Mallorcas Vereine, Teil 25: En garde

Es sind nicht viele, die auf Mallorca fechten, aber sie tun es mit sportlicher oder historischer Leidenschaft

08.06.2016 | 08:44
Ausnahmsweise ohne Schutzanzug: Fechter zieht in Palma Übungseinheit durch.
Ausnahmsweise ohne Schutzanzug: Fechter zieht in Palma Übungseinheit durch.

Wer sich auf Mallorca dem Fechtsport widmen will, kann dies herkömmlich mit dem Florett, dem Säbel und dem Degen tun oder auch nach mittelalterlicher spanischer, französischer oder italienischer Tradition. Hier kommt zusätzlich das Schwert zum Einsatz. Die erste Variante wird vom Club Balear d´Esgrima in Palma angeboten, dessen Mitglieder in der Sportanlage Germans Escalas in Palma trainieren. Wer sich fürs Historische interessiert, ist im Club Mallorca de Esgrima bestens aufgehoben (Adressen und Kontakte siehe unten). Die dort eingeschriebenen Sportler trainieren in der ebenfalls in Palma liegenden Schule Gabriel Vallseca und im Sportzentrum Marratxí.

Einen balearischen Fechtverband gibt es bislang nicht, die hiesigen Vereine orientieren sich direkt an dem in Madrid angesiedelten nationalen Verband Real Federación Española de Esgrima.

Die Aktiven
Über Gebühr populär ist das Fechten auf der Insel nicht. Lediglich knapp 100 Aktive üben sich in den beiden Hauptclubs und etwa vier winzigen weiteren Vereinen, allesamt in Palma. „Anders als viele denken, ist dieser Sport aber nicht gefährlich", sagt die Holländerin Paulien Close, Trainerin im Club Balear d´Esgrima, wo montags, mittwochs und freitags an den Abenden in Gruppen von höchstens zehn Sportlern gefochten wird. „Ich würde sogar sagen, dass Fußball risikoreicher ist." Wichtig sei, sich voll konzentrieren zu können und gleichzeitig physisch stark genug zu sein, um lange durchhalten zu können. Hinzu komme die Fähigkeit, blitzschnell präzise zielen zu können. „Es sieht relativ einfach aus, ist es aber nicht", so die Trainerin. Wer den Sport nicht perfekt beherrsche, sei schnell frustriert. „Gut wird man erst nach jahrelanger Übung." Der Club organisiert zwei Turniere pro Jahr und stellt das Material in den ersten drei Monaten zur Verfügung. „Das ist eine Schnupperzeit, während der man für sich herausfinden kann, ob man diesen Sport länger treiben will." Danach sollten sich die Fechter nach und nach selbst eindecken.

Auch der nach anderen Regeln verfahrende Club Mallorca de Esgrima organisiert ab und zu Turniere. „Bei uns dürfen auch Arme und Beine eingesetzt werden und man kann sich auf den Boden werfen", sagt Trainer Rafael Cortés Llaneras. Bei ihm könne man erlernen, wie die drei Musketiere einst kämpften. „Historische Kostüme benutzen wir aber nicht, sondern die vorgeschriebene Schutzkleidung."

Der Nachwuchs
Früher wurde auf Mallorca Kindern erst ab zwölf Jahren erlaubt, dem Fechtsport im Club d´Esgrima zu frönen. Doch nachdem sich Trainer José Vázquez verabschiedet hat und neben Paulien Close mit Alain Sánchez noch ein weiterer Coach im Einsatz ist, können schon Achtjährige angemeldet werden. Unterteilt sind die Kinder und Jugendlichen in zwei Gruppen (8 bis 12 Jahre und 13 bis 17 Jahre). Ab 18 gehört man zur Erwachsenenkategorie. Auch beim Musketierclub werden Kinder schon ab acht Jahren akzeptiert.

Die Kosten
Das Fechten ist kein allzu teurer Sport. Die Mitgliedschaft im Club d´Esgrima kostet 40 Euro im Jahr. Hinzu kommen Trainingsgebühren in Höhe von 31 Euro pro Monat für Minderjährige und 40 Euro für Erwachsene. Im Club, wo nach ­historischer Tradition gefochten wird, ist man mit lediglich 20 Euro im Monat insgesamt dabei. Das Material hält lang: 70 bis 100 Euro kostet ein Schwert, ein Degen, ein Säbel oder ein Florett.

Eine Schutzmaske schlägt mit 50 Euro zu Buche, für den Schutzanzug müssen bis zu 150 Euro berechnet werden. Mehr als 350 Euro sollte eine Ausrüstung insgesamt nicht kosten.

Wer sich mit dem Fechten vertraut machen möchte, kann dies am Samstagvormittag (28.5.) bei einer von der Stadt Palma organisierten Vorstellung von Sportarten in der Sport-Anlage Son Moix in Palma.

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