Interview mit Mittelfeldspieler Josep Lluis Martí von Real Mallorca

27-11-2008  
Josep Lluís Marti:
Josep Lluís Marti: "Die Laufbahn verhindert, dass im Stadio Atmosphäre aufkommt." Foto: Tooru Shimada

HOLGER WEBER Mallorca ist zurzeit schwer einzuschätzen. Die Mannschaft liefert gute Spiele wie gegen Bilbao, aber dann auch wieder Pleiten wie gegen Almería.

Ich glaube, wir haben in den vergangenen anderthalb Monaten eine gute Einstellung und guten Fußball gezeigt. Daran ändert das Spiel in Almería nichts, wo uns nicht so viel geglückt ist.

Die Mannschaft hat gegen eine Reihe von Kellerkindern verloren. Ist denn nicht mehr drin als der Klassenerhalt?

Wir sollten alle für den siebten Platz kämpfen, der die Qualifikation für den Europapokal bedeuten würde. Aber es stimmt schon, dass wir zunächst den Verbleib in der ersten Liga sichern müssen. Wir gehen Schritt für Schritt.

Man kann dem Team zugute halten, dass Fußball bei Real Mallorca zuletzt nur Neben­sache war. Wie stark beeinflusst der ganze Ärger um den Clubverkauf die Leistung der Mannschaft?

Gar nicht. Wir haben darauf ja auch keinen Einfluss. Wir konzentrieren uns ganz auf unsere Arbeit und die ist nun einmal rein sportlicher Natur. Ich glaube, Präsident Vicenç Grande und Trainer Gregorio Manzano tun alles, damit wir unserer Arbeit nachgehen können.

Aber ist ein Präsident, der seine Unternehmensgruppe in die Pleite geführt hat und in großen Teilen der mallorquinischen Gesellschaft keinen Rückhalt mehr genießt, noch haltbar?

Ich glaube schon. Wir sind mit unserem Präsidenten überaus zufrieden und halten zu ihm. Und ich glaube, wir haben die Aufgabe, ihn dabei zu unterstützen, aus dieser schwierigen Situation herauszukommen.

Hunderte von Gläubigern warten auf Ihr Geld. Haben Sie Verständnis für deren Zorn?

Es steht uns nicht zu, uns dazu zu äußern. Wir halten uns grundsätzlich aus allem heraus, was nicht das Sportliche anbelangt. Unsere Aufgabe ist es, zu trainieren und Spiele zu gewinnen und dabei auch noch gut zu spielen.

Dann sprechen wir wieder über Sport: Sie haben fünf Jahre beim FC Sevilla gespielt. Dort herrschte eine andere Atmosphäre als im Stadion Son Moix, das ja nicht gerade als Hexenkessel verschrien ist. Vermissen Sie ­Sevilla nicht?

Ich würde es nicht allein auf den mallorquinischen Charakter schieben, dass in Son Moix das Klima ein wenig kühler ist. Die Tatsache, dass zwischen Zuschauern und Spielfeld noch eine ganze Laufbahn liegt, macht sich schon auf die Atmosphäre im Stadion bemerkbar. Ich habe früher im alten Stadion Lluis Sitjar noch als Jugendlicher Spiele von Bedeutung erlebt, in denen es heiß herging. Sevilla war aber auch anders, weil dort der Fußball eine ganz andere Bedeutung hat. Für die meisten Menschen in dieser Stadt gibt es nichts wichtigeres als Fußball. Aber es liegt auch an uns. Wir müssen die Leute im Stadion durch unser Spiel motivieren, dann überwinden wir auch die räumliche Distanz, die die Laufbahn schafft.

Die Zahl der Zuschauer im Stadion sinkt. Im Schnitt kommen noch 13.000 Fans. Ist die Wirtschaftskrise jetzt auch ins Sta­dion geschwappt?

Irgendwie sind ja alle gesellschaftlichen Bereiche davon betroffen. Aber ich glaube, dass wir weiter gut spielen müssen, dann kommen die Leute wieder. Spätestens gegen Ende der Saison wird es wieder voll sein in Son Moix. Ganz bestimmt.

Sie sind der erfolgreichste Fußballer in den Reihen der Mannschaft. Was können die anderen Spieler von Ihnen lernen?

Ich glaube, wir können alle voneinander lernen. Sicherlich habe ich schon wichtige Spiele erlebt und kann meine Erfahrungen in kritischen Situationen einbringen. Dann muss ich auch meine Meinung deutlich sagen.

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