Vereinssport auf Mallorca: Wege der Kampfkunst

Werfen, schlagen, treten, aber mit Disziplin und Respekt – allein die Judo-, Karate- und Taekwondo-Vereine auf Mallorca haben etwa 4.400 Mitglieder

26.02.2016 | 18:32
Ben und NIki (re.), zwei mallorquinische Judo-Talente auf einem Archivbild von 2012.

Die Faszination asiatischer Kampfsportarten geht nicht zuletzt davon aus, dass sie Körper und Geist, physische und mentale Stärke verknüpfen. Wer seinen inneren Bruce Lee aktivieren oder sich schlagkräftig fit halten möchte, hat auf Mallorca vielfältige Möglichkeiten. Allein in den Vereinen der drei großen Kampfsportarten Judo, Karate und Taekwondo sind rund 4.500 Athleten registriert.

Judo – der sanfte Weg
Die Wurzeln des japanischen Kampfsports mit dem Leitsatz „Siegen durch Nachgeben" reichen bis ins 7. Jahrhundert zurück. Zu Beginn der 60er Jahre kam Judo nach Mallorca, 1964 zählte es erstmals zu den olympischen Sportarten, 1966 eröffnete Jordi Boixo den Judo Club Palma. Derzeit gibt es auf der Insel 16 Clubs, in denen rund 2.500 Sportler aktiv sind.

Nachwuchs
Nicht zuletzt das mentale Training im Judo sorgt dafür, dass rund 1.500 Schüler auf mallorquinischen Matten sachgemäßes Hebeln und Fallen lernen. „Das Wichtigste im Judo ist Ruhe. Viele Ärzte schicken Kinder mit ADHS zu uns, damit sie lernen, ihre Energien zu steuern und ihre Koordination zu verbessern", sagt Miguel Ángel, der Präsident des balearischen Judoverbands. Das Training beginnt schon ab drei Jahren, mit neun Jahren gehen die Kinder in den Wettkampfbetrieb, der sich in allen Kampsportarten nach Alter, Gewicht und Geschlecht aufteilt.

Aktive und Veteranen
Mallorcas Judoka sind spanienweit erfolgreich. „Judo ist ein optimaler Sport, um sich in jedem Alter fit zu halten", so Miguel Ángel. Das liege an der isometrischen Arbeit, bei der ein Muskel lediglich seine Spannung, nicht aber seine Länge ändert.

Kosten
Je nach Alter und Trainingshäufigkeit 29 bis 45 Euro pro Monat.

Karate – Weg der leeren Hand
Im 19. Jahrhundert verschmolzen in Okinawa einheimische mit chinesischen Techniken. Im Karate bzw. Karatedo – japanisch für „Weg der leeren Hand" – sind insbesondere Schlag-, Stoß-, Tritt-, Block- sowie Fußfegetechniken typisch. „Wir trainieren Schnelligkeit, Explosivität und absolute Kontrolle", sagt José del Pozo, stellvertretender Präsident des balearischen Karate-Verbands und Delegierter für Mallorca. Rund 900 Sportler in mindestens 16 über die ganze Insel verteilten Vereinen sind beim Verband gemeldet.

Nachwuchs
Manche Karate Kids fangen bereits mit vier Jahren an zu trainieren, ab fünf Jahren treten sie in der Einzeldisziplin Kata auch in Wettkämpfen an. Erst ab acht Jahren tragen sie Kämpfe mit Gegnern (Kumite) aus. Wegen der hohen Verletzungsgefahr unterliegen diese strengen Auflagen, und die Sportler tragen grundsätzlich in allen Altersklassen Zahnschutz und weitere Protektoren.

Aktive und Veteranen
Im Gegensatz zum Nachwuchs dürfen ältere Sportler fester zuschlagen und mehr Kontakt zum Gegner suchen. Während die Aktiven nicht nur auf den Balearen, sondern auch national und international erfolgreich sind, müssen die Veteranen direkt spanienweit antreten: Für sie gibt es auf den Inseln keinen Wettkampfbetrieb.

Kosten
30-40 Euro pro Monat für Kinder und 40-50 Euro für Erwachsene.

Taekwondo – der Weg der Hand- und Fußtechnik
Taekwondo zählt zu den drei erfolgreichsten Sportarten balearischer Athleten. Auf Mallorca kann man den koreanischen Kampfsport mit den ausgefeilten Fußtechniken direkt bei den Weltmeistern und Olympioniken Juan Antonio Ramos und Brigitte Yagüe trainieren. Insgesamt gibt es 25 Clubs mit knapp 1.000 Mitgliedern. Wie im Karate teilt sich der Turniersport im Taekwondo in Kampf- und Technik­kategorien auf.

Nachwuchs
Auch im Taekwondo beginnen die Athleten früh: Sogar für Sportler unter sechs Jahren gibt es einen Wettkampfbetrieb. Ab 14 Jahren treten die Jugendlichen dann national und international an.

Aktive und Veteranen
Erwachsene finden vor allem in Palma ein dichtes Netz an Taekwondo-Clubs. „Es gibt für jeden das passende Niveau", sagt Antonio Navas, der technische Direktor des Leistungszentrums in Palma, das seit 2008 jeweils zehn Taekwondo-Talente über Stipendien fördert.

Kosten
Kinder zahlen 25-30 Euro im Monat, Erwachsene etwa 60 Euro.

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