Stand Up Paddling auf Mallorca: Wie ein polynesischer Fischer

Von Sant Elm aus kann man mit dem Surfbrett nach Dragonera fahren. Eine Tour, zum Hinknien schön

10.09.2017 | 14:23
Catrin Mucha steht sicher auf dem Brett. Gerade ist das Meer aber auch ruhig.

Das Meer vor dem Strand von Sant Elm strahlt türkisblau. Das Wasser ist klar und lässt einen Blick auf den Meeresgrund zu. Wellen gibt es an diesem Montagvormittag (28.8.) keine. Ideale Bedingungen zum Stand Up Paddling (SUP). „Pass auf, dass du nicht ins Wasser fällst. Hier gibt es unangenehme Quallen", sagt Instruktorin Catrin Mucha. Vereinzelt tauchen die Tierchen vor dem Surfbrett auf, auf dem ich mit einem Paddel ausgestattet stehe. Mit ihrem sanften roten Schillern wirken die Quallen beschaulich und gar nicht bedrohlich. Als ich ein paar Minuten später das Gleichgewicht verliere und ins Wasser falle, rette ich mich dennoch mit einem mulmigen
Gefühl auf das Brett zurück.

Keida – eine Zusammensetzung aus zwei Vornamen der Mitgründer Keita und David – bietet die SUP-Kurse in Sant Elm an. 35 Euro pro Person kostet die dreistündige Tour, die 9.30 Uhr am Strand startet. Für 45 Euro gibt es eine Sonnenuntergangstour samt Picknick. „Wir fahren entweder links die Küste entlang in die Cala d'en Tió, rechts entlang in die Cala en Basset oder nach Dragonera", sagt die deutsche Instruktorin Catrin Mucha, die in der vierten Saison verantwortlich für die Kurse und den Verleih ist. Damit die Sachen nicht nass werden, gibt es einen wasserfesten Rucksack, der vorn auf das 3,5 Meter lange Surfbrett geschnallt werden kann.

„Zu Beginn lasse ich die Teilnehmer immer eine kleine Runde drehen und schaue mir ihre Technik an. Danach entscheide ich, ob wir die Tour starten können oder ob weiteres Training nötig ist", sagt Mucha. Für den Fall, dass ein Teilnehmer gar nicht mit dem Brett kann, erhält er statt der Tour einen SUP-Kurs am nächsten Tag.

Ich starte allein mit der Instruktorin die Tour nach Dragonera. Ich stand zwar schon einmal auf einem SUP-Brett, bin aber am Anfang doch etwas zittrig. Nach einigen Augenblicken legt sich das und ich paddele wie ein polynesischer Fischer, auf die diese Fortbewegungsart zurückgeführt wird, über das Meer. „Etwas mehr in die Knie gehen und den oberen Arm am Paddel immer gestreckt halten", korrigiert Catrin Mucha. Wir passieren die kleine Insel Pantaleu. Danach geht es in die Strömung, die zwischen Mallorca und Dragonera herrscht.

Einige Fischerboote erzeugen Wellen. Das Wackeln auf dem Brett hält sich aber in Grenzen und ich paddele über die eingangs beschriebenen Quallen.

Auch zwischen den Inseln ist durch das klare Wasser die Meereswelt zu bestaunen. Ich schaue wohl etwas zu intensiv, denn plötzlich verliere ich das Gleichgewicht und werde dem Titel dieser Serie gerecht: Die MZ macht sich nass. Catrin Mucha lächelt süffisant. „Vor ein paar Wochen hatte ich einen Vater und dessen Tochter als Tourteilnehmer. Der Vater meinte, dass er SUP kann. Dann fiel er dauernd ins Wasser und die Tochter hat sich totgelacht." Die Instruktorin selbst sei angeblich noch nie bei einer Tour ins Wasser gestürzt. „Zumindest nicht unfreiwillig. Wenn es sehr heiß ist, springe ich manchmal freiwillig rein."

Nach etwa 40 Minuten erreichen wir Dragonera. Ein paar Minuten ruhe ich mich in einer Bucht aus. Das Paddeln geht auf die Schultern und den Rücken. Catrin Mucha informiert mich derweil über die Insel, die lange Zeit als Piraten-
unterschlupf genutzt wurde. Keida bietet auch Kajak-, Wander- und Mountainbike-Touren an. Catrin Mucha kennt sich gut aus. „Bei einer Tour ab Andratx habe ich die vier Kilometer lange Insel mal umrundet. Vier Stunden brauchte ich für die Strecke von zwölf Kilometern." Für die Personal Trainerin ist die kleine Tour von Sant Elm nach Dragonera kein Problem.

Ich bin bei der Rückfahrt jedoch schnell aus der Puste. Kaum sind wir aus der Bucht rausgepaddelt, wird das Meer unruhig. Die Fähre, die zwischen Sant Elm und Dragonera pendelt, schippert gefühlt im Sekundentakt an uns vorbei. Drei Mal in Folge falle ich ins Wasser und beschließe, auf den Knien weiterzupaddeln. „Wenn du den Hintern hochnimmst, hast du sogar eine bessere Zugkraft und bist schneller", sagt Catrin Mucha, die mir dennoch um Meter voraus ist und wartend auf mich in die Liegestützposition gewechselt ist. Wohl eine Vorbereitung für die kommende Saison. Dann sollen auch Yogakurse auf den SUP-Brettern angeboten werden.

Auf Knien verhindere ich einen weiteren Sturz. Das Wasser ist mittlerweile nicht mehr so klar. An der Oberfläche taucht immer wieder eine Qualle auf. Zug um Zug sehne ich dem Strand von Sant Elm entgegen. Nach knapp zwei Stunden haben wir die Tour beendet. Den Muskelkater der nächsten Tage kann ich jetzt schon spüren.

Sant Elm Stand Up Paddle Center Keida, Touren zwei Mal pro Woche bis Ende Oktober, buchbar unter 0034 678 67 80 59 oder booking@keida.es. Ausleihe 15 Euro pro Stunde vor Ort. www.keida.es

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