Tramuntana Travessa: Einmal quer durch das Welterbe

Bei dem Ultra-Lauf geht es von Andratx nach Pollença durch das Gebirge

30.11.2017 | 02:30
Nur unter Auflagen: Die Kritik von Umweltschützern an Bergläufen wie diesem zeigen Wirkung.

Die Tramuntana wird wieder zum Sportplatz. Knapp 650 Athleten werden kommende Woche am Freitag (1.12.) bei der zweiten Ausgabe der Tramuntana Travessa das zum Weltkulturerbe ernannte Gebirge durchlaufen. Eine begrenzte Zahl an Sportlern, Teilnehmer nur aus Verbandskreisen und eine genehmigte Strecke sollen die Travessa vor dem Schicksal des mittlerweile nicht mehr ausgetragenen Ultra Trail Mallorca bewahren.

Dieser musste im Vorjahr nach sieben Jahren abgeblasen werden. Umweltschützer hatten sich seit Jahren über den Extremlauf im Gebirge aufgeregt. Jährlich stiegen die Teilnehmerzahlen – für den Lauf 2016 waren 2.000 Athleten vorhergesehen. Die Sportler lärmten, zertrampelten die Wege und ließen ihren Müll zurück.Das Umweltministerium zog die Reißleine, als die Ultra-Trail-Veranstalter die Läufer durch ein besonders geschütztes Gebiet zwischen Valldemossa und Deià, dem sogenannten Camí del Singles de Son Rullan, schicken wollten.

Wie der Ultra Trail führt auch die Travessa von Andratx nach Pollença einmal quer durch die Tramuntana. „Mit dem Ultra Trail haben wir aber nichts zu tun", sagte Veranstalter Joaquin Tuffers der MZ. Die Travessa sei aus der Not geboren worden, die die Absage des Ultra Trails hervorrief. Acht mallorquinische Bergclubs haben sich in der Folge zusammengetan, um einen Weg zu finden, die Ultra-Distanz in der Tramuntana weiterhin anbieten zu können. „Im Gegensatz zu den Veranstaltern vom Ultra Trail suchen wir aber keinen finanziellen Gewinn mit der Ausrichtung des Rennens."

Damit die Travessa genehmigt werden konnte, hat Tuffers die Teilnehmerzahl begrenzt. Die gesamte Ultra-Distanz von 124 Kilometern können nur 150 Athleten absolvieren. Hinzu kommen 500 Läufer der halben Distanz von Bunyola nach Pollença.

Die Strecke hat Tuffers in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium ausgearbeitet. „Zudem haben wir alle Erlaubnisse der Finca-Besitzer eingeholt, deren private Wege wir nutzen. Das war beim Ultra Trail nicht immer der Fall."

Auch die Umweltschützer haben keine großen Einwände gegen die Travessa. „Jeder hat das Recht, durch die Berge zu laufen", sagte Marta Ferriol von der Initiative Tramuntana XXI. „Wichtig ist, dass es zu keiner Massenveranstaltung wird."

Ob überhaupt alle Startplätze der Travessa vergeben werden, ist fraglich. 100 der 650 Plätze waren am Montag (20.11.) noch verfügbar. Das liegt auch an den Einschreibekriterien. Vorliegen muss eine Mitgliedschaft eines Berglaufclubs. Zudem verlangt Tuffers von den Athleten einen Gesundheitsattest und eine Läuferbiografie, die ausweist, dass der potenzielle Teilnehmer in den vergangenen beiden Jahren bereits Erfahrungen im Berglaufen gemacht hat.

Damit die Läufer der Umwelt nicht schaden und sich an die Spielregeln halten, bekommen sie zudem von Tramuntana XXI einen Flyer zum respektvollen Verhalten in der Natur ausgehändigt.

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