Von Thomas Zapp
Bei ihrem ýWetten, dass...?"-Auftritt auf Mallorca 1999 forderten die Zuschauer Zugabe, das erste Mal in der Geschichte der Sendung?
Ja, das war ein Highlight meiner Karriere. Es war mein erster Auftritt im Fernsehen und dann mit so einer Stimmung. Unglaublich!
Seitdem sind sie Mallorca-Fan, oder?
Ja, eine tolle Insel. Ich war vor ýWetten, dass??" nur einmal auf Mallorca, aber seitdem mindestens 20 Mal.
Wo denn am liebsten?
Ich liebe die Abgeschiedenheit, Campos, Sóller und Es Trenc. Aber natürlich war ich auch mal in Arenal, das gehört dazu.
Erinnern sie sich noch an ihr erstes Mal - auf Mallorca?
Das war ein Fotoshooting für mein Album ýA little bit of Mambo" mit der Starfotografin Gabo. Auf dem Plattencover stellten die Motive dann Kuba dar?
Kuba spielt eine große Rolle in ihrer Musik. Woher kommt ihre Leidenschaft für diese Rhythmen?
Mich hat es irgendwie in diese Richtung gezogen. Als 16-Jähriger habe ich in Miami zwei Jahre mein Glück versucht, gegen den Willen meiner Eltern. Damals habe ich gedacht, ýJetzt geht´s los!"
Und, ging es los?
Im Gegenteil, ich habe viel Lehrgeld bezahlt. Am Ende musste ich zur deutschen Botschaft, damit die mir den Rückflug bezahlen. Ich habe aber auch gelernt, wie man mit wenig Geld auskommt und was wirklich wichtig ist.
Haben Sie in Miami Spanisch gelernt?
Nein, eher ýSpanglisch". Richtig Spanisch lernen wäre noch einmal ein Projekt, zum Beispiel auf Mallorca?
Haben Sie auch ihre afrikanischen Wurzeln musikalisch verarbeitet?
Ja, ich habe bei drei, vier Songs auf dem neuen Lounatic-Album auf afrikanische Rhythmen zurückgegriffen, zum Beispiel bei ýDance like an African" und ýSomeday", da singt ein afrikanischer Chor mit.
Ihr Vater stammt aus Uganda?
Ich habe mit ihm 1992 das Land besucht. Er ist als Student vor der Terrorherrschaft Idi Amins geflüchtet.
Ihre Mutter ist Italienerin. Als was sehen Sie sich?
Meine Heimat ist Deutschland, da bin ich aufgewachsen. Alles andere - wie das Gerede über Mentalitäten - ist Klischee, dafür habe ich zu viele verschiedene Menschen kennen gelernt.
Man hat nach ýMambo No.5" lange nichts mehr von Ihnen gehört. Warum?
Die Folgen des Hits zogen sich bis 2003 hin. Ich bin bestimmt 10.000 Mal aufgetreten (lacht). Ich konnte meine Leidenschaft, das Reisen, optimal mit der Musik verbinden. Ich war in Kasachstan, Neuseeland, China und habe stets noch einen längeren Urlaub drangehängt. Da vergehen schnell vier Jahre und man sagt: Ups, ist schon so viel Zeit vergangen?
Stichwort Geld: Kann man sich nach 8 Millionen verkauften Alben zur Ruhe setzen?
Das kommt ganz auf den Lebenstil an. Aber ich muss zum Glück nicht mehr arbeiten, um Geld zu verdienen. Allerdings möchte ich auch nicht mit 32 in Rente gehen. Jetzt ist die Zeit gekommen, wieder auf die Bühne zu gehen.
Um wieder einen Mega-Hit zu landen?
ýMambo No. 5" zu toppen, wäre Blödsinn. Das geht nicht. Ich mache einfach das, was mir Spaß macht. Derzeit ist das, mit einer kubanischen Band durch Deutschland zu tingeln und für andere Künstler zu schreiben.
Klingt perfekt. Keine Träume mehr, eine Familie vielleicht?
Ja, das wird mal Zeit, ich spüre da so etwas? Vielleicht ziehe ich auch nach Mallorca. Aber um glücklich zu werden, muss ich auch dort das Richtige tun, das hat mich meine Zeit in Miami gelehrt.