Kunst und Kommerz

28-08-2007  
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Kuhrt ist Geschäftsführer der Koelnmesse, dem Veranstalter der Art Cologne.  Foto: Nele Bendgens

Koelnmesse-Geschäftsführer Oliver P. Kuhrt hofft bei der Art Cologne Palma auf kaufkräftige Kunden
und seine VIP-Liste

Von Tom Gebhardt

Wenn sich am 23. September nach fünf Tagen die Türen der Art Co-logne Palma de Mallorca schließen, wird Oliver P. Kuhrt eine Zahl verkünden, an der der Erfolg der Veranstaltung gemessen werden soll: die Umsatzzahl.

Kuhrt ist Geschäftsführer des Unternehmens Koelnmesse, das neben der Art Cologne noch eine Reihe weiterer großer Ausstellungen organisiert. Im Jahr 2006 waren es laut Geschäftsbericht 74 Messen mit rund zwei Millionen Besuchern, einem Rekordumsatz von über 216 und einem Gewinn von etwa 3,4 Millionen Euro.

Die politischen Verhältnisse auf den Balearen haben sich nach den jüngsten Wahlen geändert. Bereitet Ihnen das Probleme?
Nein. Mit der neuen Handelsministerin Francesca Vives i Amer habe ich mich vergangene Woche zum Kennenlernen und Meinungsaustausch getroffen. Ebenso habe ich mich mit dem neuen Messedirektor Pere Perelló unterhalten. Ich bin überzeugt, dass die Art Cologne Palma de Mallorca seitens der Regierung genauso tatkräftig unterstützt wird wie bisher. Außerdem setze ich auf das neue Messegelände, das wir mittelfristig brauchen.

In der vergangenen Woche stand ein großer Teil der Insel plötzlich ohne Strom da. Macht Ihnen so ein Vorfall Sorgen?
Wir haben uns umgehend erkundigt, wie die Versorgung in einem solchen Falle gewährleistet werden kann. Glauben Sie mir, wir wissen wo die Notstromaggregate stehen und wie wir sie benutzen können.

Bei der letzten Art Cologne in Köln haben die 180 Aussteller einen Umsatz von rund 70 Millionen Euro erzielt. Wie viel wird es bei den 55 Galerien in Palma sein?
Das ist bei einer Erstveranstaltung die am schwierigsten zu beantwortende Frage. Wo wir auf Mallorca umsatzmäßig landen werden, bleibt abzuwarten. Das wichtigste Kriterium für eine erfolgreiche Veranstaltung ist aber nach wie vor, dass unsere Aussteller mit der Messe und ihren Verkäufen zufrieden sind und neue Kun-
denpotenziale erschließen konnten.
Bis zu Ihrer Tätigkeit bei der Koeln­messe haben Sie in der Tourismusbranche gearbeitet. Wie verbindet sich das mit der Organisation von Messen?
Tourismus und Messeorganisation verbindet ein wesentliches Kriterium: der Servicegedanke als Dienstleister am Kunden. Denn schon lange reicht es nicht mehr aus, die Messehallen nur zu füllen. Für die Kunstmessen in Köln und seit diesem Jahr auch in Palma de Mallorca ist es unser Credo, die Galeristen und Sammler im wahrsten Sinne des Wortes zu Hause abzuholen und ihnen ein Komplett-Angebot aus einer Hand zu bieten. Dabei kommt unseren VIP-Gästen ein ganz besonderer Service zugute. Das fängt bei der Unterbringung in einem atmosphärisch angemessenen Hotel an, geht über Welcome-Präsente und Betreuung vor Ort bis hin zu ausgesuchten kulturellen Events.

Sie haben von VIP-Gästen gesprochen. Greifen Sie hier auf eine spezielle Sammlerliste zurück?
Ja. Selbstverständlich kennen wir unsere Kunden und deren wichtigste Klienten. Solche Listen existieren, ohne sie ist ein zielgruppenspezifisches Marketing heutzutage nicht möglich. Sie werden ständig aktualisiert und den jeweiligen Veranstaltungen angepasst. Für die Premiere in Palma konnten wir, unterstützt von hiesigen Partnern und Galerien, unsere Liste erweitern.

Woher kommen die VIP-Gäste auf Ihrer Liste?
Auf der Liste stehen Sammler aus der ganzen Welt. Der Kunstmarkt ist ein internationales Geschäft. Naturgemäß bedienen sich auf der Art Cologne in Köln vor allem die deutschen Sammler, gefolgt von denen europäischer Länder und aus Übersee. Die starke Präsenz spanischer Galerien in Köln hat zu einem festen Stamm spanischer Sammler geführt. Für die Art Co-
logne Palma de Mallorca erwarten wir nicht nur diese, sondern insbesondere auch die auf den Balearen ansässigen Sammler. Ihnen bieten wir mit der Professional Preview einen exklusiven Rahmen vor der eigentlichen Messeeröffnung durch die Vernissage. So haben sie vor allen anderen die Möglichkeit, die Kunstwerke in Ruhe zu sichten und zu kaufen.

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