Feuerbakterium: So schlimm wie in Italien sollte es auf Mallorca nicht kommen

26.01.2017 | 09:59

Gekommen, um zu bleiben. Dieser Leitspruch gilt für das Feuerbakterium auf Mallorca, auch bekannt unter dem lautmalerischen lateinischen Titel Xylella fastidiosa. Die Plage, die ganze Olivenhaine in Süditalien zu Geisterlandschaften verwandelt hat, sucht, wie inzwischen feststeht, bereits seit 2012 die Insel heim. Man könnte jetzt hergehen und wieder einmal auf die Politiker einschlagen. Man könnte ihnen vorwerfen, sie hätten zu langsam reagiert und die Sache über Jahre schleifen lassen.

Doch das ist zu kurz gegriffen. Zum einen sind die Symptome der Krankheit auch für ein geschultes Auge schwer zu erkennen. Und wenn eine Pflanze Anzeichen aufweist, dann sind diese oft zum Verwechseln ähnlich mit gewöhnlichen Merkmalen von Trockenheit. Zum anderen war die Krankheit zum Zeitpunkt des Ausbruchs auf der Insel in Europa noch kaum bekannt, man hatte also schlicht noch keine Erfahrung.

In Gesprächen mit Vertretern der Landwirtschaft und von Gartenbaubetrieben auf der Insel wird vielmehr deutlich, dass die Landesregierung im Rahmen ihrer Möglichkeiten schnell und umfassend reagiert hat. Ein Desaster wie in Italien steht deshalb nach derzeitigem Kenntnisstand eher nicht zu befürchten. Sicher hätte man bereits in vergangenen Jahren strenger in den Häfen der Insel kontrollieren oder auch schon vor dem ersten positiven Befund mehr Proben von Pflanzen und Bäumen auf der Insel nehmen können. Aber eine Garantie gegen das Feuerbakterium wäre das auch nicht gewesen.

Aktuell sieht es zumindest so aus, als nehme das zuständige Ministe­rium die Plage ernst. Ernster als 2013 die Behörden in Süditalien. Dort konnte sich die Plage auch deshalb so unkontrolliert ausbreiten, weil große Teile der Bevölkerung angeblich glaubten, dass der Erreger von der
Mafia in Umlauf gebracht wurde, und sich viele auch weigerten, die infizierten Bäume zu fällen. Der Erreger breitete sich ungehindert aus. Und die Behörden trugen ihren Teil zur Katastrophe mit einer sträflichen Laissez-faire-Haltung bei.

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