Die wöchentliche Gemüseration vom Biobauern

11-06-2009  
Gesunde Lebensmittel werden jetzt auf der ganzen Insel ausgeliefert.
Gesunde Lebensmittel werden jetzt auf der ganzen Insel ausgeliefert.  Foto: Amadip Esment

TOM GEBHARDT In Deutschland, Österreich und der Schweiz schon lange bekannt, findet die sogenannte Biokiste auch auf der Insel immer mehr Kunden. Das Konzept ist einfach: Biolandwirte schließen sich zusammen und stellen jede Woche eine Kiste mit den wichtigsten Obst- und Gemüsesorten der Saison zusammen. Das hat mehrere Vorteile: Die Ware ist immer frisch, wird teilweise nach Hause geliefert und ist im Vergleich zum Einkauf in Bioläden auch deutlich preisweiter. Auf Mallorca gibt es mehrere Möglichkeiten, sich auf diese Weise mit frischem Grünzeug zu versorgen.

Eine der bequemsten Möglichkeiten bietet die Kooperative „Això és vida“ (Mallorquinisch für „Das ist Leben“), in der sich vor einigen Wochen vier Biobauernhöfe (aus Esporles, Vila­franca, Manacor und Capdepera) zusammengeschlossen haben, um den Vertrieb ihrer Produkte auf der ganzen Insel effizienter zu gestalten.

Zusammengestellt und ausgefahren werden die Kisten – je nach Wohnort – ein- bis zweimal die Woche, jeweils dienstags und freitags. Teo Nogara bringt sie dann mit dem Lieferwagen an bestimmte Verkaufspunkte – meistens in Bioläden, auf öffentlichen Plätzen, Schulen oder auch zu Privathäusern von Leuten, die sich in einer Einkaufsgemeinschaft zusammengeschlossen haben. „Ursprünglich hatten wir nur ein paar Verkaufspunkte, aber das Projekt ist schnell gewachsen. Im Moment verkaufen wir etwa 160 Gemüsekisten in der Woche“, erklärt Nogara. Die Kisten gibt es in zwei Größen, für 15 oder für 20 Euro. Die 15-Euro-Variante der vergangenen Woche enthielt zum Beispiel: 1 kg Kartoffeln, 0,5 kg Zucchini, 250 g grüne Paprika, 250 g grüne Bohnen, 300 g Karotten, 0,5 kg Tomaten, 250 g Bohnen, 1 Bund Mangold, 1 Bund Rucola, Petersilie, Porree, 250 g Nispeln, 400 g Gurken und zwei Köpfe Salat.

Für weitere Informationen über Verkaufspunkte und zum Aufgeben von Bestellungen kontaktiert man am besten Teo Nogara unter der Telefonnummer 663-84 65 78 (möglichst nicht dienstags oder freitags) oder per Mail an aixoesvida@gmail.com. „Ich verstehe zwar kein Deutsch“, sagt Nogara, „aber im Notfall finden wir bestimmt jemanden, der uns eine Mail übersetzt.“

Die Einkaufsgemeinschaften

Einer der besten Wege, gute Preise und guten Service zu erzielen, ist es, sich selber als Konsumentengemeinschaft (asociación de consumidores) zusammenzuschließen. Mehrere Interessenten geben also ihre Bestellung gemeinsam auf. Viele Produzenten liefern dann sogar kostenlos bis vor die Haustür. Dort muss allerdings jemand die Aufgabe übernehmen, die Bestellungen zu trennen, die Ware zu verteilen oder abholen zu lassen und das Geld zu kassieren. Häufig organisieren sich die Einkaufsgemeinschaften über die Bioläden im Dorf, wie zum Beispiel in Santa Maria del Camí oder in Bunyola. In anderen Fällen schließen sich Eltern zusammen, deren Kinder auf dieselbe Schule gehen, wie es in Mancor de la Vall der Fall ist.

An solche Einkaufsgemeinschaften liefert dann zum Beispiel auch die bekannte Öko-Finca Sa Taulera in Petra. Verantwortlich für die Bestellungen und den Kontakt zu den Einkaufsgemeinschaften ist Juan Massanet, den man per Handy über die Nummer 650-40 17 25 erreicht oder per Mail unter sataulera@telefonica.net. „Es kommt natürlich darauf an, wo die jeweilige Einkaufsgemeinschaft ist“, erklärt Massanet, „aber in der Regel lohnen sich für uns Bestellungen ab 60 Euro, wenn der Weg nicht zu weit ist. An manchen entlegenen Stellen der Insel müssten schon Sammelbestellungen von rund 200 Euro zusammenkommen.“ Die Bestellungen müssten auf Spanisch oder Mallorquinisch gemacht werden.

Abholbereit in Palma

Eine weitere Möglichkeit, wöchentlich frisches Gemüse zu beziehen, bietet Amadip Esment, die Organisation für geistig Behinderte. Allerdings muss man sich die Biokiste in Palma abholen. Die Kiste kostet 15 Euro und enthält regelmäßig einige Basisprodukte wie Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln und Auberginen. „Dazu kommen dann das Gemüse und das Obst der Saison“, erklärt Guiem Porcel von Amadip Esment. Im Moment sind das zum Beispiel grüne Bohnen, Zucchini und Artischocken. Die Kiste wird nicht ausgeliefert, sondern muss in Palmas Altstadt abgeholt werden. Man bestellt sie unter der Telefonnummer 971-72 25 05, fragt nach Mila („Con Mila, por favor“) und bestellt eine Biokiste auf den Namen des Abholers („una caja de verdura para Carlos Mustermann“). Abholen kann man sie dann am kommenden Tag im Laden in Palma (Plaça Es Pes de sa Palla, 3; täglich von 10 bis 19 Uhr).

Gemüse-Vokabeln

Artischocken – alcachofa

Bohnen – habas

Grüne Bohnen – judías verdes

Karotten – zanahoria

Kartoffeln – patatas

Kürbis – calabaza

Lauch – puerro

Mangold – acelga

Auberginen – berenjena

Petersilie – perejil

Grüner Salat – lechuga

Spinat – espinaca

Tomaten – tomates

Zucchini – calabacines

Zwiebeln – cebollas







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