Hells Angels-Boss Frank Hanebuth im Exklusiv-Interview: "Gefangen im Paradies"

Nach zwei Jahren spanischer Untersuchungshaft ist der Deutsche zurück auf der Insel. Im Gespräch mit der MZ fordert er eine schnelle Entscheidung in seinem Verfahren. Denn "Recht muss Recht bleiben"

09.12.2015 | 11:07
Frank Hanebuth in Palmas Viertel Portitxol.

"Recht muss Recht bleiben": In einem Exklusiv-Interview mit der Mallorca Zeitung hat der ehemalige Hannoveraner Hells Angel-Boss Frank Hanebuth die Anschuldigungen spanischer Ermittler bestritten und eine schnelle Entscheidung in einem Ermittlungsverfahren gefordert, das ihn bereits zwei Jahre Untersuchungshaft eingebracht hat.

"Für mich ist jetzt entscheidend, wie lange sich das noch hinziehen kann", sagte er der MZ. Er und die anderen 57 Beschuldigten wollten, dass die "ganzen Misstände, Übersetzungsfehler und falschen Anschuldigungen" ein für alle Mal aufgeklärt werden.

Der spanische Ermittlungsrichter Eloy Velasco hält die Hells Angels für eine "kriminelle Vereinigung" mit Hanebuth an der Spitze. Für den 51-Jährigen und seinen Anwalt Gonzalo Boyé eine unhaltbare Beschuldigung: "Selbst wenn Leute in einem Charter straffällig werden, dann haben die das selbst zu verantworten, nicht das Charter und nicht der Präsident. Das müsste ja sonst der größte Holzkopf sein."

Der im Juli 2013 auf Mallorca festgenommene und zwei Jahre später wieder auf Kaution freigelassene Rocker muss sich jeden Tag bei der Polizei melden und fährt mittlerweile Fahrrad statt Harley, weil ihm in seiner Gefängniszeit der Führerschein entzogen wurde. Anders als noch 2013, als er auf Mallorca ein neues "Hells Angels-Charter" gründen wollte und auch schon den Kauf eines Bordells erwog, binde ihn nichts mehr an die Insel: "Ich bin nur noch hier, um wegzukommen."

Sollte sich das Verfahren weiter hinziehen, könnte er sich allenfalls im kleinen Rahmen eine unternehmerische Tätigkeit auf der Insel vorstellen: "Meine Fachbereiche sind Sport und Gastronomie, das sind die Sachen, die ich gut kann, damit hatte ich auch in Deutschland viel Erfolg."

Was Hanebuth damals auf Mallorca vorhatte, wie er zu den mitbeschuldigten Youssafi-Brüdern steht, wie er die Untersuchungshaft in spanischen Gefängnissen erlebte und womit er jetzt auf Mallorca die Zeit totschlägt, lesen Sie in unserer Printausgabe, die ab Donnerstag (3.12.) am Kiosk liegt, oder in unserem E-Paper.

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