Atlético Baleares: Ingo darf wieder träumen

Der Drittligist hat sich für die Play-offs qualifiziert. In der ersten Runde trifft das Team von Eigentümer Volckmann auf Toledo

20.05.2017 | 01:00
Partystimmung im Stadion von Son Malferit: Die Spieler von Atlético Baleares feiern mit den Fans den Einzug in die Play-offs.

Als Schiedsrichter López Puerta am Sonntag (14.5.) die Drittliga-Begegnung zwischen Atlético Baleares und Alcoyano abpfiff, startete die Party im Stadion von Son Malferit. Die Fans stürmten auf das Spielfeld und feierten mit den Spielern. „Estamos, estamos", schrie der deutsche Präsident und Eigentümer Ingo Volckmann euphorisch, was wohl so viel heißen sollte wie „Wir haben es geschafft." Durch einen 1:0-Sieg – Stürmer Rubén Jurado sorgte in der 34. Minute für den Treffer – ist Atlético Baleares am letzten Spieltag der regulären Saison noch auf Platz vier vorgerückt. Dieser berechtigt zur Teilnahme an den Play-offs um den Aufstieg in die zweite Liga.

„Es ist verrückt, dass wir uns für die Aufstiegsrunde qualifiziert haben", sagte Trainer Josico nach dem Spiel. „Als ich das Amt antrat, hatte keiner mehr damit gerechnet." Das war Mitte März. Sport­direktor Patrick Messow hatte zuvor den ehemaligen deutschen Nationalspieler Christian Ziege gefeuert, unter dessen Führung die Play-offs mit zehn Punkten Rückstand in weite Ferne gerückt waren. Der neue Coach Josico sollte Atlético Baleares zumindest auf Platz fünf führen, der für die spanische Copa del Rey qualifiziert.

Christian Ziege habe die Spieler mit seiner modernen Taktik überfordert, sagte Messow nach dem Rausschmiss der MZ. Josico ließ einen einfachen Fußball spielen und hatte Erfolg. Die ersten vier Partien unter der Leitung des Spaniers gewann das Team. Insgesamt hat Atlético Baleares mit Josico an der Seitenlinie 20 von 27 möglichen Punkten geholt. Am letzten Spieltag war der Club aus Palma dennoch auf fremde Hilfe angewiesen. Die zweite Mannschaft von Levante musste Badalona besiegen – und tat das auch mit 4:1.

Die vier Aufsteiger in die zweite Liga werden nun unter den vier besten Teams der vier spanienweiten Staffeln ausgespielt. Zuerst treffen die Meister aufeinander. In der Gruppe von Atlético Balea­res ist das die zweite Mannschaft vom FC Barcelona. Die zwei Sieger steigen auf, die beiden Verlierer spielen in der nächsten Play-off-Runde gegen die Sieger der Partien der Plätze zwei bis vier, bei der die Drittplatzierten aufeinandertreffen und die Zweitplatzierten gegen die Viertplatzierten aus einer anderen Staffel spielen.

Bei der Auslosung am Montag (15.5.) in Madrid hatte Atlético Baleares Glück. In der ersten von drei K.-o.-Runden trifft das Team aus Palma auf Toledo, den vermeintlich einfachsten Gegner aus dem Lostopf. Die ehemaligen Erstligisten Racing de Santander und Real Murcia wären die Alternativen gewesen. „Ich kenne Toledo gut", sagte Coach Josico. „Ich hätte die Mannschaft vor zwei Jahren beinahe als Trainer übernommen und hatte mir viele Partien angeschaut."

Jede K.-o.-Runde besteht aus einem Hin- und einem Rückspiel. Wichtig sei es, die erste Partie im Stadion von Son Malferit am Sonntag (21.5., 12 Uhr) zu gewinnen. „Dabei müssen wir möglichst ohne Gegentor bleiben", sagte Sportdirektor Patrick Messow, der zur Auslosung gereist war. Wie in den K.-o.-Spielen der europäischen Wettbewerbe gilt auch bei den Play-offs die Auswärtstorregel. Im Falle von zwei Unentschieden kommt die Mannschaft eine Runde weiter, die auswärts mehr Tore geschossen hat. Es hilft Atlético, dass Gegner Toledo Schwächen in der Offensive hat. Nur 38 Treffer – die drittwenigsten in der Staffel 2 – gelangen dem Team in den 38 Spielen der regulären Saison.

Allerdings müssen sich die Atlético-Stürmer Rubén Jurado und Luciano Becchio gegen starke Verteidiger behaupten. Denn mit nur 34 Gegentoren stellt Toledo eine der besten Abwehrreihen der zweiten Staffel.

Da in dieser Saison der große Rivale von Atlético Baleares, Real Mallorca, um den Abstieg in die dritte Liga spielt, hätte das Team von Ingo Volckmann mit einem Aufstieg die Chance, die Nummer eins im Fußball auf der Insel zu werden. Das dürfte Motivation genug sein.

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