu erzählen? Wenn die Rechnung plötzlich doppelt so hoch ausfällt wie kalkuliert, weil man dummerweise nicht in die Karte geschaut hat? Zwei einfache Cappuccino plötzlich mit 8,80 Euro zu Buche schlagen? Oder das Mittagsmenü plötzlich als À-la-carte-Bestellung abgerechnet wird?

Die Touristenfallen sind natürlich nicht die Regel, und wer sich vorher schlaumacht, muss nicht auf sie hereinfallen. Doch die Abzocker vermiesen Urlaubern die Laune und trüben ihr Bild von Mallorca. Denn wer macht schon einen repräsentativen Gastronomie-Test, um sich ein objektives Bild von der Lage zu verschaffen? Die Urlauber urteilen pauschal, und dieses Urteil müssen dann alle ausbaden.

Verärgerte Urlauber lassen dann auch keine Erklärungen mehr gelten, wonach auf einer Insel eben alles etwas teurer sei und in der kurzen Hauptsaison genügend Umsatz gemacht werden müsse, um über den Winter zu kommen. Der Urlaub auf Mallorca ist schließlich kein Wohlfahrtsunternehmen für eine notleidende Insel-Wirtschaft, und der Urlauber keine Melkkuh.

Statt über knauserige Urlauber zu jammern, die ihre Low-Cost-Strategien auf die Spitze treiben, sollte die derzeitige Krise Anlass zum Nachdenken sein. Denn nicht alles, was etwas mehr kostet, ist auch teuer. Es genügt ein Blick in gut gehende Lokale. Dort wird nicht geknausert – weder bei der Bezahlung noch beim Service. Wenn der Kellner den café con leche mit einem Lächeln serviert, die Rechnung nicht auf sich warten lässt und der Kunde auch noch das Gefühl bekommt, willkommen zu sein, wird das den meisten Touristen jeden Cent wert sein. Und auch originelle Ideen statt Standard-Einerlei werden honoriert. Das ist nicht Luxus, sondern Qualität oder auch nur Mindeststandard – und die Preisdiskussion wird im Keim erstickt. Mit den übrigen Low-Cost-Urlaubern, denen es nie billig genug sein kann, können sich dann die anderen herumärgern.

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