Beachvolleyball-WM ohne Mallorca: Strand ist nicht alles

Deutschland ist gut dabei. Doch was ist mit der Playa-Weltmacht Spanien?

26.07.2017 | 15:01
Adrián Gavira und Pablo Herrera sind das spanische Aushängeschild im Beachvolleyball.

Sechs deutsche Teams – davon fünf Frauenduos – starten bei der Beachvolleyball-WM in Wien, die am Donnerstag (27.7.) beginnt. Für Spanien tritt nur ein Team pro Geschlecht an. Mallorquiner sind nicht dabei. „Das ist schade, wenn man sieht, was für schöne Strände wir haben", sagt Toni Figuera. Er trainiert das Zweitligateam im Hallenvolleyball JS Hotels Cide. Figuera sieht in der mallorquinischen sowie spanischen Schwäche im Beachvolleyball ein generelles Problem. Es fehle schlicht das Geld, um an der World Tour teilzunehmen, über welche sich die Beachvolleyballer für die WM qualifizieren.

„Die deutschen Spieler werden von der Sportfördergruppe der Bundeswehr unterstützt", sagt Matthias Penk, Redaktionsleiter beim Online-Fachmagazin beach-volleyball.de. „Sie beziehen ein Gehalt, werden aber gleichzeitig von den militärischen Aufgaben entbunden." Dazu kommen Förderungen vom Verband und Sponsoren. „Das haben wir alles nicht. In Spanien ist es schwierig, jemanden zu finden, der Geld für diesen Sport zahlt", sagt David Fernández, Koordinator vom spanische Beachvolleyball-Verband. „Zudem gibt es in Deutschland viele Indoor-Beachanlagen. Die Deutschen sind daher auf keinen Strand angewiesen."

„Die Spanier sind durch die ­Naturstrände so verwöhnt, die halten es nicht für notwendig, dort auch noch Volleyball zu spielen", sagt Penk lachend. In Deutschland habe sich in den vergangenen 20 Jahren eine regelrechte Beachvolleyball-Kultur entwickelt. Getragen wurde diese immer wieder von den hervorragenden Leistungen einzelner Teams. Jonas Reckermann gewann mit Julius Brink bei den Olympischen Spielen 2012 in London Gold. Vier Jahre später siegten Kira Walkenhorst und Laura Ludwig in Rio. Infolgedessen hat der Deutsche Volleyball-Verband einen Leitstützpunkt in Hamburg zur Förderung des Spitzensports ­präsentiert. In der Weltrangliste machen sich die guten Leistungen der deutschen Athleten nur zum Teil bemerkbar. Chantal Laboureur und Julia Sude stehen auf dem zweiten Platz. Ludwig und Walkenhorst nur auf Rang 21. „Sie hatten nach dem Olympiasieg mit vielen Verletzungen zu kämpfen", sagt Penk. „Daher konnten sie auf der World Tour nicht so viele Punkte sammeln. Aber die deutschen Teams sind bekannt dafür, in den entscheidenden Momenten zur Stelle zu sein."

Ein Leistungszentrum hat auch der spanische Verband seit zwei Jahren in Lorca. Doch es braucht wohl noch Zeit, bis sich die spanische Nachwuchsarbeit rentiert. Seit Jahren liegen alle Hoffnungen in diesem Sport auf dem Männerduo Adrián Gavira und Pablo Herrera – das Duo belegt Nummer 9 der Welt. Die Spanier bilden seit 2009 ein Team und wurden 2013 Europameister. Bei den Olympischen Spielen im Vorjahr scheiterten sie im Achtelfinale am späteren Siegerduo Alison und Bruno aus Brasilien. Während Verbandskoordinator Fernández sein Team favorisiert, erwartet Penk ein ausgeglichenes Turnier. Zu einem direkten Duell in der Gruppenphase zwischen Deutschland und Spanien kommt es bei den Männern nicht.

Bei den Frauen schon. Das spanische Duo Elsa Baquerizo und Angela Lobato – Rang 172 in der Weltrangliste – trifft am 1. August auf Chantal Laboureur und Julia Sude. Große Chancen werden die Spanierinnen wohl nicht haben. „Wir mussten das Team umstandshalber neu zusammenstellen", sagt Fernández. „Liliana Fernández, die eigentliche Partnerin von Elsa Baquerizo, ist schwanger und pausiert."

In Gruppe D treffen gleich drei deutsche Teams aufeinander, darunter ist das Duo Laura Ludwig und Kira Walkenhorst. Die zwei besten Teams jeder Gruppe qualifizieren sich für die K.o.-Runde.

David Fernández und Beachvolleyball-Experte Matthias Penk erwarten ein deutsches oder brasilianisches Team auf dem Siegertreppchen. Doch vielleicht schaffen Baquerizo und Lobato die große Sensation und sorgen für eine Beach­volleyball-Euphorie in Spanien.

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