Mallorcas Vereine, Teil 24: Vom Wind getrieben

Auf den Balearen gibt es 34 Segelclubs. Ausländer sind unter den Aktiven eher rar gesät

03.06.2016 | 15:11
Großes Talent: Conrad Konitzer, Sohn deutscher Residenten, bei einer Regatta vor Mallorca.
Großes Talent: Conrad Konitzer, Sohn deutscher Residenten, bei einer Regatta vor Mallorca.

Ein Sohn deutscher Residenten macht gerade bei Mallorcas Seglern Furore: Mit seinem Optimist gewann der 14-jährige Conrad Konitzer (Club Nàutic s´Arenal) vergangenes Wochenende (14./15.5.) wieder eine Regatta. Es war der bereits vierte Sieg in der diesjährigen „Setmana de la Vela"-Serie. Betreuerin Cristina Gil hält denn auch große Stücke auf ihn. „In den vergangenen vier Monaten war er ständig ganz oben dabei", so die Segellehrerin zur MZ. „Er will sich für die WM im August in Portugal qualifizieren."

Conrad Konitzer ist allerdings nur einer von ganz wenigen Deutschen, die in den 33 auf den Balearen praktizierten Segelsport-Kategorien wettbewerbstechnisch mitmischen. „Deutsche wie auch andere Ausländer sind in den Clubs leider dünn gesät", sagt Miquel Salom vom Verband Federación Balear de Vela.

Bei den jungen Erwachsenen ist Joan Cardona, der in der olympischen Laser-Kategorie aktiv ist, derzeit das Maß aller Dinge auf Mallorca. In den 90er-Jahren hatten die Mallorquiner Jordi Calafat (1992) und José Luis „Pepote" Ballester (1996) Olympia-Medaillen geholt.

Die Aktiven
Im vergangenen Jahr erteilte der balearische Segelverband insgesamt 2.278 Seglern eine Lizenz. Sie verteilen sich über insgesamt 34 Clubs auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera. Am bekanntesten ist der Real Club Náutico in Palma, der Leib- und Magenverein der spanischen Königsfamilie. Nicht mitgezählt werden vom Verband jene Segler, die aus Spaß an der Freude ­unterwegs sind und diese Lizenz deshalb nicht brauchen.

Die Regatten
Eine Regatta besteht in der Regel – egal in welcher Kategorie – aus drei Turns à 45 Minuten pro Tag, wobei die Distanz umso länger ist, je stärker der Wind weht. „Wichtig ist, dass man in dieser Zeit mit möglichst wenigen Fehlern und entsprechend vielen Punkten ins Ziel kommt", erklärt Salom.

Regatten werden besonders in den wärmeren Monaten fast an jedem Wochenende ausgetragen. Um dort mitzumachen, muss man allerdings erst einmal viel lernen. Erwachsene Anfänger kommen in der Regel in die Kategorie J 80, wobei die Kurse mit mehreren Schülern in einem Boot und einem Lehrer beginnen. Erst später darf man allein auf die Boote, die in der Regel vom jeweiligen Club gestellt werden. „Wenn man sich anstrengt, kann man die nötigen fünf Levels in fünf Wochen schaffen", so Miquel Salom. Häufig aber braucht es mehrere Sommer, um sich für Regatten fit zu machen.

Der Nachwuchs
Kinder werden schon ab dem sechsten Lebensjahr für die „Optimist"-Boote akzeptiert. Sie sind eingeteilt in drei Alterskategorien: sub 11, sub 13 und sub 15. Wer älter als 15 ist, kommt in die sub-21-Kategorie der olympischen Klassen.

Die Kosten
Für eine Kurswoche in einem Segelclub werden an die 100 Euro fällig. Hinzu kommen Kosten für die Anmietung von Liegeplätzen bei größeren Booten und für Spezial-Kleidung und Schuhe. Ein Neoprenanzug kann mit 500 Euro zu Buche schlagen. Wer sich etwa einen eigenen Optimist zulegen will, zahlt bis zu 1.500 Euro. Verglichen damit ist die vom Verband ausgestellte Jahreslizenz mit 60 Euro pro Erwachsenem günstig.

Wer darüber hinaus Mitglied eines Clubs werden will, muss für den Zugang mehrere Tausend Euro zahlen. Der Real Club Náutico in Palma etwa verlangt eine cuota de acceso (Zugangsgebühr) von 12.000 Euro – verglichen mit anderen spanischen Clubs ein fast bescheidener Betrag. Zusätzlich werden dann auch noch 23 Euro Mitgliedsgebühr fällig.

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