Stromversorgung: Frist für Haushalte auf Mallorca für ICP- Installation

Bis zum 1. Januar 2010 müssen die Verteilerkästen in jedem Haushalt auf den Balearen mit einem sogenannten ICP ausgerüstet sein. Der Verband der Elektriker rät dazu, diesen Schalter nur zu mieten.

24-11-2009  
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Da sollte leiber der Fachmann ran - der IPC ist der Schalter unten links.
Da sollte leiber der Fachmann ran - der IPC ist der Schalter unten links. Foto: DM

HOLGER WEBER Der Sachverhalt ist schon länger bekannt, jetzt wird es ernst: Bis zum 1. Januar 2010 müssen alle Verteilerkästen in den Haushalten auf den Balearen mit einem zusätzlichen Schalter, dem sogenannten Interruptor de control de potencia (ICP), ausgestattet sein. Andernfalls dürfen die Stromversorger wie Gesa-Endesa die Kunden mit einer Strafgebühr belegen, die bei einer vereinbarten Maximalleistung von fünf Kilowatt (das betrifft den Großteil aller Haushalte) 30 Euro monatlich beträgt.

Das Gesetz wurde bereits vor Jahren von der spanischen Zentralregierung verabschiedet. Gesa-Endesa als Hauptstromversorger auf den Balearen hat seine Kunden jedoch erst in den vergangenen Monaten per Brief davon in Kenntnis gesetzt und damit auch zugleich die Kritik von Verbraucherschützern und vom Verband der Elektroinstallateure auf Mallorca (Asinem) auf sich gezogen: „Allein auf Mallorca müssen bis zu 300.000 Haushalte, die bisher noch nicht über den geforderten ICP verfügen, ausgerüstet werden", sagt Manuel Martínez, der Geschäftsführer von Asinem, im Gespräch mit der Mallorca Zeitung. Es sei nahezu unmöglich, in den verbleibenden Wochen alle Haushalte mit diesem Schalter zu versorgen. Er wirft dem ehemaligen Monopolisten vor, sich durch eine schlechte Informationspolitik eine zusätzliche lukrative Einnahmequelle auf den Inseln verschaffen zu wollen.

Gesa-Endesa argumentiert derweil mit Sicherheitsgründen. Der Interruptor de control de potencia soll vor allem verhindern, dass mehr Strom nachgefragt wird, als vertraglich festgelegt worden ist. Durch eine exzessive Stromnachfrage beispielsweise durch den Anschluss von Geräten, die sehr viel Energie verbrauchen, könnten andere Geräte Schaden nehmen oder auch Hausbrände ausgelöst werden.

Laut Gesa-Endesa sind von der Nachrüstung mit einem ICP vor allem Häuser betroffen, die vor 1985 gebaut wurden. Ein ICP kann entweder gekauft oder von Gesa für eine monatlichen Betrag von sechs Cent gemietet werden.

Im Folgenden sind wichtige Fragen und Antworten zum Thema aufgeführt:

Was ist sinvoller: einen ICP zu kaufen oder ihn von Gesa zu mieten?
Der Verband der Elektroinstallateure rät dringend dazu, den ICP nur zu mieten – und dies aus gleich mehreren Gründen: Die monatliche Miete, die zur Stromrechnung aufgeschlagen wird, beträgt sechs Cent. Angesichts des relativ niedrigen Preises würde sich der Kauf eines ICP erst nach rund 130 Jahren amortisieren. Zudem haftet bei einem gemieteten ICP das Unternehmen Gesa-Endesa für den Apparat und müsste ihn im Fall eines Defekts austauschen. Im Fall des Eigenbesitzes gehen die Reparaturkosten zu Lasten des Eigentümers. Darüber hinaus wird nach Angaben von Asinem in den kommenden Jahren eine neue Generation von Stromzählern eingeführt, in denen der geforderte ICP bereits enthalten ist. Die jetzt installierten Apparate würden demnach wertlos.

Wer kann den ICP installieren?
Im Fall, dass der ICP gemietet wird, muss der Apparat von einem Techniker der Gesa installiert werden. Beim Kauf muss ein externer Elektriker, der die Zulassung der Aufsichtsbehörde Industria besitzt, den Schalter anbringen. Seine Arbeit muss allerdings anschließend von einem Gesa-Techniker abgenommen werden. Dafür berechnet Gesa 10 Euro. Muss der Verteilerkasten vergrößert werden, ist ebenfalls ein externer Elektriker zu beauftragen.

Was kostet die Installation eines ICP?
Bei einem externen Elektriker ist der Preis verhandelbar. Der Verband der Elektroinstallateure empfiehlt, sich einen Kostenvoranschlag von mehreren Anbietern machen zu lassen. Nach Angaben von Asinem beträgt der Richtwert rund 100 Euro. In Frage kommende Elektriker kann man beim in Marratxí ansässigen Berufsverband unter der Telefonnummer 971-77 05 04 erfragen. Auch bietet die Homepage des Verbandes (www.asinem.net) einen entsprechenden Service. Unter dem Link asociados (Mitglieder) finden sich alle Handwerker, die dem Verband angehören und die entsprechende Zulassung besitzen. Um herauszufinden, welcher Handwerker am eigenen Wohnort tätig ist, kann auf der gleichen Seite in ein Kästchen die betreffende Postleitzahl (CP für código postal) eingegeben werden. „Dann einfach die Elektriker anrufen und sich ein Angebot machen lassen", erklärt eine Mitarbeiterin des Verbandes.

Wo kann die Installation oder die Miete eines ICP von Gesa-Endesa beantragt werden?
Gesa-Endesa unterhält inselweit Niederlassungen, oftmals handelt es sich um Konzessionäre des Unternehmens. Die jeweiligen Anbieter und Kontaktdaten gilt es beim Kundenservice (Tel.: 902-50 88 50) zu erfragen. Die Zentralverwaltung von Gesa-Endesa befindet sich unweit der Playa de Palma in der Carrer Sant Joan de Deu, 1. Öffnungszeiten: von 8.30 bis 13.30 Uhr. Weitere Anlaufpunkte in Palma sind ITAK, C/. San Ferran, 23 (von 16 bis 18 Uhr) und ALCA, Porto Pí, 8 (von 6 bis 18 Uhr).

Wie lange dauert es, bis der Installateur der Gesa kommt?
Laut Aussage des Kundendienstes bis zu 15 Tage.

Was ist, wenn nach der Installation des ICP häufiger die Sicherung herausspringt?

Dann sollte ein Fachmann überprüfen, ob die mit dem Stromversorger vereinbarte Maximalleistung noch ausreichend ist. Im Laufe der Jahre seien in vielen Haushalten immer mehr Geräte hinzugekommen. Die Stromversorgung sei jedoch dem höheren Verbrauch nicht angepasst worden. Die Versorger Iberdrola und Endesa geben folgende Faustregel an die Hand: Bei einem normalen Stromverbrauch (Licht, Kühlschrank, Wassertherme, Staubsauger, Bügeleisen und Waschmaschine) ist eine Maximalleistung von 4,6 Kilowatt ausreichend. Schließt man darüber hinaus auch eine Spülmaschine, einen elektrischen Ofen, einen Herd mit Ceranfeldern, einen Trockner sowie weitere kleine Geräte an, empfiehlt es sich, die Maximalleistung auf bis zu sieben Kilowatt zu erhöhen. Wird auch elektrisch geheizt und im Sommer mit Klimaanlage gekühlt, müssten es neun Kilowatt sein. In den meisten Haushalten beträgt die Maximalleistung nach Angaben der Energieversorger bisher zwischen 2,5 bis 5 Kilowatt.

www.asinem.net
www.endesa.es

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