Der Schmerz steckt schon im Namen: Tortour Mallorca

Ein Ereignis, das nichts für Warmduscher ist

16.10.2015 | 14:40
Die Einsamkeit gehört dazu: Ein Teilnehmer der Tortour Mallorca im vergangenen Jahr

Es reicht, sich die Eckdaten anzusehen, um festzustellen, dass die Tortour nichts für Warmduscher ist: zwei Kategorien, 500 und 330 Kilo­meter, Start um 5 Uhr morgens, Ankunft voraussichtlich gegen 22 Uhr. Das ist Radfahren auf Extremniveau. Und dennoch sagt Hape Narr, einer der Organisatoren, seien Kategorien wie mentale Stärke und körperliches Durchhaltevermögen nur Teilaspekte der Herausforderung: „Das Wichtigste ist die gute Organisation. Vor allem, dass man sich nicht verfährt."

Denn das Rennen findet nicht auf abgesteckten Straßen statt. Jeder Teilnehmer bekommt die Routen als GPS-Daten. Dazu gibt es ein Routenbuch als PDF und in gedruckter Form. Wie wer welches Medium benutzt, wird aber nicht vorgegeben. Immerhin, bei der mallorquinischen Variante werde man an entscheidenden Stellen auf der Strecke Hinweisschilder anhängen. Das ist in der Heimat der Tour nicht so üblich.

Begonnen hat die Tortour 2009 in der Schweiz, wo noch heute das Hauptrennen stattfindet. Die Idee kam den Gründern Hape Narr und Joko Vogel, als sie in den USA am „Race across America" teilnahmen, einem Rennen, bei dem die Fahrer einzeln oder in Teams 4.800 Kilometer von Westküste zur Ostküste fahren. Die Einzelfahrer müssen die Strecke in weniger als 288 Stunde, also zwölf Tagen absolvieren. „Wir haben uns überlegt wie man das auf Schweizer Verhältnisse übertragen könnte."

Herausgekommen ist eine Tour rund um die Schweiz. Siebenmal hat das Rennen schon stattgefunden. Die komplette Tour beträgt 1.000 Kilometer, die kürzere Variante, die Challenge, immerhin noch 500. Auf Mallorca ist sie um die Hälfte kürzer, an die Verhältnisse einer Insel angepasst. Das 500 Kilometer-Rennen kann man in Zweier- oder Dreier-Teams oder auch alleine bestreiten, während die Challenge grundsätzlich alleine bestritten wird.

Die mallorquinische Tour startet und endet in Muro. Von da aus geht es durch die Tramuntana über Lluc und Bunyola nach Andratx, von dort aus wieder nach Bunyola und über Porreres nach Cala Millor, bevor es über Can Picafort wieder nach Muro geht. Das ist die kurze Variante. Die 500-Kilometer-­Strecke macht noch ein paar Schlenker mehr durch die Tramuntana und fährt nach dem Checkpoint in Porreres noch in Colònia de Sant Jordi vorbei bevor es nach Cala Millor geht. Los geht es am 16.10. um 5 Uhr, späteste Zielankunft ist am nächsten Tag um 6 Uhr.

Die Teams werden von Fahrzeugen begleitet. An den Checkpoints, die etwa alle 50 Kilometer aufgestellt sind, wechseln die Fahrer. Die Einzelfahrer können sich hier ihre Verpflegung abholen, die sie vor dem Rennen bei den Tourleitern abgegeben haben. Auch das ein Indiz, dass gute Organisation bei diesem Rennen zentral ist.

Es ist bereits die zweite Ausgabe der Tortour auf der Insel. „Wir hatten nach ein paar Jahren das Gefühl, dass die Teilnehmer gerne etwa Neues sehen wollen." Auf Mallorca fiel die Wahl auch, weil Narr vor 20 Jahren als Gruppenleiter beim Schweizer Radtourismusriesen Max Hürzeler arbeitete. „Ein weiterer Vorteil von Mallorca ist, dass man das Rennen hier gut mit einem Urlaub verbinden kann." Vergangenes Jahr hatten sich 30 Teams und Einzelfahrer angemeldet. Dieses Jahr sollen es noch ein paar mehr sein. „Noch haben wir dabei kein rein weibliches Team", sagt Narr. Rund 10 bis 15 Prozent der Teilnehmer sind dieses Jahr Frauen.

Das Schweizer Rennen zieht immer wieder prominente Fahrer an, die sich in Wettkampfpausen fit halten wollen oder in Charityteams fahren. Auch Sportler aus anderen Richtungen, etwa Mountainbike-Fahrer suchen bei dem Extremrennen einen Ausgleich.

Auch die mallorquinische Variante kann dieses Jahr mit einem Namen aufwarten, der einem breiten deutschen Publikum bekannt sein dürfte: Jan Ullrich. Der ehemalige Tour de France-Zweite fährt in einem Team mit Tortour-Mitbegründer Joko Vogel und dem Mitorganisator Roy
Bruderer.

www.tortour.com

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