Der Trainer mit dem Retter-Gen: Jörg Berger freut sich für Barça

03-06-2009  
Der 64-jährige Berger gilt als hervorragender Motivationskünstler.
Der 64-jährige Berger gilt als hervorragender Motivationskünstler.  Foto: dpa

MICHAEL MAIER Jörg Berger gilt als Urgestein der Fußball-Bundesliga und als personifizierte Rettung für abstiegsbedrohte Clubs. Köln, Schalke, Frankfurt und Aachen übernahm der Erfolgstrainer jeweils kurz vor Saisonende und entging mit ihnen teils auf spektakuläre Weise dem Abstieg in die zweite Liga. Nun ein Rückschlag: Mit seiner Rettungsmission bei Arminia Bielefeld ist der 64-Jährige gescheitert. Zurzeit trainiert der zeitweilig auch schwer kranke Berger – er überstand einen Darmkrebs – mit Kindern in der Rudi-Völler-Fußballschule in Cala Millor.

Warum hat es bei Bielefeld am Ende nicht gereicht?
Es war ein großes Risiko, die Mannschaft ein Spiel vor Ende der Saison zu übernehmen. Das war einfach zu kurz, um etwas zu erreichen, und das hat es in der Geschichte der Bundesliga ja auch noch nie gegeben. Hätten wir Platz 16 und die Relegation erreicht, wären es immerhin drei Spiele gewesen, und man hätte etwas bewegen können. Leider hat es gegen Hannover mit einem 2:2 nicht gereicht, weil im Endspiel zu viele Torchancen vergeben wurden, vor allem in den ersten 60 Minuten. Die letzte Partie war insofern ein Spiegelbild der ganzen Saison. Schade, denn ich habe mich voll reingehängt, und die Sache hat mich sehr beschäftigt.

Was ist der Trick bei erfolgreichen Rettungsaktionen?

Es kommt dabei ausschließlich auf die Psyche und die Motivation an. Ich versuche, Selbstbewusstsein aufzubauen und die Spieler starkzumachen. Ich denke übrigens, dass Arminia eine intakte Mannschaft und gute Perspektiven für die zweite Liga hat.

Wie ist Ihre Bilanz der Saison?
Wolfsburg hat die Meisterschaft verdient, weil die Mannschaft einen attraktiven Fußball spielt, tolle Stürmer hat und am Ende auch nervenstark war. International freue ich mich sehr für Barça, weil das derzeit weltweit die beste Vereinsmannschaft ist. Im Halbfinale gegen Chelsea hatten sie natürlich Glück.

In Ihrem Buch ‚Meine zwei Halbzeiten‘ geht es auch um Politik. Einverstanden, dass in der DDR nicht alles schlecht war?

Ja, aber mir ist die Diskussion zu oberflächlich. Die DDR war eine Diktatur und ein Unrechtsstaat. Andererseits gab es auch Dinge, die in Ordnung waren, zum Beispiel der Zusammenhalt, der freie Umgang zwischen Frauen und Männern und das Ausbildungssystem, insbesondere im Sport.

In dem Buch schildern Sie auch Ihre Flucht mit falschem Pass über Jugoslawien.
Es war einer der bewegendsten Momente in meinem Leben, neben dem Mauerfall natürlich. Ein Grenzbeamter erkannte mich, sagte aber zu mir: ‚Herr Berger, alles Gute im Westen.‘


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