28. Februar 2018
28.02.2018

Operation Klimaschutz auf Mallorca: Auflagen für Firmen, Gemeinden, Landhäuser

Was neben den Auflagen für Diesel-Fahrzeuge noch geplant ist

02.03.2018 | 09:20
Ziel: vier nachhaltige Inseln.

Auch wenn das geplante Diesel-Verbot die öffentliche Debatte bestimmt, reicht das Gesetzesprojekt sehr viel weiter und umfasst Auflagen, die für öffentliche Behörden, Unternehmen sowie Hausbesitzer relevant sein werden. Denn nur wenn alle Bereiche involviert sind, lassen sich die ehrgeizigen Ziele erreichen, so das Kalkül. Koordiniert werden soll der Prozess von einer neuen öffentlichen Körperschaft, dem Institut Balear de l'Energia. Diesem Energie-Institut kommt die Aufgabe zu, Projekte zu fördern sowie auch selbst auf dem Energiegroßmarkt aktiv zu werden. Die Behörde könne etwa ein Solarpark-Projekt vorantreiben und Bürger daran beteiligen, so Groizard.

Die Fotovoltaik stößt bislang im Großen wie im Kleinen an ihre Grenzen auf den Inseln – der Bau von Solarparks verzögert sich, Solar­paneele auf Privatdächern sind mangels Förderung die Ausnahme. Da die Sonnenenergie aber dringend nötig ist, um die fossilen Energieträger auf den Inseln bis zum Jahr 2050 vollständig zu verdrängen, sieht das Gesetzesprojekt zum Kampf gegen den Klimawandel neue Auflagen vor.

Beispiel Parkplätze: Wären alle öffentlichen und privaten Stellflächen mit mehr als 1.000 Quadratmetern auf den Balearen mit Solarpaneelen überdacht, könnten sie bis zu 140 Megawatt Energie erzeugen, rechnet die Landesregierung vor – das sind 3,5 Prozent des Verbrauchs auf den Inseln. Diese Nachrüstung schreibt das neue Gesetz nun bis 2025 vor. Die Betreiber könnten dann entscheiden, ob sie den Strom selbst nutzen, verkaufen oder den Kunden in Form von Aufladestationen zur Verfügung stellen, heißt es. Dieselbe Auflage gilt auch für neue Gebäude oder Gewerbehallen von jeweils mehr als 1.000 Quadratmetern.

Die Landesregierung kommt so der Forderung von Landschaftsschützern nach mehr Fotovoltaik in erschlossenen Gebieten statt auf der grünen Wiese nach. Doch auch auf dem Land soll die Sonnenenergie stärker gefördert werden. Um die Genehmigung von Solarparks zu erleichtern und ihre bislang geringe Akzeptanz in der Bevölkerung zu steigern, soll es eine Art Zonenregelung geben, ähnlich wie in der Ferienvermietung (S. 7). Das heißt: Der Inselrat legt auf einer Karte fest, welche Gebiete sich für neue Solarparks eignen. So soll die bislang bei Investoren herrschende Rechtsunsicherheit beseitigt werden. Beträgt die Leistung eines Solarparks mehr als fünf Megawatt, muss das Projekt auch Kleininvestoren der Umgebung offenstehen.

Wichtig für angehende Finca-Besitzer: Das Gesetz sieht vor, dass sich Landhäuser selbst mit erneuerbaren Energien versorgen müssen. Diese Auflage bezieht sich laut Groizard allerdings nur auf neue Anschlüsse, für die Leitungen erst gelegt werden müssten – auch in diesem Bereich gilt Bestandsschutz. Ausgenommen sind zudem landwirtschaftliche Betriebe.

Auch Gemeinden werden in die Pflicht genommen: Sie müssen innerhalb von fünf Jahren die gesamte Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umstellen, um Energie zu sparen.

Für alle mittleren und großen Unternehmen auf den Balearen ist zudem das Jahr 2020 von Bedeutung. Ab dann sollen sie laut dem Gesetzentwurf ihren ökologischen Fußabdruck berechnen, ab dem Jahr 2025 dann auch Pläne zur Dekarbonisierung inklusive Selbstverpflichtung vorlegen.

Kommentar: Mut zum Diesel-Verbot

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