Gold, Silber, Schluss! - Mallorquinische Bahnradfahrer trumpfen in Peking auf

21-08-2008  
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Llaneras (li.) und Tauler jubelten über ihren zweiten Platz.  Foto: Efe

Das Gold am Samstag im Punktefahren hätte Joan Llaneras für einen krönenden Abschluss seiner großen Karriere schon gereicht. Doch am Dienstag (19.8.) setzte sich der 39-jährige Bahnradfahrer gemeinsam mit seinem mallorquinischen Landsmann Toni Tauler noch einen drauf und gewann Silber in der Disziplin Madison. Dabei hatte mit dieser Medaille eigentlich niemand gerechnet. Denn die Besetzung galt eher als Verlegenheitslösung, weil Llaneras´ Stammpartner Carles Torrent sich vor den Spielen bei einem Sturz schwer verletzt hatte.

Nun beendet Llaneras als erfolgreichster spanischer Olympionike aller Zeiten seine sportliche Karriere. Mit dem Gold von Sydney, der Silbermedaille von Athen und den beiden Edelmetallen in Peking hat es der Fahrer aus Porreres insgesamt auf vier Medaillen gebracht. Unterstrichen wird die sportliche Laufbahn des Mallorquiners von sieben Weltmeisterschaftstiteln.

Für Toni Tauler aus Santa Margalida bedeutet die Silbermedaille den größten Erfolg seiner Karriere: ýWir haben hier etwas ganz Großes vollbracht", waren die ersten Worte des 34-Jährigen. Tauler und Llaneras hatten die Disziplin Madison kaum trainieren können, eine Medaille hatten beide vor dem Rennen als unrealistisch abgetan. Dass sie sich am Ende nur dem argentinischen Duo
Juan Esteban Curuchet und Walter Fernando Pérez geschlagen geben mussten, war eine kleine Sensation.

Nach seinem letzten Rennen zeigte der sonst eher zurückhaltend und distanziert wirkende Llaneras Emotionen und widmete seine Goldmedaille seinem Freund und ehemaligen Teamgefährten Isaac Gálvez. Der Katalane war bei einem Sechstagerennen im belgischen Gent im Jahr 2006 tödlich verunglückt. ýIch denke jeden Tag an Isaac. Eigentlich wollte ich diese Medaille mit ihm gemeinsam gewinnen. Ein Teil von ihr gehört ihm", sagte Llaneras sichtlich gerührt. Beim Punktefahren hatte er den Deutschen Roger Kluge auf den zweiten Platz verwiesen.

Als Llaneras erster Platz feststand, hielt es auch Spaniens Königin Sofía und Prinzessin Cristina nicht mehr auf ihren Sitzen - sie jubelten dem Mallorquiner von der Tribüne aus zu.

Joan Llaneras war vier Tage vor den Wettkämpfen in Peking eingetroffen, um sich an das Klima zu gewöhnen. Die Vorbereitungen auf den Abschluss seiner Karriere hatte er mit der von ihm gewohnten Akribie betrieben. Bereits vor Monaten war er nach Peking gereist, um sich die Wettkampfstätten anzusehen. Die Bedingungen in Peking hatte er damals nach seiner Rückkehr für gut befunden. Auf die Weltmeisterschaften in diesem Jahr verzichtete Llaneras, um sich voll und ganz auf die Spiele vorzubereiten. Zum Abschluss wollte er noch einmal alles geben.

Seine Karriere begann Anfang der 90er Jahre im Straßenteam von ONCE unter Manolo Saiz. Obwohl er auch auf dem Asphalt einige Erfolge feierte, wechselte er 1995 auf den Holzbelag. Dem Bahnradfahren hatte der sechsfache Bahnradweltmeister Guillermo Timoner aus Felanitx zu großem Prestige auf der Insel verholfen. Der 82-jährige Timoner gehörte auch zu den ersten Gratulanten des Mallorquiners. In einem Interview mit der Sportzeitung ýAs" sagte er: ýDen wahren Champion erkennt man daran, dass er über einen langen Zeitraum mehrmals siegreich ist. Llaneras ist ein ganz Großer im Radsport."

Nach seiner Rückkehr aus Peking beginnt für Llaneras ein neuer Lebensabschnitt. Voraussichtlich wird er noch einige von den lukrativen Sechstage-Rennen fahren, an einem offiziellen Wettkampf wird er jedoch nicht mehr teilnehmen. ýDas Ende meiner sportlichen Laufbahn ist unumstößlich. Dafür habe ich mich zusammen mit meiner Familie entschieden", betonte er. Llaneras hatte jährlich mehr als 25.000 Trainingskilometer zurücklegt. Wahrscheinlich wird er jetzt das tun, was er bereits vor Monaten angekündigt hatte: ýMich erst einmal richtig ausruhen." Dem Bahnradsport wird Llaneras jedoch verbunden bleiben. Voraussichtlich wird er sportlicher Leiter der Palma Arena, an dessen Konzeption er bereits beteiligt war.

Es gebe auf Mallorca viele talentierte Nachwuchsfahrer, die in seine Fußstapfen treten könnten, glaubt Llaneras. Und außerdem werde dem Sport ja auch Toni Tauler zumindest für die nächsten Jahre erhalten bleiben.

In der Printausgabe lesen Sie außerdem:
- Fußball: Höllentour für Real-Mallorca-Präsident Grande
- Tennis: Rafael Nadal holt "das erste Gold für Manacor"

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