Xavi Sastre: "Uns fehlen die großen Namen"

Der Basketballtrainer und Sportdirektor von Palma Air Europa über die neue Saison

07.10.2016 | 14:40
Muss notgedrungen tiefstapeln: Xaxi Sastre, Trainer und Sportdirektor von Palma Air Europa, bei einem Time-out.

Anfang des Jahres lief es beim selbst erklärten Aufstiegsaspiranten Palma Air Europa so schlecht, dass Sportdirektor Xavi Sastre Trainer Ángel Cepeda rausschmiss und selbst das Ruder übernahm. Danach legte er in der zweiten spanischen Basketball­liga LEB Oro erst einmal eine Serie von fünf Niederlagen hin. Das Team beendete die Saison auf dem zehnten Platz. Auch in der Generalprobe zur neuen Spielzeit gab es am Samstag gegen Zenit Sankt Petersburg eine 65:88-Pleite. Vor der ersten Begegnung gegen Gipuzkoa Basket (67:75) sprach die MZ mit dem Sportdirektor und Trainer über die Kaderzusammenstellung, die Ziele für die neue Saison und den mallorquinischen Basketballnachwuchs.

Gab es Pläne in der Sommerpause einen neuen Trainer zu verpflichten?
Nein, warum?

Sie haben die Play-offs weit verfehlt und sind der einzige sportliche Verantwortliche.
Ja, ich habe beide Ämter inne. Es ist jetzt nicht das erste Mal im Sport, dass Sportdirektor und Trainer in einer Person vereint sind. Ich habe mich mit dem Vorstand zusammengesetzt und er hat meinen Vorschlag akzeptiert. Es ist mehr Verantwortung und Druck, aber das halte ich schon aus.

Ist Trainer Sastre mit dem Kader zufrieden, den ihm Sportdirektor Sastre zur Verfügung gestellt hat?
(lacht) Als Sportdirektor hab ich mir selbst einen vollkommen anderen Kader als in der Spielzeit zuvor gegeben. Der Spieleretat wurde um 30 Prozent gekürzt. Als Offizieller muss ich immer sagen, dass ich zufrieden mit dem Kader bin. Aber Fakt ist: Uns fehlen dieses Jahr die großen Namen. Meine jetzigen Spieler waren vergangenes Jahr größtenteils Ersatzspieler. Das versuche ich mit dem Kollektiv auszugleichen.

Warum fehlt diese Saison die individuelle Qualität?
Die guten Spieler der vergangenen Saison können wir uns jetzt nicht mehr leisten. Mit der Fluggesellschaft Air Europa ist aber doch ein finanzstarker Sponsor vorhanden. Spanien steckt noch in der Wirtschaftskrise, und da müssen auch wir uns anpassen.

Legen Sie da den Fokus mehr auf die Nachwuchsarbeit?
Ich habe gute Beziehungen zum Nachwuchsleistungszentrum in Palma und bin mit dem Direktor befreundet. Immer wenn es einen talentierten Spieler gibt, schauen wir, ob er was für die erste Mannschaft ist.

Warum ist die Anzahl der Mallorquiner dieses Jahr dann so gering?
Mit Toni Vicens haben wir einen mallorquinischen Spieler in der ersten Mannschaft. Die zweite Mannschaft ist dafür voll mit 17- und 18-jährigen Spielern von der Insel.

Aber nur in der B-Mannschaft. Fehlt es Mallorca an Qualität im Basketball?
Nein, im Gegenteil! Die Qualität steigt. Wir könnten ein Team nur aus Mallorquinern bilden, das in der Euroleague spielen könnte. Das Problem ist, dass Palma nicht die Mittel hat, um die Talente in den eigenen Reihen zu halten. Ich bin seit drei Jahren Sportdirektor, und jedes Jahr wurde uns ein starker Nachwuchsspieler weggekauft. Einer nach Barcelona, einer nach Madrid und einer nach Fuenlabrada – alle in der ersten Liga.

Überwiegt da nicht der Stolz, dass die Spieler den Durchbruch geschafft haben?
Natürlich bin ich stolz darauf! Aber auf der anderen Seite konnte unsere erste Mannschaft nie von ihrem Können profitieren.

Keine Stars und keine Jugend. Mit welchem Ziel gehen Sie da in die Saison?
Wir versuchen, in jedem Spiel mit dem Gegner mithalten zu können. Wenn ich dieses Jahr auf die
anderen Teams schaue, wird mir klar, dass nach oben nicht viel geht. Wir werden uns am Ende zwischen dem 8. und 14. Platz wiederfinden. Mit etwas Glück erreichen wir über den achten Platz die Play-offs.

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