Vereinssport auf Mallorca, Teil 6: Handball

In den 70er Jahren war der Sport auf Mallorca erstklassig. 16 Vereine und ein umtriebiger Verband arbeiten an der Rückkehr der goldenen Zeiten

29.01.2016 | 16:20
Mit intensiver Jugendarbeit will der Verband den Handball auf Mallorca wieder voranbringen.

Raúl Fullana hat eine Mission: Der Präsident des balearischen Handballverbands will den Sport auf Mallorca wieder zu altem Ruhm verhelfen: „Ich bin mir sicher, dass es genug gute Spieler auf der Insel gibt, um eine Mannschaft für die Erste Liga zusammenzustellen", sagt er.

In den 70er Jahren mischten die Insel-Teams noch in den oberen Ligen des Landes mit. Derzeit sind Mannschaften aus Ibiza die einzigen hochklassigen Vertreter der Balearen in den Hallen des spanischen Festlands. Was auf Mallorca fehle, seien Sponsoren, so der Vorstand. „Eine Erstligamannschaft ist teuer. Ohne finanzielle Unterstützung geht das nicht, das sieht man ja auch an Mannschaften anderer Sportarten, wie Basketballteam Palma Air Europa."

Fullanas Hoffnung ruht denn auch auf schwedischen und deutschen Sportlern, die auf Mallorca leben und arbeiten und sich für ein solches Team engagieren könnten. Aus den Plänen, mit einem der bekanntesten Gesichter des deutschen Handballs zu kooperieren, wurde indes nichts: Fullana hatte den ehemaligen deutschen Nationalspieler und sporadischen Inselresidenten Stefan Kretzschmar 2015 bei der WM in Katar kennengelernt. „Wir wollten unsere Pläne bei einer Partie Golf konkretisieren, aber Stefan konnte dann zum abgemachten Datum nicht auf die Insel kommen", bedauert Fullana, wobei aufgeschoben ja noch nicht aufgehoben heißen muss.

Trotzdem sind die Handballer auf Mallorca ein aktives Völkchen: 16 Vereine gibt es derzeit. Klingt nicht viel, aber immerhin tummeln sich darin gut 800 Spieler. Emilio Renard vom HC Palma hofft, dass künftig wieder mehr Menschen zum geharzten Ball greifen: „Wir sind ein kleiner Verband, aber wir wollen wachsen." Der größte Verein ist mit gut 200 Spielern und Nachwuchsmannschaften aller Altersklassen der Club Handbol Mata de Jonc in Palma. Er kooperiert eng mit der gleichnamigen Schule, arbeitet ­ansonsten aber als eigenständiger Club. Raúl Fullana lobt die Handball-Gemeinschaft für ihren sozialen Zusammenhalt: „Handball fördert Freundschaften – es ist ein nobler Sport", sagt er. Die bekanntlich etwas härtere Gangart auf dem Feld dürfe man nicht mit Aggressionen verwechseln: „Physischer Kontakt im Sport hat nichts mit Gewalt zu tun."

Der Nachwuchs
Die Kinder- und Jugendarbeit ist eine tragende Säule des Verbands: „Ich konzentriere mich auf die Basis, um Talente frühzeitig zu erkennen und zu fördern", sagt Fullana. Der Wettkampfbetrieb startet im Alter von acht bis neun Jahren mit den benjamines. In diesen Mannschaften und in der nächsten Stufe, den alevines, spielen Jungen und Mädchen noch gemeinsam. Bei den 11- bis 13-Jährigen (infantil) gibt es dann Ligen für beide Geschlechter. Bis zu den cadetes (14-15 Jahre) treten die Jugendteams ausschließlich in den regionalen Ligen an und tragen den Betrieb auf den balearischen Inseln aus. „Der Aufwand und die Kosten werden sonst zu hoch", sagt Fullana. Die ältesten unter den Nachwuchsmannschaften, nämlich die der 15- bis 17-jährigen juveniles, spielen auch gegen Teams vom Festland.

Die Aktiven
Die aktiven Mannschaften auf Mallorca tragen ihre Partien ausschließlich untereinander und im interinsularen Wettkampf aus. „Wir freuen uns immer über neue Spieler", sagt Fullana. „Wer Lust hat, kann sich jederzeit bei uns melden."

Die Veteranen
Die veteranos auf Mallorca haben es nicht leicht, zumindest, wenn sie sich dem aktiven Spielbetrieb widmen wollen. Denn es gibt nicht genug Handballer über 35 Jahre, um mit ihnen einen eigenen Ligabetrieb aufzubauen. Das bedeutet: Sie müssen mit den Aktiven spielen oder sich dem Training widmen. Immerhin haben die Veteranen einen eigenen Verein gegründet: Avebal, der sich inzwischen zu einem Club für alle Altersklassen entwickelt hat.

Beachhandball
Wo sonst, wenn nicht auf Mallorca? Für eine Liga reicht es nicht, aber im Sommer will Fullana ein Turnier in Alcúdia organisieren.

Kosten
Wer sich einem möglichst günstigen Mannschaftssport widmen möchte, ist beim Handball genau richtig: „Bei uns zahlen die Spieler keinen Cent", sagt Fullana. Selbst die Kosten für den Ligabetrieb sind über Fördermittel der Balearen-­Regierung abgedeckt.

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