Rafa Nadal Academy: Das Zentrum nimmt Gestalt an

Der Tennis-Weltranglistenfünfte Rafael Nadal hat viel Geld in die Hand genommen, um in seiner Heimatstadt Manacor eine Sport-Akademie
zu bauen. Der Eröffnungstermin steht kurz bevor. Ein Baustellenbesuch

01.05.2016 | 10:56
Sieht aus wie ein Entwurf, ist aber ein Foto: die neuen Greenset-Plätze.
Sieht aus wie ein Entwurf, ist aber ein Foto: die neuen Greenset-Plätze.

Es ist Montagvormittag, und wer über die Baustelle der Rafa Nadal Academy in Manacor geht, hat das Gefühl, halb Manacor arbeitet zurzeit an der Fertigstellung des Zentrums an der Landstraße Richtung Cales de Mallorca. Ein Lastwagen nach dem anderen biegt in die Einfahrt neben dem Sportgelände Torre dels Enagistes ab, Arbeiter laden Rohre ab, schleppen Bauzäune, schneiden Bodenplatten. Auf dem Gelände wuselt es nur so, von weiter weg sieht es so aus, als bewegten sich die Bauarbeiter mit ihren gelben Helmen wie Spielfiguren.

„Mehr als 200 Leute arbeiten momentan gleichzeitig auf der Baustelle", erklärt Projektleiter Victor Barreira, der später auch der Geschäftsführer des Komplexes sein wird. „Aber es werden demnächst noch ein paar mehr, das Eröffnungsdatum rückt ja doch schnell näher." Genau genommen sind es nur noch etwas mehr als 30 Tage, denn am 1. Juni soll die Sportanlage, die wohl eine gewaltige Strahlkraft über Mallorca hinaus haben dürfte, offiziell eröffnet werden. Dass bis dahin sicher noch nicht jeder Stein da sitzt, wo er hingehört – geschenkt. Doch zumindest die groben Arbeiten an dem Zentrum, für das der Tennis-star selbst im November 2014 den Grundstein gelegt hat, sollen abgeschlossen sein.

Kein Wunder, dass Victor Barreira ein wenig nervös über das Gelände hetzt und vor allem die bereits fertigen Bestandteile ins Bild gesetzt wissen will. Gut sieht es vor allem bei den Plätzen aus. Fast alle der insgesamt 26 Tennisplätze sind fertig, 18 davon Greenset, eine Art Kunstharz, das unter anderem bei den World Tour Finals und bei verschiedenen Masters-Turnieren genutzt wird. Die restlichen Felder haben einen Sandbelag, eine Halle mit Hartplatz steht ebenfalls zur Verfügung. Eingerahmt werden die Tennisplätze von zwei markanten Bauten, einer davon in L-Form, dazwischen liegen ein Außenschwimmbad und der Centre Court, auf dem Rafael Nadal höchstpersönlich trainieren wird, wenn er in Manacor ist. „Er wird so oft wie möglich da sein", sagt Barreira.

Im blauen Gebäude an dem der Stadt zugewandten Ende des Areals werden ab Sommer die Schüler untergebracht, die die Tennis-Ferienkurse der Academy besuchen, bevor ab September mit Beginn des neuen Schuljahres auch die American International School of Mallorca ihre Pforten öffnet; zunächst für Schüler ab der Mittel- und Oberstufe, ab dem Schuljahr 2017/18 dann auch für die Unterstufe. Unterrichtet werden die Sprösslinge nach amerikanischem Lehrplan und natürlich auf Englisch. Die Lehrerschaft, so Barreira, sei dementsprechend international: „Amerikaner, Briten, Deutsche, Holländer. 15 sind es insgesamt." Die Auswahlgespräche laufen noch.

Das Gebäude ist nahezu fertig­gestellt, in den kommenden Wochen müssen die Laboratorien bestückt und die 70 Zimmer für die künftigen alumnos eingerichtet werden. Bis zu 140 Jugendliche finden in der Akademie Platz und können neben der Schulbildung gleich noch eine professionelle Tennisausbildung mitnehmen. Vorausgesetzt, ihre Eltern können sich das leisten. Bis zu 56.000 Euro im Jahr werden für die Ausbildung fällig. Auch deswegen wirbt die Akademie in ganz Europa für ihre Dienste.

Auf der anderen Seite des über 40.000 Quadratmeter großen Areals liegt das Gebäude in L-Form, in dem unter anderem eine eigene Klinik für Sportverletzungen untergebracht sein wird, die die private Juaneda-Gruppe betreibt. Sie wird öffentlich zugänglich und nicht nur den Academy-Mitgliedern vorbehalten sein. Daneben gibt es weitere 70 Zimmer für Sportler oder Mannschaften, die ihr Trainingslager in der Akademie verbringen – oder auch für wohlhabende Eltern, die hier Sport­ferien machen, während ihre Kinder einen ein- oder mehrwöchigen Tenniskurs absolvieren.

Das Schmuckstück des Zentrums ist aber ohne Zweifel der kreisrunde Eingangsbau, in dem das Rafa-Nadal-Museum untergebracht werden soll. „Da gibt es nicht nur Trophäen und persönliche Gegenstände von Rafa, sondern von vielen anderen Sportlern zu sehen", sagt Barreira. Unter anderem stelle Fernando Alonso einen original Formel-1-Wagen zur Verfügung. Auf den Plänen sieht das künftige Museum spektakulär aus. Neben der Trophäensammlung entsteht im Untergeschoss eine sogenannte experience zone, in der die Besucher an Simulatoren Hockey, Klettern, Tennis, Fußball oder Mountainbike ausprobieren können. Das gesamte Untergeschoss wird mit modernen LED-Wänden bestückt sein und soll vor allem ein visuelles Erlebnis werden. Der Eintritt wird für Erwachsene 22 Euro und für Kinder unter zwölf Jahren 12 Euro betragen. Die Einnahmen flössen vollständig an die Rafael-Nadal-Stiftung, die sich um sozial Benachteiligte Jugendliche kümmert, sagt Barreira.

Der Tennisstar hat sich seine Akademie jedenfalls einiges kosten lassen. Wie viel genau, will Barreira nicht verraten. 15 Millio­nen Euro waren geplant, doch Beobachter sprachen schon vor Baubeginn angesichts der Dimensionen dieses Projektes von einer utopischen Summe. „Aber ein dreistelliger Millionenbetrag ist es nicht geworden", sagt der Geschäftsführer. „Es war deutlich weniger."

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