Keiner hat die Absicht, die Insel abzuriegeln - oder doch?

22.07.2015 | 09:52

Für die Alhambra in Granada gilt ein Besucherlimit, ebenso für die Sixtinische Kapelle in Rom. Auch die Inca-Festung Machu Picchu in Peru oder die Galápagos-Inseln vor Ecuador dürfen nur von einer bestimmten Anzahl an Touristen pro Tag besucht werden. Aber kann man den Urlauberzustrom auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln begrenzen? Natürlich nicht – die Einreisebestimmungen werden wohl auch künftig nicht von Palma aus bestimmt.

Umfrage: Sollte die Zahl der Urlauber begrenzt werden?

Wie könnte dieses von der Regierung ins Gespräch gebrachte neue Tourismus­modell also realistischerweise aussehen? Wenn es umweltverträglicher und nachhaltiger sein soll, müsste die Insel zur Hochsaison tatsächlich entlastet werden – etwa indem man die Bettenzahlen senkt. Statt auf Hotels ganze Etagen draufzusetzen, wie es etwa an der Playa de Palma dank einer Sonderregelung im aktuellen Tourismusgesetz zuhauf geschieht, müssten ganze Häuser geschlossen werden. Statt die Ferienvermietung von Privat­apartments in einer gesetzlichen Grauzone zu dulden, müsste ihr Verbot durchgesetzt werden. Auch durch ­generelle ­Preisanstiege – die man sich von den groß angelegten Sanierungsprojekten in den traditionellen Urlauberhochburgen Arenal, ­Magaluf oder Cala Ratjada erhoffte – könnte die Nachfrage reduziert werden. Doch so etwas regelt in einer freien Marktwirtschaft gewöhnlich nicht der Tourismusminister, sondern eben der Markt.

Leichter praktikabel scheinen da Maßnahmen, die den Urlauber­andrang punktuell regeln. In der Serra de Tramuntana etwa könnte man die Wandererzahl limitieren, was jetzt schon auf einigen Routen geschieht – allerdings wären im Interesse des Inselfriedens gesonderte Kontingente für Einheimische und Touristen sinnvoll. Ähnliche Beschränkungen sind für Meeresschutzgebiete oder unter Naturschutz stehende Strandabschnitte denkbar. Zudem könnten Hafen­erweiterungen gestoppt oder Hafengebühren drastisch erhöht werden, um dem ausufernden Yachttourismus Einhalt zu gebieten. Aller­dings würde dies auch den Verzicht auf kaufkräftige „Qualitätstouristen? bedeuten.

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