Luis Aragonés: Auch auf Mallorca ein großer Trainer

Verstorbener ehemaliger spanischer Fußball-Nationalcoach war der bislang erfolgreichste Trainer des Inselclubs

01.02.2014 | 10:22
Abschied von einem Großen: Luis Aragonés (1938-2014) bei einer Pressekonferenz.
Abschied von einem Großen: Luis Aragonés (1938-2014) bei einer Pressekonferenz.

Auch Mallorca trauert um Luis Aragonés, den ehemaligen Trainer der spanischen Fußballnationalmannschaft, der am Samstagmorgen (1.2.) im Alter von 75 Jahren in Madrid verstorben ist. Der gebürtige Madrilene und ehemalige Mittelfeldspieler trainierte Real Mallorca überaus erfolgreich in den Spielzeiten 2000/2001 (dritter Platz, die beste jemals vom Inselclub erreichte Platzierung in der Primera División) sowie 2003/2004 (Achtelfinale Uefa-Cup).

Von Mallorca ging es dann direkt weiter auf die Trainerbank der spanischen Nationalmannschaft, mit der Luis Aragonés 2008 die Europameisterschaft holte und damit den Siegeszug von "La Roja" unter seinem Nachfolger Vicente del Bosque einleitete (WM-Titel 2010 und Europameisterschaft 2012).

2011 versuchte der Sportdirektor und Hauptaktionär von Real Mallorca, Llorenç Serra Ferrer, ihn noch einmal für den Inselclub zu gewinnen, doch Luis Aragonés, der zwischenzeitlich den türkischen Verein Fenerbahçe SK trainiert hatte, lehnte ab.

Ernsthaft und verschlossen kam Spaniens Nationaltrainer Luis Aragonés während der Europameisterschaft 2008 daher. Und auch unmittelbar nach dem Titelgewinn seiner Mannschaft gegen Deutschland hellte sich die Miene des "abuelo" (Opa), wie man ihn in Spanien nannte, nur manchmal auf. „Er hatte eine unheimlich autoritäre Ausstrahlung", sagte einmal Toni Traveria, damaliger Pressesprecher beim Inselclub.

Auf der Insel ist vor allem die Szene in Erinnerung geblieben, als Luis Aragonés den damals noch jungen Starspieler Samuel Etoo am Kragen packte, weil dieser nach seiner Auswechslung eine Wasserflasche in Richtung Trainer geworfen hatte.

Doch Luis Aragonés konnte auch sehr witzig sein. Vor Spielbeginn etwa pflegte er immer für Verblüffung zu sorgen. Er ließ von seinem Assistenten den Vornamen des Linienrichters in Erfahrung bringen, der auf der Seite der Trainerbank seinen Dienst tat. Kurz vor dem Anpfiff rief er ihn dann bei seinem Vornamen und wünschte ihm viel Glück. „Die Schiedsrichter waren dann von den Socken", so Traveria.

Seinen trockenen Humor bekamen auch manches Mal die Journalisten bei der wöchentlichen Pressekonferenz auf dem Trainingsgelände Son Bibiloni zu spüren. Als ein damals noch recht junger Reporter einer mallorquinischen Tageszeitung wissen wollte, warum der Mittelfeldspieler Álvaro Novo fast nie spiele, obwohl ihn der Trainer doch immer öffentlich lobe, habe Luis nur kurz gegrinst und geantwortet: „Hör mal Kleiner, wenn du ein bisschen größer bist, dann erzähl ich mal was dazu."

Traveria lernte Aragonés auf Mallorca auch als Familienmensch kennen. „Er sprach viel über seine Enkel und die Familie, und in seiner Freizeit fuhr er mit seiner Frau oft ins Tramuntana-Gebirge. „Er liebt Valldemossa und Deia."



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