Ligastart für Real Mallorca: Treffen sich 14 Ex-Erstligisten

Der Inselclub will endlich zurück in die Primera División. Das dürfte dieses Jahr noch schwieriger sein als sonst

11.11.2016 | 02:30

Aller guten Dinge sind vier. So hoffen es die Verantwortlichen des Fußball-Zweitligisten Real Mallorca vor der vierten Saison in der Zweiten Liga seit dem Abstieg nach der Saison 2012/13. Mit einem zumindest auf dem Papier sinnvoll verstärkten Kader geht es ab Samstag (20.8.) wieder um Punkte für den Aufstieg. Um 21 Uhr steht im Stadion von Son Moix die erste Partie gegen den Aufsteiger aus Reus an.

Um im Angriff noch mehr Optionen zu haben, ist der Club Ende vergangener Woche noch zweimal aktiv geworden. Zunächst verpflichtete Sportdirektor Javier Recio den Mittelstürmer Dejan Lekic vom Zweitliga-Konkurrenten aus Girona. Der 1,93 Meter große Serbe soll die Hauptlast im Angriff übernehmen und durch seine Größe vor allem im Kopfballspiel für Gefahr sorgen. Lekic hatte in der Saison 2013/14 für Sporting Gijón zwölf Tore in einer Saison erzielt. Und als überraschende Zugabe kam einen Tag später sogar noch der mallorquinische Stürmer Adrián Dalmau von Numancia Soria. Dem erst 22 Jahre alten Spieler wird eine große Zukunft vorhergesagt, sollte er seine Leistungen stabilisieren können.

Der RCD geht nach sechs Wochen Vorbereitung und dem letzten Spiel gegen Granada in eine Saison, in der es vor namhaften Gegnern nur so wimmelt. Selten dürfte die Zweite Liga an der Spitze derart ausgeglichen gewesen sein wie in diesem Jahr. 14 der insgesamt 22 Mannschaften spielten in der Vergangenheit bereits in der Primera División. Die MZ wirft einen Blick auf fünf der Hauptkonkurrenten um die vorderen Plätze.

UD Levante: Wahrscheinlich der Hauptfavorit auf den Aufstieg in die Primera División. Der Club aus Valencia kommt wie die anderen beiden Absteiger auch in den Genuss einer millionenschweren Abstiegsversicherung. Levante scheint diese vielversprechend in neues Personal investiert haben. Trainer ist der erfahrene Juan Ramón López Muñiz, der bereits in den Vorjahren bei AD Alcorcón gute Arbeit geleistet hat. Vor allem die beiden jüngsten Wechsel zum Club zeigen die Ambitionen in Valencia.
José Campaña kam vom italienischen Erstligisten Sampdoria Genua, obwohl ihn der Trainer dort unbedingt behalten wollte. Campaña trug bereits das Trikot des 1. FC Nürnberg und von Crystal Palace in England. Mit ihm kam Paco Montañés nach Valencia, ein ebenfalls erstligaerfahrener Spieler. Montañés war vergangene Saison Teamkollege des Mallorquiners Marco Asensio bei Espanyol Barcelona. Dazu gesellen sich noch klangvolle Namen wie Natxo Insa oder Chema Rodríguez, zwei erfahrene Haudegen von Alcorcón. Findet das Team, in dem der Mallorquiner Víctor Casadesús spielt, zusammen, dürfte es schwer zu besiegen sein.

Getafe CF: Der Club aus der Ma­drider Vorstadt war die vergangenen zwölf Spielzeiten ununterbrochen in der Primera División zu Hause und blickt auf erfolgreiche Zeiten im UEFA-Pokal und der Europa League zurück. Für die Vergangenheit kann man sich zwar nichts kaufen, aber der Club wird dennoch als Favorit für die direkte Rückkehr in den Elitefußball gehandelt. Aufsehen erregte Getafe unter anderem mit der Verpflichtung von Verteidiger Johannes van den Bergh. Der gebürtige Viersener kam vom Bundesligisten Hertha BSC Berlin und hat 200 Bundesligaspiele auf seinem Konto. Vom MSV Duisburg wechselte Rolf Feltscher, Sohn eines Schweizers und einer Venezolanerin, zu Getafe. Während die große Mehrheit aller Transfers in der Zweiten Liga ablösefrei abliefen, nahm Getafe die rekordverdächtige Summe von zwei Millionen Euro in die Hand, um Torjäger Stefan Scepovic zu verpflichten. Der Serbe spielte bereits zu Erstligazeiten in Getafe und war vergangene Saison an Celtic Glasgow ausgeliehen.

Rayo Vallecano: Der dritte Absteiger im Bunde gehört ebenso zu den Aspiranten auf den Wiederaufstieg. Das Team aus Madrid musste einige Spieler abgeben und hat bisher noch keine so vielversprechenden Fänge gelandet wie die beiden anderen Absteiger. Dennoch wird mit Rayo gerechnet – auch aufgrund der treuen Anhängerschaft. Der Club hat eine für die Zweite Liga rekordverdächtige Zahl von 9.000 Dauerkarten­inhabern erreicht.

Real Oviedo: Der Aufsteiger aus dem vergangenen Jahr hat nach einer erfolgreichen Saison in dieser Spielzeit den Aufstieg endgültig im Blick. Das Team, das der mexikanische Multimilliardär Carlos Slim vor dem Verschwinden bewahrt hat und weiterhin finanziert, ist ab der kommenden Woche für den Glamour in der Zweiten Liga zuständig. Als Trainer hat man in Asturien niemand Geringeren als den ehemaligen Kapitän der spanischen Nationalmannschaft und Real-Madrid-Star Fernando Hierro verpflichtet. Seine Mission ist erklärtermaßen, den Traditionsverein in die Erste Liga zurückzuführen. Zwar ist dafür eine Frist von drei Jahren geplant, doch wer Slim kennt, der weiß, dass es ihm nicht schnell genug gehen kann.

Cádiz CF: Auch der Aufsteiger aus Andalusien geht mit großen Ambitionen in die Zweitliga-Saison. Die Verpflichtungen deuten an, dass die Südspanier nicht nur den Klassen­erhalt anstreben, sondern die Zweite Liga eher als Durchgangsstation sehen. Bestes Beispiel: Der erfolgreichste Torjäger von Real Mallorca in der vergangenen Saison, Alfredo Ortuño, nahm ein Angebot aus Cádiz an. Dazu gesellte sich mit Gorka Santamaría von Absteiger Bilbao Athletic ebenfalls der Top-Torschütze. Keine Experimente also in Cádiz, wo man verstanden hat, dass in der Zweiten Liga verlässliche Torjäger das A und O sind.

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