Kartrennen in Palma: So fing einst Vettel an

Wenn ab Freitag (24.10.) auf der Alten Mole Karts herumdröhnen, ist das die Schuld von Agustín Arbex. Der Baske glaubt weiterhin daran, dass er eines Tages einen Formel 1-Kurs auf der Insel bauen kann

26.10.2014 | 07:52
So wie in dieser Montage soll ab Freitag die Alte Mole gegenüber der Kathedrale aussehen
So wie in dieser Montage soll ab Freitag die Alte Mole gegenüber der Kathedrale aussehen

Es ist eine Premiere: Zum ersten Mal rasen am Wochenende (25./26.10.) beim Palma Port Kart Cup die Miniaturausgaben der Formel 1-Autos auf Palmas Alter Mole um die Wette. Der baskische Veranstalter Agustín Arbex, der auf Menorca lebt, brachte die Veranstaltung auf die Insel. Der frühere Rallye-Weltmeisterschaftspilot aus Bilbao war vor einigen Jahren auf die Balearen gekommen und wunderte sich, wie wenig populär der Motorsport auf den Inseln ist. Seit Jahren versucht Arbex, der mit 52 Jahren noch einmal die Balearische Rallye-Meisterschaft gewann, Projekte für den Motorsport zu initiieren. Dazu gehören auch Pläne zur Errichtung einer Formel 1-Strecke auf Mallorca. Obwohl es hier seit Jahren keine sichtbaren Fortschritte gibt, ist Arbex weit davon entfernt, das Handtuch zu werfen.

Wie kommt man denn auf die Idee, hier auf der Alten Mole ein Kart-Rennen zu veranstalten?
Im Endeffekt hängt diese Veranstaltung direkt mit meinen Plänen zusammen, auf Mallorca einen Formel 1-Kurs zu bauen. Ich besitze inzwischen zahlreiche Kontakte in der Welt des Motorsports. In Monaco gibt es seit 14 Jahren eine ähnliche Kart-Veranstaltung, die allerdings jetzt vier Jahre lang aussetzen muss – im Hafen von Monaco werden Arbeiten zur Erweiterung des Formel 1 -Kurses vorgenommen, sodass die Strecke nicht zur Verfügung stand. Da kam man auf mich zu, und fragte mich, ob so etwas auch in Palma möglich sei.

Gab es Subventionen von Stadt oder Regierung?
Nein, keinen Cent. Die politischen Institutionen halfen lediglich bei der Infrastruktur, wie etwa den Metallgittern, die die Rennstrecke von den Zuschauern trennen.

Aber auf der Mole wurde extra ein neuer Asphaltbelag aufge­tragen. Wer zahlt denn das?
Das macht die Hafenbehörde. Die Mole fällt in den Verantwortungsbereich dieser öffentlichen Körperschaft. Aber die neu asphaltierte Straße ist ja keine Investition nur für den Kart Cup. Sie steht nach dem Kart-Event allen zur Verfügung. Und der Fahrbahnbelag musste ohnehin erneuert werden.

Wird der Kart Cup eine einmalige Sache sein?
Nein, wir haben nach dieser Ausgabe noch Verträge für die kommenden drei Jahre. Was danach passiert, wird man sehen.

Warum machen Sie denn so etwas nicht auf Ihrer Heimat­insel Menorca?
Ich habe mal ein Kart-Rennen auf Menorca mit Freunden veranstaltet. Da kamen dann Carlos Sainz, Jaime Alguersuari oder Kimi Räikkönen. Aber das war im kleinen Rahmen, für so ein Ereignis mit 100 Fahrern wie jetzt hier bietet Menorca keinen geeigneten Platz.

Kart ist gerade in Deutschland wieder in aller Munde, nachdem Ende September Michael Schumachers Sohn Mick Vizeweltmeister geworden ist ?
Ich denke auch, dass unsere Veranstaltung von diesem Erfolg profitiert. Wir hoffen auf viele deutsche Besucher am Wochenende. Karts sind nun mal für alle Talente das Sprungbrett in die Formel 1 oder andere Rallye-Klassen. Selbst die Formel 1-Fahrer trainieren ja jeden Tag noch in Karts, weil sie da fast mehr lernen können als in den großen Autos. Die Reaktion eines Karts ist viel direkter, du spürst den Kontakt zur Straße viel stärker, und die Richtungswechsel sind viel schneller als mit den Formel 1-Autos. Bei Kart­rennen sind zudem alle Fahrzeuge exakt baugleich. Das führt dazu, dass hier wirklich der Fahrer gewinnt, der sein Fahrzeug am besten beherrscht und der sein Können auf den Punkt abrufen kann.

Verraten Sie uns doch ein paar prominente Namen, die zum Port Kart Cup kommen!
Das kann ich leider nicht, weil bis kurz vor dem Rennen nicht feststeht, wer tatsächlich kommt. Aber ich kann Ihnen versprechen, dass wir hier die weltweite Kart-Elite versammeln, von der man in ein paar Jahren auch in der Formel 1 hören wird.

Jetzt doch noch kurz zum großen Bruder, der Formel 1. Ist die Strecke auf Mallorca für immer gestorben?
Da sage ich nur so viel: Wir treffen uns auch weiterhin, dieses Projekt hat kein Haltbarkeitsdatum, das irgendwann abläuft. Man muss sich nur mal vor Augen halten, dass beispielsweise der Kurs von Montmeló bei Barcelona 18 Jahre gebraucht hat, bis er fertiggestellt war. Wir sind eben in Spanien.

Das heißt, Sie glauben weiterhin an das Vorhaben – auch wenn die Formel 1 ihre besten Zeiten hinter sich hat?
Wir halten an dem Vorhaben fest. Und dass die Formel 1 nicht mehr rentabel ist oder auf dem absteigenden Ast, das ist Humbug. Das wird immer wieder mal kolportiert. Aber wenn es so wäre, warum hat sich dann Bernie Ecclestone explizit gegen einen Verkauf seiner Anteile entschieden?

Palma Port Kart Cup: Drei Tage, 20 Teams und ein Loryc

Beim Palma Port Kart Cup treten an den beiden Renntagen Samstag und Sonntag 20 Teams mit je fünf Fahrern gegeneinander an. Der Freitag ist Trainingstag. Am Samstag finden ab 9 Uhr zwei Rennläufe statt, am Sonntag einer. Die Karts erreichen auf der 880 Meter langen Strecke auf der Alten Mole eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 140 Kilometern pro Stunde. Rund um die Rennen gibt es ein Rahmenprogramm: Unter anderem wird eine Kinder­modenschau organisiert, Teilnehmer der TV-Sendung „Master Chef" kochen und der örtliche Porsche-Club trifft sich. Der Eintritt ist an allen Tagen frei.

Auch für Oldtimerfans gibt es einen Leckerbissen: Die Deutschen Charly Bosch und Wolfgang Lindner präsentieren einen Nachbau des legendären Loryc. Zwar darf die Replik des in den 20er Jahren in Palma hergestellten Autos nicht mitfahren, doch Lindner hat eine Mannschaft zusammengestellt, die mit einem Kart auf die Strecke geht. Danilo Salvador, Präsidenten des American Car Club Mallorca, Fernando Fernández, Iván Ferre, Melchior Carrio und Nadal Galiana starten als Team „Loryc". Und das nicht nur zum Spaß: Galiana etwa hat in diesem Jahr bereits die Rally Clásico Isla de Mallorca gewonnen.

Im E-Paper sowie in der Printausgabe vom 23. Oktober (Nummer 755) lesen Sie außerdem:

- Clásico bei Real Madrid
- Tui-Marathon sucht neuen Namen
- Die Deutschen bei der Padel-WM

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