In Palma stehen die 70er Jahre wieder auf

Der schwedische Insel-Hotelier Mikael Landström hat sich bei der Renovierung des verrotteten Palma Tenis Clubs nicht lumpen lassen. Das Ergebnis ist eine gelungene Vermählung zweier Epochen. Eröffnung mit dem Legends Cup

12.10.2015 | 10:56
In Palma stehen die 70er Jahre wieder auf

Der Gang in den zehn Monate lang aufgepeppten „Palma Sport & Tennis Club" ist eine Zeitreise. Das 70er-Jahre-Flair, das dem über die Jahrzehnte verrotteten Club vor seiner aufwendigen, mehr als 1,5 Millionen Euro teuren Renovierung durch den schwedischen Hotelier Mikael Landström anhaftete, ist bewusst erhalten worden – vor allem im vom rationalistischen Architekten Francesc Mitjans (1909-2006) Ende der 60er errichteten Hauptgebäude.

„Es ging darum, das ursprüngliche Projekt wiederzubeleben, aber mit der Gegenwart in Übereinstimmung zu bringen", so Architekt Rafel Vidal gegenüber der MZ nach der Präsentation des 10.000 Quadratmetern großen Komplexes, der mit dem Legends-Cups (8. bis 10.10.) eröffnet wird. Im denkmalgeschützten Haupt­gebäude habe man die großen Fensterfronten mit den Verstrebungen aus Leichtmetall erhalten und die spezielle Atmosphäre jener Zeit durch andere Maßnahmen sogar noch akzentuiert. „Wir entfernten Trennwände in den Bädern und entrümpelten einen vollgestellten Innenhof, und jetzt sieht er wieder so luftig aus wie das Francesc Mitjans wollte."

Der hatte immerhin in Barcelona das Camp Nou-Stadion sowie da Hochhaus der Sabadell-Bank und in Palma das Hotel Araxa gebaut – alles betont schlicht, hell und leicht, wie das die Bauhauspioniere in den späten 20ern und 30ern vorgemacht hatten. Der Inneneinrichtung setzte
Mikael Landströms Ehefrau ihren Stempel auf: unter anderem mit Retro-Stühlen im nicht nur für Club-Mitglieder zugänglichen ­Restaurant und mit großformatigen Hände-Skulpturen des US-Amerikaners Luis Gispert, der auch die Legends-Trophäe entwarf. Die Parkettböden aus der Zeit des alten Palma Tenis Clubs wurden belassen.

Ganz fertig ist die gesamte Anlage zwar noch nicht – laut Landström soll das erst Ende Oktober der Fall sein – aber das bis zu 1.000 Zuschauer fassende Stadion und die vier weiteren Plätze sind bereits nutzbar, was auch für den 25 Meter langen Pool, eine Kletterwand, einen hängenden Garten und den ersten Stock im Hauptgebäude mit dem Yoga-Bereich und Räumen für Schönheitsbehandlungen und Maniküre gilt. Im großzügigen Spa-Bereich mit Insel-Kacheln der Firma Huguet aus Campos (MZ berichtete), zwei Kaltwasserbecken, fünf ­blütenweißen Wasserbetten und unter anderem einer finnischen Sauna sowie Kalt- und Heißwasserduschen wird allerdings noch kräftig gewerkelt. Und in einem separaten zweistöckigen Gebäude mit zwei Wohnungen für professionelle Tennisspieler wird ebenfalls noch Hand angelegt und unter anderem Holz aus den österreichischen Alpen verbaut.

Das erste ATP-Legends-Turnier dieser Art in Palma wird das alles nicht beeinträchtigen. Autos sollten allerdings besser unten am „Moll Vell" abgestellt werden, denn der für 50 Pkw ausgelegte Club-Parkplatz ist dann mit Zelten und Kunststoffkonstrukten unter anderem von Sponsoren wie der Möbelkette Rialto Living, Coca Cola, der Juaneda-Klinik oder BMW vollgestellt.

Legends-Turnier u. a. mit Henri Leconte, Pat Cash, Alex Corretja und Thomas Muster vom 8. bis 11.10. Spiele ab 18 Uhr und sonntags ab 16 Uhr. Vormittags ab dem 9.10. Gratis-Jugendturnier „Palma Junior City Cup" Düsseldorf gegen Palma. Karten unter www.ticketea.com und an der Rezeption des Portixol-Hotels.

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