Großes Aufgebot bei der „Vuelta de Mallorca“

05-02-2009  
Mit von der Partie: Olympiasieger Samuel Sánchez.
Mit von der Partie: Olympiasieger Samuel Sánchez.  Foto: Efe

HOLGER WEBER An der Mallorca-Rundfahrt haben in ihrer 18-jährigen Geschichte schon viele große Radsportler teilgenommen – darunter die Tour-de-France-Legenden Lance Armstrong und Miguel Indurain. Auch in diesem Jahr freuen sich die Veranstalter wieder über ein hohes Niveau. Dafür sorgt schon die Präsenz von Olympiasieger Samuel Sánchez, der im Team vom Euskatel Euskadi auf die Insel kommt. Der 31-jährige Asturianer gewann im vergangenen Jahr überraschend den Straßenwettbewerb in Peking und reiht sich seitdem in die erfolgreiche spanische Rad-Armada um den letztjährigen Tour-Sieger Carlos Sastre und den Vuelta-Sieger Alberto Contador ein.

Contador hatte bei der Mallorca-Rundfahrt im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt, als er vor laufenden Fernsehkameras gegen den Ausschluss seines Teams Astana von der Tour de France demonstriert hatte. Der Tour-Sieger von 2007 ist bei der Challenge diesmal jedoch nicht mit von der Partie. Dafür aber sein Vorgänger Oscar Pereiro, der Sieger der Frankreich-Rundfahrt von 2006. Für Pereiro ist die Mallorca- Rundfahrt erst der zweite Wettkampf nach einem schweren Sturz bei der Tour im Vorjahr, bei dem er sich die Schulter gebrochen hatte. Sein Comeback feierte er vor einigen Wochen bei der Australien-Rundfahrt. Er steht nun in Diensten des Teams Caisse d‘Epargne, ebenso wie Alejandro Valverde, der ebenfalls an der Challenge teilnimmt und einst einer der Spitzenfahrer des aufgelösten Teams Illes Balears war.

Zu den Top-Stars gehört auch der deutsche Zeitfahrweltmeister Bert Grabsch vom amerikanischen Team Columbia. Die Nachfolgemannschaft des T-Mobile-Teams absolvierte bereits das erste Trainingslager des Jahres auf Mallorca und stellte seine neue Formation Anfang des vergangenen Monats im Robinson-Club in Cala Serena vor. Grabsch ist auf den Rennparcours also bestens eingestellt. Verzichten muss die Mannschaft allerdings auf Andre Greipel. Der Deutsche muss nach einem Sturz bei der Tour Downunder mindestens zwölf Wochen pausieren.

Eine erste Standortbestimmung ist die „Vuelta de Mallorca“ auch für das Team Milram, dem letzten noch verbliebenen deutschen Profi-Rennstall mit seinen Spitzenfahrern Linus Gerdemann und Gerald Ciolek. Die „Milramer“ verbrachten Anfang Januar bereits ein einwöchiges Trainingslager auf Mallorca – ohne Gerdemann, der wärmere Gefilde in Südafrika vorzog (die MZ berichtete ausführlich). Für Ciolek ist es die erste Teilnahme an der Challenge. Im Gespräch mit der Mallorca Zeitung zeigte er sich entsprechend motiviert: „Wichtig ist, dass man gut in die Saison startet“, so der 22-Jährige.

Die Hoffnungen der mallorquinischen Radsportfans ruhen derweil auf Toni Colom aus Bunyola, der die Challenge im Jahr 2005 als bislang einziger Mallorquiner gewann. Damals stand er noch an der Seite von Alberto Contador im Team Astana. Mittlerweile ist Colom zum russischen Rennstall Katusha gewechselt, der ihm eine Chefposition im Team angeboten hat, wie er am Donnerstag vergangener Woche dem „Diario de Mallorca“ erzählte. Dort steht ihm mit Robbie McEwen einer der derzeit besten Sprinter der Welt zur Seite. Der Australier feierte im vergangenen Jahr bei fast allen großen Rennen Etappensiege und wird ebenfalls auf Mallorca an den Start gehen. Seinen ersten großen Auftritt dürfte er bereits bei der Auftaktetappe auf Palmas Paseo Marítimo haben.

Die einzelnen Etappen im Überblick

Erste Etappe, So, 8. Februar

Palma – Palma (116 Kilometer)

Die erste ist für den Zuschauer zweifellos die interessanteste Etappe, weil sie über einen Rundkurs in Palma führt. Start und Ziel befinden sich gegenüber vom Auditorium am Paseo Marítimo. Die Strecke ist in diesem Jahr rund 16 Kilometer länger als in den Vorjahren. Die Fahrer müssen noch ein zusätzliches Stück bewältigen, das von der Promenade über die Avenidas führt. Damit folgt die Organisation den Vorgaben des Radsportverbandes UCI. Auf Höhe der Carrer Manacor dreht das Feld um und fährt zurück Richtung Promenade. Insgesamt werden zehn Runden gefahren. Als er noch im Trikot des Team Telekom fuhr, entschied Erik Zabel diese Etappe mehrmals für sich. In diesem Jahr zählt neben Robbie McEwen auch Milram-Fahrer Gerald Ciolek zu den Favoriten. Der Startschuss fällt am Sonntag um 11.50 Uhr vor dem Auditorium. Im Ziel werden die Fahrer gegen 14.50 Uhr erwartet.

Zweite Etappe, Mo, 9. Februar

Cala Millor – Cala Millor (176,5 km)

Die zweite Etappe am Montag wird um 11.40 Uhr in Cala Millor auf der Plaça Mallorca gestartet. Bei dem Rundkurs handelt es sich um eine relativ flache Strecke mit drei kleinen Steigungen am S‘Espinagar (120 Meter) bei Portocolom, der Pla S. Josep bei Santanyí (120 m) und dem Coll d‘Esquerda bei Artà (180 m). Die Fahrer sollen langsam an die bergigen Teilstücke der folgenden Tage herangeführt werden.

Dritte Etappe, Di, 10. Februar

Inca – Inca (182 km)

Die dritte ist zugleich mit 182 Kilometern die längste Etappe. Start ist am Dienstag um 11.15 Uhr in der Carrer Pare Bartolomé Coch. Die Strecke macht zunächst eine Schleife und führt durch eine relativ flache Landschaft Richtung Santa Margalida, Alcúdia, Pollença und zurück nach Inca. Von dort geht es dann erstmals hoch in die Berge. So sind unter anderem der Coll de Sóller (500 m) und eine gewaltige Steigung bei Sa Pedrisse (Can Costa/420 m) zu meistern.

Vierte Etappe, Mi, 11. Februar

Bunyola – Bunyola (143,3 km)

Der vierte Tag steht ganz im Zeichen des Lokalmatadors Toni Colom aus Bunyola. Dem Challenge-Sieger von 2005 zu Ehren wurden Start und Ziel des anspruchsvollen Rundkurses in Coloms Heimatort verlegt. Das Feld startet am Mittwochmittag um 12.25 Uhr auf dem Hauptplatz in Bunyola. Die Strecke ist mit 143 Kilometern zwar die kürzeste der Challenge, dafür aber hat sie es in sich: Zum Aufwärmen geht es zunächst über eine flache Passage Richtung Palma. Insgesamt müssen an diesem Tag vier Berge mit einer Höhe von mehr als 400 Metern bezwungen werden, darunter zweimal der Coll de Sóller (500 m). Bei diesem Profil schlägt dann die Stunde des Bergspezialisten Toni Colom.

Fünfte Etappe, Do, 12. Februar

Magaluf – Palmanova (147 km)

Auch zum Abschluss der Mallorca-Rundfahrt wartet auf die Fahrer ein Ausritt in die Berge. Der Start befindet sich auf der Avenida Vaquer Ramis de Magaluf. Die Fahrer gehen um 12 Uhr auf die Strecke und werden am Nachmittag zur Zieleinfahrt in Palmanova erwartet. Zuvor müssen sie ein intensives Bergprogramm absolvieren, das wieder über den 500 Meter hohen Coll de Sóller führt. Diesmal bewegt sich die Gruppe jedoch entlang der südlichen Tramuntana über Capdellà, Andratx durch Estellencs und Banyalbufar. Der Zieleinlauf befindet sich in Palmanova auf dem Paseo Marítimo.

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