Real Mallorca: Oltra muss endlich liefern

Der Trainer des Zweitligisten steht nach dem verschenkten Sieg in Alicante weiter auf der Abschussliste. Kritik gibt es an ihm auch wegen seiner öffentlichen Auftritte

28.09.2013 | 19:53
Eine ehrliche Haut, die sich um Kopf und Kragen redet: José Luis Oltra gibt Anweisungen. Foto: Shimada
Eine ehrliche Haut, die sich um Kopf und Kragen redet: José Luis Oltra gibt Anweisungen. Foto: Shimada

Der Stuhl von José Luis Oltra ­wackelt weiterhin ganz gehörig. Dabei hätte der Trainer des Zweitligisten Real Mallorca nach den wilden Spekulationen über seine Entlassung von vergangener Woche ein wenig durchschnaufen können, wenn seine Truppe am Sonntagabend (15.9.) bei Hércules Alicante die 2:0-Führung verteidigt hätte. Doch die Mannschaft verfiel zurück in alte Fehler und trat am Ende nur mit einem 2:2-Unentschieden die Heimreise an.

Mit vier Zählern steht Real Mallorca zwar einen Platz über den Abstiegsrängen, ist aber von den Aufstiegsplätzen in die Primera División, dem erklärten Ziel vor der Saison, bereits jetzt sechs Punkte entfernt.

Medienberichten zufolge hat die Clubführung Trainer Oltra nun bis zum Heimspiel gegen Mirandés am Sonntag (22.9.) ein Ultimatum gestellt. Sollten die Inselkicker diese Partie verlieren, sähe der sportliche Leiter Llorenç Serra Ferrer wohl keinen anderen Ausweg, als den Trainer zu entlassen. In der Vorstands­etage scheint die blanke Panik umzugehen. Serra Ferrer möchte allem Anschein nach nicht wieder den gleichen Fehler wie in der vergangenen Saison mit Joaquín Caparrós begehen. Der Andalusier wurde erst nach einer Serie von 18 Spielen ohne Sieg gefeuert. Nachfolger Gregorio Manzano konnte das Ruder nicht mehr herumreißen und stieg mit dem Verein nach 16 Erstliga-Spielzeiten ab.

Oltra war mit der Empfehlung von zwei Aufstiegen mit Deportivo La Coruña und Teneriffa nach Mallorca gekommen. Auch in La Coruña hatte der 44-Jährige dabei zu Saisonbeginn Anlaufschwierigkeiten und dümpelte mit dem Team im ersten Drittel der Saison 2011/2012 im Mittelfeld der Tabelle herum, ehe er mit einer zehn Spiele anhaltenden Siegesserie den Weg in Richtung Aufstieg ebnete. Mit Real Mallorca hat Oltra erst fünf Begegnungen hinter sich und kann durchaus – wie beim Sieg gegen Alcorcón und dem Unentschieden in Alicante offensichtlich – spielerische wie kämpferische Fortschritte vorweisen.

Doch beim Inselclub hat niemand mehr Geduld. Unzufrieden ist die Vorstandsetage dem Vernehmen nach vor allem mit der Art des Trainers, mit Niederlagen umzugehen. So seien die Ansprachen an die Mannschaft nach den deutlichen Pleiten zum Saisonauftakt viel zu wenig aggressiv ausgefallen.

Auch Oltras offene Art in den Pressekonferenzen kommt beim Präsidium offenbar nicht gut an. Oltra plaudert vor den Journalisten
meist frei von der Leber weg. So sagte er nach dem Unentschieden in Alicante: „Wenn mir vorher jemand einen Punkt in Alicante zugesichert hätte, hätte ich sofort unterschrieben." Für einen Club, für den es nur um den Aufstieg gehen kann, eindeutig zu wenig Ehrgeiz.

Hinzu kommen Zweifel an ­Oltras taktischen Fähigkeiten. Der Trainer gab nach der Partie in ­Alicante zu, dass er nach der 2:0-Führung „keine Ahnung hatte, wie er das Ergebnis über die Zeit retten" sollte. Tatsächlich hat Oltra es bisher nicht geschafft, die instabile Abwehr zu festigen, die ­bereits in der vergangenen Saison die Hauptschuld am Abstieg hatte. Mit 14 Gegentoren besitzt Real Mallorca schon wieder die schlechteste Defensivabteilung im spanischen Profi-Fußball. Und Abwehrspieler Agus, der auf ausdrückliches Drängen von Oltra auf die Insel gekommen war, offenbart gravierende Defizite im Stellungsspiel und bei der Schnelligkeit.

Zudem hat die Abwehr wie schon vergangene Saison Verletzungspech. Pedro Geromel fällt mit einer Muskelverletzung noch etwa drei Wochen aus, Pedro Bigas wird wohl ebenso lange wegen einer Bänderdehnung im Knie nicht einsatzfähig sein. Die Aussichten vor dem Spiel gegen den Tabellensiebten Mirandés am Sonntag (22.9.) um 17 Uhr in Son Moix könnten also besser sein.

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