Run auf die Ferien-Fincas

03-01-2008  
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Unter den StIchwörtern ýFincavermietung Mallorca" stößt man im Internet inzwischen auf mehr als 25.000 Seiten.  DM

Ferien-Fincas sind auf Mallorca zu einem knappen Gut geworden. „Wer im Sommer ein Sahnestückchen haben möchte, der muss sich sputen", sagt Jasmin Dittmar von Fewo-­direkt.de, einem der größten Anbieter von Ferienhäusern im Internet. Die Nachfrage liege weit über dem Angebot.

Von Holger Weber

Im vergangenen Jahr erkundigten sich bei Fewo-direkt.de 80 Prozent mehr Kunden nach Ferienhäusern auf Mallorca als noch 2006. Die Zahl der Angebote, die das Unternehmen auf seinem Portal führt, sei dagegen nur um 43 Prozent gewachsen, heißt es in einer hausinternen Studie des Unternehmens.

18 Prozent Wachstum


Auch der auf Fincaurlaub spezialisierte Reiseveranstalter Wolters, eine hundertprozentige Tochter des Reisekonzerns Tui, sucht derzeit neue Objekte auf der Insel, um der Nachfrage Herr zu werden (siehe Interview links). Die Zahl der Fincabuchungen sei in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich um jeweils 18 Prozent gestiegen, so Wolters-Produktleiter Udo Winter.

Alleinstehende Fincas mit moderner Inneneinrichtung und einem annehmbaren Preis-Leistungsverhältnis seien auf der Insel echte Mangelware geworden, meint auch Elke Deger-Wolf vom Anbieter ­„vivaAmbiente". Das läge vor allem daran, dass immer mehr Anbieter um die verfügbaren Land- und Ferienhäuser konkurrierten.

In der Internetsuchmaschine Google hat sich Zahl der Einträge unter den Stichwörtern „Finca Vermietung Mallorca" innerhalb von nur drei Jahren verzehnfacht. Im Jahr 2005 spuckte der Rechner noch etwa 2.600 Seiten aus, inzwischen sind es mehr als 25.000.

Oft komme es vor, dass die gleiche Finca bei mehreren Vermittlern angeboten werde und dazu noch zu unterschiedlichen Preise, bemängelt der Präsident des Verbandes der balearischen Finca-Anbieter, Miquel Cifres. Dies führe zu einer großen Verunsicherung im Markt. Folge seien häufige Doppelbuchungen.

„Jeden Sommer stehen bei uns Familien mit gepackten Koffern vor der Tür, deren Finca, die sie im Internet gebucht haben, belegt ist. Sie wenden sich an uns in der Hoffnung, dass wir noch etwas frei haben", erzählt Thomas Krauß, Geschäftsführer des Reiseveranstalters MC Fincaservice. Das Unternehmen ist bereits seit 15 Jahren auf der Insel tätig und hat sich auf qualitativ hochwertige Häuser spezialisiert, die sich vor allem in den Gemeinden Pollença, Artà, Santanyí, Andratx und Llucmajor konzentrieren.

Viele unseriöse Anbieter


Eitler Sonnenschein herrscht in der Branche aber nicht. Auf dem Markt habe sich eine Vielzahl von unseriösen Anbietern breit gemacht, die die ganze Branche in Verruf bringe, ärgert sich Krauß. Viele dieser Unternehmen, oftmals mit Gerichtsstand im Ausland, verschwänden schnell wieder von der Bildfläche, oftmals jedoch mit dem Geld, das naive Ferienhausurlauber in Vorkasse bereits bezahlt hätten.

Um ein wenig Ordnung in den aus der Kontrolle geratenen Markt zu bringen, hat das balearische Tourismusministerium ein Qualitätssiegel eingeführt. Mit dem sogenannten ETV (das für Estancias Turísticas Vacacionales steht) soll der Kunde die Spreu vom Weizen trennen können.

Dass sich auf Mallorca besonders viele schwarze Schafe tummeln, liegt an der hohen Rendite, die das Geschäft auf der Insel verspricht. Denn Ferienhäuser auf den Balearen sind im internationalen Vergleich teurer als die Konkurrenz in Frankreich oder Portugal - was auch mit den hohen Immobilienpreisen zusammenhängt.

Eine Finca mit mehr als fünf Schlafzimmern kostet bei Wolters zwischen 2.000 und 4.000 Euro pro Woche. Vor allem die besserverdienende Kundschaft ziehe einen Urlaub auf der Finca einem Hotelaufenthalt vor. Meistens würde eine Finca im Sommer gleich für drei oder vier Wochen gebucht, sagt Winter. Bei MC-Fincaservice werden dann Häuser angeboten, für die zahlungswillige Kunden im Juli und August bis zu 10.000 Euro Monatsmiete auf den Tisch legen.

Die gute Fluganbindung und die kurzen Entfernungen auf der Insel, erlaubten es vor allem gut betuchten Geschäftsleuten während der Woche im Geschäft und an den Wochenenden bei der Familie auf Mallorca zu sein.

In der Druckausgabe lesen Sie außerdem:
Illegales Vermieten: Urlaub in der Grauzone
Gesucht wird: Komfortables Haus mit Pool und Meerblick
Agrotourismus: Marmeladekochen auf dem Bauernhof

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