Flugchaos auf Mallorca: Einen Dank an den Eyjafjallajökull

22-04-2010  

Mallorca ist den Isländern und ihrem Vulkan zum Dank verpflichtet: Die Aschewolke hat es ermöglicht, festzustellen, was passiert, wenn von einem Tag auf den anderen keine Ferienflieger mehr auf der Insel landen und starten. Die vergangenen Tage waren somit eine Art Stresstest, den die Insel mit einem blauen Auge überstanden hat. Keiner war darauf vorbereitet, wie auch? Jetzt überprüfen zu können, was geklappt hat, was schiefging, ist eine große Chance. Nur so lassen sich jene Vorkehrungen für den Fall der Fälle des Zusammenbruchs des Luftverkehrs treffen, die manche dieser Tage so schmerzlich vermisst haben.

Lassen wir also Revue passieren. Am Anfang, am Wochenende, war das Chaos. Erst langsam ordneten sich die Reihen. Das ist normal. Die Fluggesellschaften, allen voran die „Hauslinie" Mallorcas, Air Berlin, hielten dem Ansturm verunsicherter Reisender relativ gut stand (wobei ihnen natürlich zugute kam, dass erst mal gar nichts ging) und wussten dann ab Dienstag die Zahl gestrandeter Urlauber auch zügig abzubauen.

Noch schneller bewiesen die großen Reiseveranstalter ihre Krisenerfahrung und wirtschaftlichen Spielräume. Wie Tui, Thomas Cook und andere in diesen Tagen „ihre" Urlauber betreut haben, kann sich sehen lassen. Das dürfte sich mittel- und langfristig auch in Sachen Kundenbindung auszahlen, zumal diese Betreuung in einem starken Kontrast zu der einiger mittelgroßer Veranstalter steht, die die Urlauber schnell ihrem Schicksal überließen.

Zufriedenstellend hingegen das Verhalten der Hoteliers, die sich in ihrer großen Mehrheit flexibel und kulant verhielten, wobei natürlich eine nicht unerhebliche Rolle spielte, dass wir uns noch in der Vorsaison befinden.

Fast schon beschämend hingegen die viel zu späte Reaktion der Landesregierung, die erst dann zur Krisensitzung lud, als die Flieger schon wieder in der Luft waren.

Selbskritik tut allen Beteiligten gut, in der Politik sollte sie am schonungslosesten ausfallen. Und schließlich die Reisenden und Urlauber selbst, die mehrheitlich eine große Gelassenheit bewiesen. Wie gesagt: Mallorca ist mit einem blauen Auge davongekommen. Diesmal.

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