Playa de Palma Challenge 2018: Mehr Werbung als Sport

Das Rennen startet am Donnerstag (25.1.). Große Namen sind rar im Starterfeld. Dennoch ist das Rad-Event wichtig, weil es den Tourismus fördere, so Organisator Manuel Hernández

26.01.2018 | 16:09
Playa de Palma Challenge 2018: Mehr Werbung als Sport

Die Trainer und der Radsportverband sind schuld. Daran lässt Manuel Hernández keinen Zweifel. Er ist der Organisator der 27. Ausgabe der Playa de Palma Challenge, die am Donnerstag (25.1.) startet. Fünf UCI World Teams – der höchsten Kategorie im Radsport – kommen nach Mallorca. Dennoch bleiben in dieser Saison fast alle großen Stars der Radsportwelt der Insel fern. „Der internationale Radsportverband UCI erweitert jedes Jahr den Rennkalender, um mehr Events machen zu können", sagt Hernández. „Die Trainer entscheiden, welcher Fahrer bei welchem Rennen startet. Dieses Jahr bevorzugen sie die Wettkämpfe in Argentinien und Australien." Warum das so sei, wisse er auch nicht.

Die Playa de Palma Challenge gehört zu den UCI Continental Circuits, der zweiten Liga der Radrennen. Das Rennen zum Jahresbeginn zählt zur Vorbereitung auf die Saison. Mit dem argentinischen Rennen Vuelta a San Juan (21.1.–28.1.) und der Tour Down Under (16.1.–21.1.) gibt es terminlich starke Konkurrenz. So fährt der deutsche Elitefahrer André Greipel – sonst einer der Stammgäste auf dem Podium der Challenge – dieses Jahr in Australien.

Auch der Mallorquiner Enric Mas wurde von seinem Team Quick Step zur Tour Down Under beordert. Sein Namensvetter Lluís Mas, der zweite Mallorquiner in der UCI World Tour, fährt in Argentinien. „Ich war die vergangenen neun Jahre bei der Challenge und die Leute kennen mich. Das ist für mich eine einmalige Gelegenheit, ein Land kennenzulernen, das ich sonst wohl nie mehr sehen würde", sagt der Fahrer von Caja Rural-RGA. In Südamerika fährt auch der kolumbianische Star Nairo Quintana. „Nach seinem schwachen Abschneiden auf Mallorca im Vorjahr haben sich seine Trainer für ein Rennen in seiner Heimat entschieden", sagt Hernández.

Er könne nur die Wahl der Teams beeinflussen. Aber auch da gibt es Einschränkungen. „Höchstens die Hälfte der teilnehmenden Rennställe dürfen UCI World Teams sein." Dieses Jahr sind das fünf der 18 Teams bei der Challenge. Für jedes Team muss der Veranstalter je nach Kategorie eine durch die UCI festgelegte Summe für die Kosten wie Reise und Hotel bezahlen.

„Bei unserem Budget von 400.000 Euro können wir uns den Aufstieg in die UCI World Tour nicht leisten. Dann müssten wir alle 18 erstklassigen Teams einladen." Zudem müsste dann der Modus des Events geändert werden. Statt einzelner unabhängiger Rennen, die als Trofeos ausgetragen werden, müssten die Strecken als Etappen eines Wettkampfes gezählt werden. Dann könnten die Teams und Fahrer auch nicht wie bisher einzelne Starts auslassen. „Ich würde nie auf die Idee kommen, den Modus zu wechseln. Als Challenge sind wir einzigartig."

Hernández hat kein Problem damit, wenn das Rennen auf Mallorca nicht das Maß aller Dinge ist. „Viel wichtiger als der sportliche Wert ist die Werbung für den Tourismus." Außerdem würden viele ­erstklassige Teams wegen der Challenge hier ihre Trainingslager abhalten. Mit Alejandro Valverde, Sieger der Vuelta a España 2009, hat die Playa de Palma Challenge wenigstens einen prominenten Fahrer in dieser Saison. Neben einem verletzungsfreien Rennen würde sich der Veranstalter aus Marketinggründen einen Sieg des 37-Jährigen bei einer der Trofeos wünschen. „Zudem wäre es schön, wenn man später in der Saison über die Fahrer sagt: Der hat schon auf Mallorca gewonnen. Denn die Sieger hier sind meistens auch bei den größeren Rennen erfolgreich."

Wenig Playa, viel Dorf: Hier führt die Challenge lang



Die Playa de Palma Challenge startet am Donnerstag (25.1.) um 11.55 Uhr in Campos. Die Radsportler fahren 1,5 Runden über Porreres, Felanitx, Santanyi, Colònia de Sant Jordi und Sa Ràpita. Die 177,7 Kilometer lange Strecke endet in Ses Salines.

Das zweite und dritte Rennen führt durch die Tramuntana. Am Freitag geht es 11.55 Uhr in Sóller los. Die Radprofis passieren Valldemossa, Alaró und Lluc. Auf der 139,4 Kilometer langen Strecke nach Deià sind 2.866 Höhenmeter zu bewältigen.

Bei der dritten Trofeo sind es nur deren 2.520. Dafür ist die Strecke ab Lloseta (Startschuss um 11.50 Uhr) über Pollença, Inca, Binissalem, Banyalbufar bis nach Andratx 175,6 Kilometer lang.

Erst am letzten Renntag wird die Playa de Palma Challenge etwas ihrem Namen gerecht. Los geht es am Sonntag (28.1.) um 10 Uhr in s´Aranjassa, dem Hinterland der Playa de Palma. Die Route führt über Llucmajor ins Inselzentrum nach Santa Margarita. Über Inca, Binissalem und Esporles geht es nach Palma. Zuschauer sollten sich am Paseo Marítimo postieren. Die Fahrer kommen viermal dort lang, ehe sie gegen Mittag die 159,6 Kilometer lange Strecke absolviert haben.

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