Frischer Wind in der Oberstufe

16-09-2008  
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Auf Mallorcas Oberstufenschüler kommen ab diesem Jahr einige Veränderungen zu.  Foto: Sebastià Llompart

Die Schulreform, die auf dem Bildungsgesetz LOE von 2006 basiert, wird jetzt nach den Sommerferien umgesetzt: Es gibt ein neues Pflichtfach und der Stundenplan wird größer

Eine gute Woche ist noch Ruhe, dann – am 15. September – startet das neue Schuljahr. Die Schüler, die in diesem Jahr an den öffentlichen Lehrinstituten mit ihrer schulischen Pflichtausbildung (ESO) abschließen und in die Oberstufe (Bachillerato) kommen, sind die Ersten, die ihre Stundenpläne und Prüfungen nach der neuen Reform absolvieren müssen. Von vielen der Änderungen sind die Schüler kaum betroffen. Es gibt eine Umstrukturierung der Fachbereiche und eine Umbenennung einiger Fächer. Neu ist jedoch ein zusätzliches Pflichtfach und damit eine Aufstockung des Stundenplans. Außerdem gibt es Änderungen, wenn ein oder mehrere Fächer nicht bestanden werden.

Struktur
In den zwei Jahren oder cursos, die die Oberstufe dauert, stellen die Schüler ihre Stundenpläne aus drei Bereichen zusammen. Dazu gehören die allgemeinen Pflichtfächer (materias comunes obligatorias), die für alle gleich sind. Hinzuwählen müssen die Schüler Fächer aus Schwerpunktbereichen (materias de modalidad), außerdem können sie Wahlpflichtfächer belegen.

Pflichtfächer
Zu den bisherigen Pflichtfächern Sport, Philosophie und Staatsbürgerschaft, Geschichte der Philosophie, Geschichte Spaniens, Spanische Sprache, Spanische Literatur, Fremdsprache und an einigen Schulen Katalanische Sprache und Katalanische Literatur kommt ein weiteres hinzu: In Ciencias para el Mundo Contemporáneo, frei übersetzt mit Wissenschaften der Gegenwart, beschäftigen sich die Schüler beispielsweise mit der Frage nach der Entstehung des Universums oder behandeln das Thema Klimawandel. Dadurch sollen „die Schüler die fundamentalen wissenschaftlichen Fragen der Gegenwart kennenlernen“, heißt es dazu im offiziellen Beschluss Real Decreto. Ein weitere Neuheit bei den Pflichtfächern ist die Namensänderung von Philosophie I und II in – wie oben erwähnt – Philosophie und Staatsbürgerschaft und Geschichte der Philosophie.

Schwerpunktbereiche
Bisher konnten sich die Schüler aus einem der vier Vertiefungs- oder Schwerpunktbereiche ihre Fächer nach ihren Interessen zusammenstellen: Künste, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und Technologie.
Ab September werden die Naturwissenschaften und Technologie zu einem Wahlbereich zusammengezogen. Damit erhalten die Schüler eine größere Auswahl in dem neu geschaffenen Schwerpunktbereich.
In der Oberstufe müssen mindestens sechs Fächer aus einem Schwerpunktbereich belegt werden. Neu ist, dass ein Fach aus einem anderen Bereich stammen darf.
Eine weitere Änderung ist der zweigeteilte Schwerpunktbereich Künste. Bisher wählten die Schüler ihre Fächer aus dem Bereich Plastische Kunst, Design und Bilder. Nun können sie auch aus dem Unterbereich Szenische Künste, Musik und Tanz Fächer wählen, in denen beispielsweise Grundlagen und Geschichte der Musik und des Tanzes gelehrt werden. Dadurch sollen sich Schüler schon in der Schulzeit auf ein Studium der Musik oder des Tanzes vorbereiten können.
Das einzige Fach, das mit der Reform vollständig entfällt, ist Mechanik (bisher im Schwerpunktbereich Technologie).
Das Fach Ökonomie und Organisation von Betrieben wird umbenannt in Betriebswirtschaftslehre (Economía de la Empresa).

Bestehen und Wiederholen
Um vom ersten in den zweiten curso zu kommen, darf man in höchstens zwei Fächern durchfallen. Neu ist, dass Schüler, die drei oder vier Fächer nicht bestanden haben, jetzt wählen können, ob sie den gesamten curso mit allen Fächern wiederholen wollen oder ob sie sich nur in die Fächer einschreiben wollen, die sie nicht bestanden haben. Zusätzlich müssen sie zwei oder drei Fächer aus dem weiterführenden curso wählen. Für die zweite Möglichkeit ist eine Einwilligung der Eltern oder des Tutors notwendig.
Schüler, die im zweiten curso, also dem letzten Schuljahr vor dem Abitur, in einigen Fächern nicht bestehen, müssen in Zukunft nur noch in diesen Fächern einen Nachprüfung machen. Gegenwärtig ist eine Wiederholung des gesamten Schuljahres erforderlich, wenn drei oder vier Fächer ungenügend waren.

Die Stundenpläne
Mit dem neuen Fach „Ciencias para el Mundo Contemporáneo“ kommen jährlich 70 Extrastunden auf die Schüler zu. Außerdem werden die Fächer in den Schwerpunktbereichen durch zusätzlich 90 Stunden pro Fach von 450 auf insgesamt 540 Stunden pro Jahr vertieft.

Die Reifeprüfung
Die neugeregelte Reifeprüfung (la selectividad), die zum ersten Mal 2010 durchgeführt werden soll, setzt sich aus zwei Prüfungsbereichen – einem allgemeinen und einem spezifischen – zusammen, die das Wissen des letzten Schuljahres abfragen.
Neu ist, dass die Schüler nun nur noch verpflichtet sind, den allgemeinen Teil zu absolvieren. Freiwillig kann man die Prüfung im spezifischen Bereich ablegen. Die dort erreichten Punkte haben keinen Einfluss auf das Bestehen. Die Note ist dazu da, den Durchschnitt zu heben, wenn man sich um einen Studienplatz mit Numerus clausus bewerben will.

Der allgemeine Prüfungsteil
Der allgemeine Teil, den alle Schüler machen müssen, besteht aus vier oder fünf Prüfungen. Drei der Prüfungen werden in den Pflichtfächern abgelegt.
Neu ist, dass eine Prüfung aus einem Schwerpunktbereich hinzukommt. Eine fünfte Prüfung kann in Katalanisch dazukommen. Das Notensystem ist gleichgeblieben. Man kann null bis zehn Punkte in den Prüfungen erreichen, wobei zehn Punkte die Höchstnote sind. Wenn alle Prüfungsergebnisse einen Durchschnitt von fünf Punkten aufweisen, hat der Schüler bestanden. Werden nur vier Punkte in den Endprüfungen erreicht, und liegt der Notendurchschnitt in den zwei Oberstufenjahren bei jeweils sechs Punkten, gilt dies auch als bestanden. Durch Nachprüfungen kann man seinen Schnitt verbessern. Verschlechtern kann man sich nicht.

Der spezifische Prüfungsteil
Die Oberstufenschüler sollten bereits bei ihren Abschlussprüfungen wissen, in welche Richtung sie im Anschluss studieren wollen. Dann haben sie die Möglichkeit, sich in jeweils zwei Fächern der Schwerpunktbereiche prüfen zu lassen, auch wenn sie diese zuvor nicht belegt haben. Die Ergebnisse helfen bei der Bewerbung für einen Studienplatz. Die Universitäten dürfen angeben, welche Fächer stärker ins Gewicht fallen.

Schul-Kalender 2008-2009

Schulstart
15. September 2008

Schulende
19. Juni 2009

Unterrichtstage
176

Winterferien
24. Dezember 2008 bis 6. Januar 2009 (beide Tage eingeschlossen)

Osterferien
9. bis 17. April 2009 (beide Tage eingeschlossen)

Feiertage
13. Oktober (für den Feiertag Nuestra Señora del Pilar, der auf den 12. Oktober fällt, einen Sonntag)
8. Dezember (Feiertag La Inmaculada)

Hinzu kommen die flexiblen Feiertage, die vom Arbeitsministerium festgelegt werden sowie zwei Lokalfeiertage. Diese stehen noch nicht fest.
Frei haben die Schüler auch am 4. Mai 2009, einem allgemeinen Schulfeiertag.
Ferner verfügt jede Schule über einen sogenannten frei beweglichen Ferientag.

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