Touristensteuer auf Mallorca: der Sieg der Vernunft

11.07.2016 | 13:05
Video: die Imagekampagne für die neue Steuer

Was war das für ein Gezeter die vergangenen Monate! Wie haben viele Hoteliers, Unternehmer und Politiker, aber auch Kommentatoren den Untergang des mallorquinischen Abend­landes beschworen, sollte die Touristen­steuer tatsächlich eingeführt werden!

Nun ist es tatsächlich geschehen, und siehe da: Die überwältigende Mehrheit der Urlauber zahlt bereitwillig die Abgabe, die Abwicklung an der Rezeption verläuft weitgehend reibungslos und selbst die deutsche Radau-Presse hält sich, ganz anders als bei der ersten ecotasa vor 15 Jahren, bemerkenswert zurück. Wa­rum sollte es auch anders sein? Es ist schlicht und einfach vernünftig, Urlauber finanziell an dem Erhalt ihres Urlaubsziels zu beteiligen und zwar nicht nur indirekt über Umsatz, Gewerbesteuer oder Arbeitsplätze, sondern auch über ein Bettengeld, das unmittelbar ans Finanzamt abgeführt wird. Touristen verbrauchen Ressourcen. Diese zu schützen und zu erneuern, ist Aufgabe der öffentlichen Hand. Und die braucht dafür Geld.

Touristensteuer: zehn Fragen, zehn Antworten

Nun lässt sich einwenden, dass es viel zu früh ist, um zu beurteilen, ob es mit der Abwicklung auch wirklich klappt. Dass die derzeit große Bereitschaft, eine Abgabe für den Urlaub auf Mallorca zu zahlen, nur damit zusammenhängt, dass es anderswo im Mittelmeerraum so düster aussieht. Dass auf lange Sicht die Wettbewerbsfähigkeit der Insel sehr wohl Schaden nehmen wird, zumal die britischen Urlauber ja nun mit der Abwertung des Pfundes bestraft sind. Und dass immer noch nicht genau definiert ist, wohin das Geld genau fließen wird.

Ja, man kann das alles einwenden – aber man kann es auch lassen. Die Erhebung einer Steuer muss sich erst einspielen; die Verwendungszwecke werden noch im Detail bestimmt; und keiner von uns hat eine Kristallkugel, um vorherzusehen, wie es in dieser sehr unsicher gewordenen Welt in ein paar Jahren aussehen wird. Marktwirtschaftliche Bedenkenträger können sich also auch einfach mal entspannt und im vollen Vertrauen auf diese Insel zurücklehnen – und sich über die reibungslose Einführung der Touristensteuer freuen.

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