Wohnen auf Mallorca: Anwesen mit nordafrikanischem Einfluss in Pòrtol

20-08-2009  
In dem 470 Quadratmeter großen Haus sind die Zimmer klar hintereinander angeordnet .
In dem 470 Quadratmeter großen Haus sind die Zimmer klar hintereinander angeordnet .  Foto: Bendgens

JUTTA CHRISTOPH Wir waren steinreich, als wir das Haus vor über zehn Jahren gekauft haben“, erzählt Wiebke Grützmacher. „Reich an Steinen schon, aber was heißt hier Haus?“, sagt Mahmoud Amrani. „Das Anwesen war eine Ruine. 300 Jahre alt.“

Also stand das Ehepaar vor der Frage: Erhalten oder abreißen und neu bauen? Die Lösung war eine Kombination aus beidem. Der Grundriss ist der alte geblieben, die ehemaligen Ställe wurden zu Wirtschaftsräumen und einem Gästehaus umgebaut. Vom Haupthaus sind lediglich zwei Mauern stehen geblieben, der Rest wurde komplett neu gebaut – mit Steinen, die auf dem 10.500 Quadratmeter großen Grundstück herumlagen.

Nach einem Jahr war das Ferienhaus bezugsbereit, damals pendelten Wiebke Grützmacher und Mahmoud Amrani noch zwischen Deutschland und Mallorca. „Wir richteten das Ferienheim komplett mit mallorquinischen und marokkanischen Möbeln ein“, erzählt Wiebke Grützmacher.

Als sie später auch ihren festen Wohnsitz nach Mallorca verlegten, hatten sie plötzlich noch einen ganzen Haushalt auf Lager. Schnell merkte das Ehepaar, dass der rustikale Einrichtungsstil des Urlaubsdomizils nicht zu seinem Alltag passte. Nach und nach tauschten die beiden diese gegen mitgebrachte Möbel aus Deutschland aus. Die Stühle im Esszimmer sind zum Beispiel von Mallorca, der Schrank dazu ein deutsches Möbelstück aus der Gründerzeit.

Das Erdgeschoss ist in zwei parallel laufende Achsen ge­gliedert, die Zimmer reihen sich ohne Türen hintereinander. „Mir gefällt die Weite und das offene Ambiente“, so Wiebke Grützmacher. Ihr Mann liebt die kleinen verwinkelten Zimmer auf der Rückseite der Wohnung, er nennt sie seine französische Ecke. „Seit meinem Studium in Paris bin ich ein Fan von Bordeaux-Weinen.“ Den Eingang zum modernen Weinkeller – zwei große Kühlschränke – hat der Hausherr mit Deckeln alter Weinkisten dekoriert. „Zu jedem Stück, das man bei uns an der Wand findet, gibt‘s eine Geschichte zu erzählen“, sagt Mahmoud Amrani. Im Treppenhaus hängen Werke von Künstlern aus Russland, Tunesien, Thailand und Mallorca – ein schmales, fünf Meter langes Dachfenster rückt sie ins rechte Licht. Das Obergeschoss mit sieben Schlafzimmern und sechs Bädern ist ganz zum Entspannen. „Für uns und unsere Gäste“, sagt Wiebke Grützmacher, die daheim auch gerne Hauskonzerte veranstaltet.

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