Europa-Wahlen: Wahlkamf auf Mallorca ohne Europa

11-06-2009  
 „Lösungen jetzt
„Lösungen jetzt": Rajoy rechnete vor rund 2.500 Zuhörern in Son Termens mit Zapatero und Balearen-Premier Antich ab.  Foto: Efe

VON FRANK FELDMEIER Die Zuhörer springen auf Kommando von ihren Stühlen: Mariano Rajoy betritt zu den Klängen der rockigen Parteihymne den Saal, ihn begrüßen Hunderte blaue Fahnen, die durch die Luft geschwenkt werden. Auf ihnen prangt das PP-Logo der konservativen Volkspartei – und wer genau hinschaut, entdeckt dazwischen auch eine Fahne mit den Europa-Sternen.

Europa spielt eine Nebenrolle an diesem Samstagabend (23.5.) in Son Termens in der Gemeinde Bunyola. Der Vorsitzende der PP ist zwar offiziell nach Mallorca gekommen, um die konservative Oppositionsführerin auf den Balearen, Rosa Estaràs, bei ihrer Kandidatur für das EU-Parlament zu unterstützen. Seine Rede vor rund 2.500 Anhängern beschränkt sich jedoch auf eine Abrechnung mit dem politischen Gegner in Palma und in Madrid.

Wenn die Balearen-Bewohner am 7. Juni darüber abstimmen, welche Kandidaten nach Brüssel reisen, wird das Ergebnis vor allem als Bestandsaufnahme für die spanische und die balearische Politik interpretiert. Das Hauptargument der konservativen Kandidaten ist die Wirtschaftskrise, das der sozialistischen Kandidaten die Korruption. Und so spricht Rajoy in seiner halbstündigen Rede über Schweinegrippe und Abtreibung, über versprochene Energiesparlampen und die Abwrackprämie. Dabei wirkt er weniger verkrampft und spontaner als früher, die Wirtschaftskrise spielt ihm die Argumente in die Hand. Die Wahlen vom 7. Juni sollen ein Signal setzen für den politischen Wechsel auf den Balearen – nach dem Vorbild von Galicien, wo die PP vor kurzem das Bündnis aus Sozialisten und Nationalisten nach vier Jahren wieder von der Macht verdrängt hat.

Die Argumente sind so getaktet, dass sie pünktlich in den spanischen Hauptnachrichten landen. Gleich mit mehreren Kameras lässt die PP Rajoy in Szene setzen, ein Schwenkarm fängt Reaktionen der Anhänger ein, die eigens mit Bussen nach Bunyola gebracht worden sind. Das Bild vervollständigen jugendliche Parteianhänger, die als Kulisse für Rajoy aufs Podium gesetzt wurden. Doch wer konnte ahnen, dass eine junge Dame mitten in Rajoys Rede ihr Handy zückt?

Auch in der Rede von Estaràs kommt Europa nur als Stichwort für die Krise vor. Die EU-Kandidatin rechnet mit dem balearischen Mitte-Links-Bündnis ab und lässt offen, wie ihre Pläne für Brüssel aussehen.

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