Fußball-WM: Spaniens Nationaltrainer hat die Qual der Wahl

Solche Sorgen hätten andere auch gerne: Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque wird sich bei der Fußball-WM in Südafrika zwischen drei Weltklasse-Torhütern entscheiden müssen

16-07-2010  
Ist mächtig im Kommen: Barcelonas Star-Torwart Víctor Valdés.
Ist mächtig im Kommen: Barcelonas Star-Torwart Víctor Valdés. Foto: dpa

MARTIN ROLSHOVEN Spaniens Kader für die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika steht, und es gibt eine dicke Überraschung: Als dritter Torhüter – neben Iker Casillas (Real Madrid) und Pepe Reina (Liverpool) – darf Víctor Valdés vom frisch gekürten spanischen Meister FC Barcelona mit zur WM fahren.

Der 28-jährige Torwart durfte bisher noch nicht im Trikot der selección auflaufen. Spanische Sportjournalisten ärgern sich seit Jahren, dass der Katalane noch nicht in den Kader aufgenommen wurde. Für viele von ihnen ist er der beste Keeper des Landes – wenn nicht Europas. Auch die Statistik spricht für ihn: In der abgelaufenen Saison musste er nur 24 Mal hinter sich greifen, so wenig wie kein anderer Schlussmann in der Primera División.

Mutig ist die Nominierung durch Trainer Vicente del Bosque trotzdem, da sie die Position von Stammtorwart Iker Casillas in Frage stellt. Der 29-jährige Madrilene steht seit einem Jahrzehnt im Tor der Na­tionalmannschaft, hat mit ihr 102 Spiele bestritten, ist amtierender Europameister und gilt als einer der besten Torhüter der Welt. Zudem ist er – nicht ganz unwichtig – auch noch der Keeper und Kapitän von Real Madrid. So jemanden sägt man nicht so einfach ab.

Wie auch in so vielen anderen Bereichen des spanischen Fußballs stehen sich die Lager weitgehend unversöhnlich gegenüber: Casillas wird von der Hauptstadtpresse und den Anhängern von Real Madrid auf dem Schilde getragen, Valdés von ihren katalanischen Gegenspielern. Der Vorgänger von Vicente del Bosque, Luis Aragonés, stand in dieser Angelegenheit eindeutig auf der Seite Madrids, sein Nachfolger geht unvoreingenommener an die Sache heran. Bei der Bekanntgabe des WM-Kaders betonte der 59-jährige Del Bosque, dass er ausschließlich Aspekte wie die Leistung der Spieler und ihre aktuelle Verfassung berücksichtigt habe.

Und dann sagte er noch einen Satz, der besonders Iker Casillas nervös gemacht haben dürfte: „Alle drei Torhüter fahren mit denselben Chancen zur WM. Es gibt keinen ersten, zweiten oder dritten Torwart." Somit hätte auch Pepe Reina eine Chance. Der 27-Jährige Stammspieler des FC Liverpool ist bereits mehrmals zum besten Torhüter der Premier League gewählt worden.     

Auf nach Österreich
Am Freitag (28.5.) reist die Mannschaft erst einmal zur WM-Vorbereitung nach Österreich. Bis zum 3. Juni trainiert der amtierende Europameister im Montafon, einem Tal am Vorarlberg. Während ihres Aufenthalts absolviert die selección zwei Testspiele im Stadion von Innsbruck. Am 29. Mai trifft das Team auf Saudi-Arabien, am 3. Juni spielt es gegen Südkorea.

Neben Barcelonas Torwart Víctor Valdés, hat Del Bosque in letzter Minute noch Pedro Rodríguez (FC Barcelona) und Javi Martínez (Athletic de Bilbao) für seinen WM-Kader nominiert. Alle drei werden zum ersten Mal für die selección spielen. Des einen Freud, ist des anderen Leid: Im Gegensatz zu den drei Glücklichen mussten Marcos Senna, Diego López (beide FC Villarreal), Dani Güiza (Fenerbahçe Istanbul), David de Gea (Atlético Madrid) und César Azpilicueta (Osasuna) ihre WM-Träume begraben.

Folgende 23 Spieler hat Del Bosque in seinen WM-Kader berufen:
Tor: Iker Casillas (Real Madrid), José Manuel Reina (Liverpool FC) und Víctor Valdés (FC Barcelona).

Abwehr: Gerard Piqué (FC Barcelona), Carles Puyol (FC Barcelona), Sergio Ramos (Real Madrid), Raúl Albiol (Real Madrid), Álvaro Arbeloa (Real Madrid), Joan Capdevila (Villarreal) und Carlos Marchena (Valencia),

Mittelfeld: Xavi Hernández (FC Barcelona), Andrés Iniesta (FC Barcelona), David Silva (Valencia), Cesc Fábregas (Arsenal), Xabi Alonso (Real Madrid), Sergi Busquets (FC Barcelona), Jesús Navas (Sevilla), Juan Manuel Mata (Valencia) und Javi Martínez (Athletic Bilbao)

Sturm: David Villa (bald FC Barcelona), Fernando Torres (Liverpool FC), Fernando Llorente (Athletic Bilbao) und Pedro Rodríguez (FC Barcelona).

In der Printausgabe vom 27. Mai (Nummer 525) lesen Sie außerdem:
- Fußball: Real Mallorcas Trainer geht im Streit
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