Letzte Rettung für den Fliesenboden

22-05-2008  
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Bruchstellen mit ausgebrochenen Rändern lassen sich mit einer selbst hergestellten Masse verkitten: Hierzu werden Fragmente der Fliese fein zerstoßen und mit Epoxy-Kleber vermischt. Foto: Lanek

Es geht auch ohne Handwerker: Wie man zerbrochene Keramikfliesen selbst ausbaut, repariert und anschließend wieder einsetzt

W. J. LANEK Unglück Nummer drei: Mit einem lauten Knacken hatte sich eine Reihe Bodenfliesen in einem Wohnzimmer vom Fußboden gelöst. Und das, weil – hier kommt Unglück Nummer zwei:– der Fliesenbelag auf „Stoß“, das heißt ohne Fugen, verlegt worden war. Ein arger Patzer, der ganz besonders bei älteren Häusern immer wieder zu Ärger führt. Ohne jeglichen Zwischenraum in Fliesenbelägen, ganz gleich, ob es sich um Böden oder Wände handelt, führt das schon bei kleinen Erschütterungen des Gebäudes – beispielsweise durch vorbeifahrende Lastwagen – mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann zu Problemen.

Unglück Nummer eins war im dargestellten Fall, dass keine einzige Ersatzfliese vorhanden war. Ein gravierendes Problem bei einem einheitlichen Bodenbelag von zweihundert Quadratmetern wunderschöner Keramik-Fliesen. Doch das war noch nicht alles. So stellte sich heraus, dass die Hausversicherung für den Schaden nicht aufkam, der Hausherr hatte selbst dafür aufzukommen.

Spezialisten ergreifen die Flucht
Doch selbst die zur Hilfe gerufenen Handwerker schreckten vor dem Auftrag zurück. Sobald sie nämlich begriffen hatten, dass ein Herausreißen des alten und das Verlegen eines neuen Fliesenbelages wegen der hohen Kosten außer Betracht kam, verabschiedeten sich die meisten mit der Ausrede, noch dringende Termine erledigen zu müssen. Mit einer riskanten „Flickarbeit“ wollte keiner was zu Schaffen haben. Es gab schließlich nur einen Ausweg: Man musste selbst Hand anlegen, um den Schaden zu richten.

Als das größte Problem erwies sich das Bemühen, die „erste“ Fliese aus dem Belag zu holen. Die angehobenen, lockeren Fliesen waren zwar lose, klebten aber durch das falsche Verlegen an den Rändern aneinander. Auch waren jetzt unbedingt Beschädigungen einzelner Fliesen und vor allem der Keramikglasur nach besten Möglichkeiten zu vermeiden. Der Einsatz eines Trennschleifers schien zu kritisch. Erst mit Hilfe eines „Vakuumhebers“ – wie er für das Anheben von Glasscheiben gebraucht wird – gelang es, eine Fliese aus dem Belag zu entfernen. Worauf sich prompt das nächste Unglück einstellte: Die Fliesen hafteten zwar nicht am Unterbau, aber fest an den Nachbarfliesen.

Selbst mit allen Tricks und größter Geduld ließ es sich nicht vermeiden, dass einige Fliesen zu Bruch gingen. Nach dem Lösen aller lockeren Fliesen mussten zunächst also die zerbrochenen geflickt werden. Das hört sich schlimmer an, als es ist, denn mit den nötigen Vorbereitungen und einiger Behutsamkeit lassen sich zerbrochene Fliesen beinahe unsichtbar zusammenkleben: Als wichtige Voraussetzung gilt zunächst eine hundertprozentig ebene Unterlage, am besten eine Glasscheibe. Auf dieser Scheibe wird ein Stück Plastikfolie (oder ein Ausschnitt aus einer ­Supermarkt-Tüte) faltenlos mit Klebstreifen befestigt. Diese Folie dient als Auflage für die verklebte Fliese. Als Kleber eignen sich Epoxy-Verbindungen oder ähnliche Zweikomponenten-Kleber. Wichtig ist nun, dass die Sichtseite der zusammengeklebten Fliese auf der Folie zu liegen kommt; damit wird erreicht, dass Kleberreste (oder Fliesen!) nicht auf der Unterlage haften bleiben und reliefartige Rückstände an verklebten Rändern vermieden werden. Die Glasplatte sichert die Ebene für ein verwindungsfreies Austrocknen des Klebegutes. Wo es möglich oder notwendig ist, lassen sich die verklebten Teile auch noch mit einer Schnurwicklung bis zum Austrocknen sichern.

Kleber-Reste entfernen

Glücklicherweise hatten sich die Fliesen ohne Kleberrückstände vom Unterbau gelöst. Hier hatte sich die miserable Verlegearbeit einmal als Segen erwiesen, denn ein Abklopfen fester Mörtelreste hätten nur die wenigsten der abgelösten Fliesen überlebt. Jetzt waren noch alle Kleber-Reste zu entfernen und die Unterseiten sorgfältig zu säubern. Ein naher Steinverwertungsbetrieb konnte zu der heiklen Aufgabe bewogen werden, markierte Millimeter von den Fliesen abzuschneiden; ein waghalsiges Unterfangen, welches aber sogar die „geflickten“ Fliesen heil überstanden haben. Nachdem beim Unterbau von einer verhältnismäßig planen Fläche auszugehen war, zeigten sich auch beim Neuverlegen keine unüberwindbaren Schwierigkeiten – abgesehen von dem Problem, dass wegen des Höhenunterschiedes eine Schicht gewöhnlicher Klebemasse nicht in Frage kam. Diesem Dilemma war aber mit der Verwendung eines Spezialklebers beizukommen: Ein Latex-Kleber flüssiger Konsistenz gewährleistete auch bei dünner Klebeschichte einen festen Halt der Fliesen.

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