MZ-Besuch beim mallorquinischen Basketballstar Rudy Fernández

09-07-2009  
Rudy im Zweikampf mit MZ-Mitarbeiter Tom Gebhardt.
Rudy im Zweikampf mit MZ-Mitarbeiter Tom Gebhardt.  Foto: Nele Bendgens

TOM GEBHARDT Spielpause in der härtesten Basketball-Liga der Welt. Rudy Fernández kehrt nach seinem ersten NBA-Jahr zurück auf seine Heimatinsel. Nach einem stressigen Jahr in Oregon genießt er sichtlich den Kontakt mit seinen Landsleuten. Den 24-jährigen Star zog es sogar zurück in seine alte Schule, um mit den Schülern über seine Erfahrungen als Profisportler im Ausland zu sprechen. Und im kleinen verstaubten Dörfchen Campanet trainiert er zwei Wochen lang mit Kindern und Jugendlichen im sogenannten „Campus Rudy“, einer Sommerschule für den Basketball-Nachwuchs. Anschließend gönnt er sich ein paar Tage Urlaub an den Stränden von Ibiza. „Ich liebe das Meer und nutze jede Gelegenheit auf die Insel zu kommen“, sagt Fernández im Gespräch mit der MZ. „Wenn ich Zeit habe, lege ich mich an den Strand von Es Trenc“, sagt er.

Der in Palma geborene Mallorquiner stammt aus einer echten Basketballer-Familie. Schon Vater und Mutter spielten beide als Profibasketballer. Und sowohl Rudy als auch seine drei Jahre ältere Schwester Marta Fernández verdienen sich ihren Lebensunterhalt in der höchsten Liga in den USA. Als junger Schüler in Palma hatte Rudy eher eine Vorliebe für Fußball, „aber meine Eltern überzeugten mich dann, heute bin ich natürlich froh darüber, auch wenn es damals Streit gab“, meint Fernández. Mit zwölf Jahren verließ der talentierte Sportler zusammen mit der Familie die Insel, um in Katalonien eine bessere Mannschaft für sich und seine Schwester zu finden. Seine Profilaufbahn begann er im katalanischen Verein Joventut Badalona.

Seit die Gasol-Brüder Pau und Marc aus Spanien und natürlich der Deutsche Dirk Nowitzky in den USA für Schlagzeilen sorgten, schauen sich immer mehr Vereine auch in den europäischen Ligen um. Fernández wurde im NBA-Draft zunächst von den Phoenix Suns ausgewählt. Die Rechte wurden dann aber gleich an die Portland Trail Blazers weiterverkauft, wo er in der vergangenen Saison erstmals zum Einsatz kam.

Nun liegt ein durchaus erfolgreiches „Rookie-Jahr“ hinter ihm. So nennt man die NBA-Neulinge. Jeweils im Winter sucht eine Jury die zehn besten „Rookies“ aus, um gemeinsam gegen die besten Sophomores – Spieler im zweiten Jahr – zu spielen. Fernández war einer der Teilnehmer der Rookie-Challenge. Außerdem wurde er als erster Nicht-Amerikaner zum Teilnehmer des „Slam Dunk Contest“ eingeladen, was in der Fachpresse für Schlagzeilen sorgte. Am Ende der Saison priesen ihn die Medien als den besten Distanzwerfer unter den NBA-Neulingen. Mit 159 verwandelten Drei-Punkte-Würfen stellte er sogar einen neuen Rookie-Rekord auf. Aufgrund seiner Sprungstärke hat er sich den Spitznamen „Rudy Airlines“ erworben.

Eigentlich stünde einer großen NBA-Karriere nichts im Weg. Trotzdem ist Fernández eher unzufrieden und seine Zukunft in der NBA nicht sicher. „Ich hatte gehofft, in der kommenden Saison eine bessere Position im Verein zu bekommen“, sagt er im Interview vorsichtig. Dabei spielt er darauf an, dass sich die Trail Blazers in den vergangenen Tagen verstärkt bemüht haben, den türkischen Spieler Hidayet Türkoglu unter Vertrag zu nehmen, der als Flügelspieler auf derselben Position wie Fernández spielt. Das würde automatisch zu weniger Spielminuten führen, und der Mallorquiner hätte es schwerer zu zeigen, was noch alles in ihm steckt.

„Die Clubs in den USA sind wie große Unternehmen“, erklärt er etwas genervt. „Wir sind nur deren Spielkarten, die ausgespielt oder getauscht werden“, fügt er hinzu. So könne niemand wissen, in welchem Verein er im kommenden Jahr spielen werde. „Wenn man Glück hat, landet man in einer Stadt, die einem gefällt“, erklärt Fernández, fügt aber noch schnell hinzu, dass er an seinem jetzigen Verein nichts auszusetzen hat. Die Medien spekulieren aber schon über Angebote aus heimischen Clubs. Madrid und Barcelona werben um den Mallorquiner.

Klar ist hingegen, mit welchen Teamkollegen er lieber spielt. Schon jetzt freue er sich auf die Vorbereitung für die nächste große Herausforderung: In drei Wochen beginnt sein Training in der spanischen Natio­nalmannschaft für die Europa­meisterschaft, die im September in Polen ausgetragen wird. Spanien zählt zu den Favoriten. Die Auswahl um Fernández und die Gasol-Brüder ist seit 2006 amtierender Weltmeister und gewann sowohl bei der Europameisterschaft 2007 – die zum Teil in Palma ausgetragen wurde – und bei den Olympischen Sommerspielen 2008 jeweils die Silbermedaille. „In der Mannschaft sind wir wie eine Familie“, sagt er und sein Gesicht zeigt das erste Mal im Verlauf des Interviews wahre Begeisterung.

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