Mallorquinische Wasser

23-04-2009  
Verliert trotz seiner Qualität Marktanteile - mallorquinisches Quellwasser.
Verliert trotz seiner Qualität Marktanteile - mallorquinisches Quellwasser.  Foto: Gebhardt

TOM GEBHARDT Welche Mineralwasser stammen eigentlich von hier? Und kann man die wirklich trinken? Wer vergleicht, merkt bald: Mallorquinische Wasser sind preiswerter und besser als ihr Ruf. Ein Überblick über die Tramuntana-Quellen.

Sie heißen Major, Sorda, Teix, Sa Senyora oder Binifaldó. Es sind die wichtigsten Mineralwasserquellen auf der Insel, und doch sind sie den wenigsten bekannt. Dabei müssen sie den Vergleich mit den eher teurer angebotenen Mineralwassern der großen Unternehmen wie Nestlé (Aquarel, Perrier, Vittel), Danone (Evian, Volvic, Aqua, Bonafont, Font Vella, Lanjarón) oder Coca-Cola (Apollinaris oder das Tafelwasser Bonaqua) keineswegs scheuen. Und wer auf natriumarme Ernährung achten möchte, ist mit einem Font Major aus Lluc sogar viel besser bedient als mit dem eher salzigen Vichy Catalán. Durch den höheren Werbeetat der größeren Konzerne verlieren die mallorquinischen Abfüller allerdings stetig an Marktanteilen. In manchen Supermärkten gibt es das Tramuntana-Wasser gar nicht mehr zu kaufen, dabei ist es häufig nur halb so teuer.

Grundsätzlich muss man in Spanien – wie auch in Deutschland – zwischen verschiedenen Wassertypen unterscheiden. Als agua mineral natural (natürliches Mineralwasser) darf nur Wasser verkauft werden, das aus einer angegebenen Quelle gewonnen wird und einen bestimmten (und auf den Etiketten angegebenen) Gehalt an Mineralsalzen (sales minerales) und Spuren- elementen (oligoelementos) aufweist. Mineralwasser darf nicht weiter behandelt werden. Es darf lediglich von Eisen (hierro) gereinigt und mit Kohlensäure versetzt werden (carbonatado oder einfach con gas). Die gleichen Vorschriften gelten auch für das agua de manantial (Quellwasser). Auf der Flasche findet man jedoch keine Angaben zur Konzentration an Mineralsalzen. Aguas preparadas würden in deutschen Märkten als Tafelwasser angeboten. Es handelt sich entweder um Quellwasser, das aufbereitet – häufig entkalkt – wird. Auch die Aufbereitung und Vermarktung von Leitungswasser ist üblich und erlaubt, sofern dies auf der Verpackung vermerkt ist. Dort muss dann stehen: agua de abastecimiento público preparada. Auf den Etiketten der verschiedenen Trinkwasserflaschen wird meist auf den Mineralsalzgehalt hingewiesen. Eine mineralización muy débil deutet auf einen sehr geringen Salzgehalt (bis zu 50mg/l) hin, der von mallorquinischen Wassern nur durch Aufbereitung erreicht werden kann (Font Café oder Font Neus, siehe rechts). Agua de mineralización débil weist auf einen geringen Mineralgehalt (zwischen 50 und 500 mg/l) hin. Alle mallorquinischen Mineralwasser und wohl auch die Quellwasser gehören in diese Kategorie.

Wer für die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern oder für Menschen mit Nierenschäden besonders natriumarmes Mineralwasser sucht, muss auf die Aufschrift „bajo en sodio“ achten. Das enthält dann weniger als 20 mg Natrium (sodio) pro Liter Wasser. Die Werbebotschaft indicada para la preparación de alimentos infantiles (geeignet für die Zubereitung von Nahrungsmitteln für Kinder) ist zwar häufig zu finden, sie sagt aber nichts aus, weil an die Aussage keine bestimmten Vorschriften gebunden sind. Wer also zum Beispiel hohe Calcium- oder niedrige Natrium-, Fluorid- und Nitratwerte im Wasser sucht, muss sich schon die Mühe machen, die entsprechenden Etiketten zu lesen.

Wen eine Gegenüberstellung mit ihm vertrauten Mineralwassern interessiert, findet einen spannenden internationalen Vergleich auf der deutschsprachigen Webseite www.mineralwaters.org

FÜNF QUELLEN

Font Major:

Mineralwasser ohne Kohlensäure. Quelle in Lluc. 5-l-Kunststoff-Flaschen. Mineralsalzgehalt 198 mg/l. Natriumarm (Na = 9,5 mg/l). Keine Angabe zum Nitrat (NO3)- oder Kaliumgehalt (K). Calcium (Ca) = 54,5 mg/l, Magnesium (Mg) = 7,7 mg/l, Bikarbonat (HCO³) = 173,0 mg/l; Chlorid (Cl) = 23,6 mg/l; Sulfat (SO4) = 14.2 mg/l; Silicium (SiO2) = 2,4 mg/l.

Font Sorda:

Mineralwasser ohne Kohlensäure. Quelle auf Landgut Son Cocó in Alaró. 5-l-Kunststoff-Flaschen. Mineralsalzgehalt 346 mg/l. Nicht für natriumarme Kost geeignet (Na = 27,9 mg/l). Ca = 83,3; Mg = 26,2; K = 1,5; HCO3 = 342; Cl = 63,8; SO4 = 13,2; F = 0,3; NO3 = 2,1.

Agua Binifaldó:

Mineralwasser mit oder ohne Kohlensäure. Quelle Font des Pedregaret in Lluc. Natriumarm (Na = 10,8 mg/l). Ca = 53,7; Mg = 3,4; K = 0,7; Cl = 22,1; SO4 = 22,0; NO3 = 1,6. Einwegflaschen aus Glas (bis 1 Liter, mit oder ohne Kohlensäure) oder Kunststoff (bis 5 l , nur ohne Kohlensäure).

Sa Font de Sa Senyora:

Mineralwasser ohne Kohlensäure. Quelle (Font de Sa Senyora) in Deià. Mineralsalzgehalt 351 mg/l. Nicht für natriumarme Kost geeignet (Na = 30,9). Ca = 67,8; Mg = 20,7 mg; Cl = 78,7 mg; SO4 = 49,0; HCO3 = 190,7 mg. Vertrieb in großen Pfandflaschen mit Wasserspendern.

Sa Font des Teix: Quellwasser (daher keine Angaben zu Mineralsalzen). Quelle Sa Font des Teix in Bunyola. Einwegflaschen aus Kunststoff bis zu 10 Liter.







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