Die Linke macht alles anders, aber bisher nicht besser

09.07.2015 | 09:43

Die Bilder, als 2011 der von den ­Sozialisten an den Avenidas in Palma angelegte Radweg wieder zerstört wurde, nachdem die PP an die Macht gekommen war, dürften vielen noch gut in Erinnerung sein. Anschaulicher kann man dem Volk die Verschwendung von Steuergeldern kaum vor Augen führen. Doch macht es die Linke, die damals harte Kritik übte und nun wieder das Ruder übernommen hat, tatsächlich besser? Die erste Bilanz, gut sechs Wochen nach den Wahlen, ist wenig erheiternd – auch wenn es bisher keine medienwirksamen Bilder von Abriss-Baggern gab.

Allein die Tatsache, dass alle vier Jahre alles wieder anders gemacht wird, verschlingt unnötig viel Geld. Statt etwa das – zwar nicht gut, aber teuer erarbeitete – Drei-Sprachen-Modell TIL allein aus ideologischen Gründen zu kippen, hätte man es auch optimieren können. Dann wäre nicht alles umsonst gewesen. Auch bereits genehmigte Projekte, wie jetzt das Einkaufszentrum in Ses Fontanelles, erneut in Frage zu stellen, ist aus wirtschaftlicher Sicht ineffizient und für die Investoren äußerst ärgerlich. Und dass nach jedem Machtwechsel das Gros des Verwaltungspersonals ausgetauscht wird, wodurch Erfahrungen verloren gehen und erstmal wieder wochenlang alles gelähmt ist, macht ebenfalls keinen Sinn. Wer groß verkündet, Inhalte über Ämter zu stellen, der sollte eigentlich auch keinen Wert auf die politischen Vorlieben seiner Ministeriumsmitarbeiter legen – die sollen schließlich nur ihre Arbeit tun. Der erste Fall, der das Gegenteil beweist, ließ nicht lange auf sich warten: Die designierte Generalsekretärin im Tourismusministerium von Biel Barceló (Més) war nicht haltbar, da ihr Mann mal Dorfbürgermeister der PP war.

Auch andere Unarten des politischen Establishments, mit denen die neuen Linksparteien brechen wollten, haben sich in kürzester Zeit in die neuen Regierungen eingeschlichen: Bezüge wurden kaum gekürzt, der Verwaltungsapparat hingegen quer durch die Institutionen weiter aufgeblasen und die Zahl der Berater-Pöstchen teils sogar noch erhöht. Glaub­würdigkeit sieht irgendwie anders aus.

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