Das kleine Dressur-Einmaleins

Am Wochenende tritt auf Es Fangar die Reiterelite an. Ein Guide zum Mitreden

07.10.2016 | 02:30
Gut gemacht: Eine Reiterin streichelt auf Es Fangar ihr Pferd nach einer Prüfung.

Dressur, so sagt Julia Basic von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, sei im Grunde nichts anderes, als die natürlichen Bewegungen der Pferde auf der Weide punktgenau vor den Preisrichtern abzurufen. „Das Ziel ist dabei die größtmögliche Harmonie von Pferd und Reiter. Der Reiter soll generell so fein und unmerklich wie möglich auf das Tier einwirken."

Besucher der nahe Felanitx im Osten der Insel gelegenen Finca Es Fangar können sich am Wochenende (7.–9.10.) ein Bild davon machen, wie das die internationale Elite des Dressursports hinbekommt. Auch einige Teilnehmer bei den Olympischen Spielen in Rio treten beim Turnier „Balearen Tour – Dressur Pur" an. Julia Basic und Es-Fangar-Sprecherin Gabriele Kofler erklären für Dressur-Laien die wichtigsten Aspekte, um an der Bahn nicht wie der Ochs vorm Berg zu stehen.

Der Turnieraufbau
Zunächst gilt es zu wissen, dass ein internationales 5-Sterne-Turnier aus drei Kategorien besteht. Für alle Teilnehmer ist es Pflicht, zu Beginn den sogenannten Grand Prix zu reiten, eine rund fünfeinhalbminütige Prüfung. An die schließt sich für die 15 besten Teilnehmer entweder der Grand Prix Special oder die Kür an. Das dürfen sich die Reiter, die sich qualifiziert haben, selbst auswählen. Auf Es Fangar wird der Grand Prix am Freitag, die Kür am Samstag und der Grand Prix Special am Sonntag geritten. Während beim Grand Prix und beim Grand Prix Special die Vorgaben und die Musik für alle gleich sind, hat der Reiter bei der Kür die Möglichkeit, eigene Elemente mit einzubringen und die Musik auszuwählen. Wir konzen­trieren uns an dieser Stelle auf den Grand Prix.

Der Grand Prix startet mit dem Einreiten auf der 20 mal 60 Meter großen Bahn, also dem Rechteck, in dem der Wettkampf abgehalten wird. Von der Mitte der kurzen Seite muss das Pferd bis zum Bahnmittelpunkt reiten, der mit dem Buchstaben X gekennzeichnet ist. Dort muss der Reiter sein Pferd anhalten und grüßen. Applaus der Zuschauer wäre hier fehl am Platze, um das Pferd nicht zu verschrecken. Dann beginnt der Grand Prix, in dessen Verlauf Pferd und Reiter 33 sogenannte Lektionen reiten müssen. Lektionen werden diese charakteristischen Figuren genannt:

Traversalen: So nennt man die Vorwärts-seitwärts-Bewegung im Trab oder Galopp entlang einer gedachten diagonalen Linie. Das Pferd überkreuzt bei der Bewegung jeweils das innere Vorder- und Hinterbein.

Passage: Die aus dem Imponiergehabe des Hengstes abgeleitete Bewegung besteht darin, dass der Trab in verzögerten Tritten mit einer verlängerten Stützbeinphase – man nennt sie auch Hangbeinphase – ausgeführt wird. Das Pferd scheint dabei vorwärts zu hüpfen. Die eigentliche Schwebephase, also die Zeit, in der keiner der vier Hufe den Boden berührt, ist äußerst kurz.

Piaffe: Dabei zeigt das Pferd eine trabartige Bewegung auf der Stelle oder nur mit geringer Vorwärtsbewegung. Pferde legen diesen Bewegungsablauf als natürliches Verhalten bei großer Unruhe oder Erregung an den Tag. Sowohl bei der Passage als auch bei der Piaffe sind exakt zwölf bis 15 Tritte des
Pferdes erlaubt. Wenn das Pferd häufiger oder seltener auftritt, bestrafen das die Preisrichter mit schlechteren Noten.

Fliegender Galoppwechsel: Bei dieser Figur wechselt das Pferd im Takt den Galoppfuß; zu Beginn bei jedem zweiten Sprung, danach folgen 15 Einer-Wechsel, die ein wenig tänzerisch vollführt werden müssen. Die Fußfolge für einen fliegenden Galoppwechsel vom Links- in den Rechtsgalopp ist wie folgt: rechts hinten – rechts vorne und links hinten – links vorne – Schwebephase – links hinten – links vorne und rechts hinten – rechts vorne. Pferde, die sich frei auf der Weide bewegen, führen ständig fliegende Galoppwechsel aus. Für Laien sieht die Figur danach aus, als würde das Pferd ganz normal galoppieren. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man die unterschiedlichen Bewegungen.

Pirouette: Bei dieser Figur bewegen sich die beiden Vorderbeine des Pferdes in einem Kreis um die hinteren, die ebenso einen sehr kleinen Kreis um einen Mittelpunkt möglichst nahe am inneren Hinterbein beschreiben. Diese Figur schaffen auch überdurchschnittlich begabte Pferde erst nach jahrelanger Ausbildung.

Wertung: Ist die Prüfung beendet, sind die Preisrichter am Zug. Jeder der fünf Richter bewertet die Ausführung der einzelnen 33 Lektionen jeweils mit einer Punktzahl zwischen 0 und 10. Diese Werte werden dann von allen fünf Richtern zusammengerechnet, woraus sich die Gesamtpunktzahl ergibt.

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