Beim Gipfel gibt es keine Überraschungen

31-01-2008  
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Es ist Montag, noch drei Tage bis zum Gipfel, und Konsul Wolfgang Wiesner hat ein Problem. Er braucht auf die Schnelle 18 Zimmer. Eine kleine Vorab­delegation aus Berlin und Sicherheitsbeamte werden bereits zwei Tage vor der Kanzlerin in der Balearenhauptstadt eintreffen. Man will sich schon einmal einen Eindruck vom Tagungsort machen, die Wege sichten, die die Kanzlerin bei den Regierungskonsultationen gemeinsam mit ihrem Amtskollegen Zapatero zu Fuß gehen wird. Obwohl Palma eine Tourismusstadt ist, gestaltet sich die Suche nach adäquaten Unterkünften schwierig.

Von Holger Weber

Die Vorbereitungen für die deutsch-spanischen Regierungskonsultationen neigen sich dem Ende zu. Drei Monate lang haben Diplomaten hinter den Kulissen an dem Zusammentreffen der Regierungsvertreter gearbeitet. Der Vorschlag, die in der Regel jährlich stattfindende Zusammenkunft in Palma auszurichten, sei vom Gastgeber gekommen, heißt es auf deutscher Seite. Ein kleiner Freundschaftsdienst der ­sozialistischen Zentralregierung an die Regierung gleicher Couleur in Palma. Schließlich ist Deutschland für die Tourismus­inseln wichtigster Quellenmarkt. Das Treffen ist geradezu eine Gratiswerbung in allen wichtigen deutschen Medien. Im Mittelpunkt der Vorarbeiten stand die Auswahl der Tagungsorte in Palma, so ein Sprecher des deutschen Vorbereitungsstabs, der sich über alle Einzelheiten aus Sicherheitsgründen bedeckt hält, aber zugleich seine Zufriedenheit über die getroffene Auswahl durchschimmern lässt. Die kurze Distanz zwischen Rathaus und Almudaina-Palast sei optimal und biete Merkel zumindest einen Eindruck von Palmas Altstadt.

Antich am Flughafen
Die Bundeskanzlerin und die vier Minister kommen mit ­einer etwa 100 Personen umfassenden ­Entourage. Empfangen wird Merkel am Flughafen vom balearischen Ministerpräsidenten Francesc Antich, Palmas Bürgermeisterin Aina Calvo sowie der Inselratspräsidentin Francina Armengol. Für Bürgermeisterin Aina Calvo wird Merkel der erste internationale Staatsgast sein, den sie begrüßen wird, seit sie im Juni des vergangenen Jahres ihr Amt als Bürgermeisterin angetreten hat. „Mir ist es eine Ehre, die deutsche Bundeskanzlerin zu empfangen. Deutschland ist für die Balearen von herausragender Wichtigkeit", sagte sie am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur Efe.

Von deutscher Seite werden Botschafter Wolf-Ruthart Born sowie Konsul Wolfgang ­Wiesner die Kanzlerin am Flughafen willkommen heißen. Von dort geht es in einem Autokorso, der von zahlreichen Staatskarrossen gebildet wird, in Begleitung der Polizei in Palmas Innenstadt. Für die Organisation tragen die Mitarbeiter der Moncloa, des spa­nischen Regierungspalasts, die Verantwortung.

Bereits in der vergangenen Woche befand sich eine Delegation beider Seiten in Palma, um den genauen Ablauf des Protokolls zu besprechen. Aufgrund der Kürze der Konsultationen sei der Ablauf fast minutiös geplant. „Auf einem solchen Gipfel gibt es keine Überraschungen", meint ein Sprecher des Bundespresseamts. Auch nicht auf dem Teller beim gemeinsamen Mittagessen. Der Inhalt der Speisekarte wird jedoch streng geheim gehalten. Doch seien von keiner Seite Sonderwünsche angemeldet worden, so ein deutscher ­Diplomat. Die Küchenmeister können ihrer Kreativität somit freien Lauf lassen.

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