Im Familien-Rudel kommt der Hund ganz zum Schluss

29-05-2008  
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Hunde dürfen nicht in Augenhöhe mit den Menschen gehalten werden.  F.: DM

Vierbeiner müssen lernen, sich vom ersten Tag an unterzuordnen

ANNETTE DRAGUN Immer wieder werden Tierpsychologen, Tierheilpraktiker und Tierärzte mit dem Problem des aggressiven Hundes konfrontiert. Es ist für viele Tierhalter eine große Enttäuschung, wenn der Hund, der als Familienmitglied eingeplant war, plötzlich ein negatives Verhalten zeigt, wenn er knurrt, schnappt, oder gar beißt. Ob eine Verhaltenstherapie hilft, muss im Einzelfall entschieden werden. Doch es gibt relativ einfache Möglichkeiten, der Aggression vorzubeugen.

Zu unterscheiden sind zunächst Angst-Aggression und DominanzAggression. Während erstgenannte aus Selbstschutzmotiven resultiert – nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung – versucht ein Hund bei der Dominanzaggression, eine höhere Stellung im „Rudel“ Familie zu erlangen. Sobald der neue Hund ins Haus kommt, ist es daher unerlässlich, ihm sofort und ohne Wenn und Aber seinen Platz in der Hierarchie zuzuordnen. Dieser ist (zumindest, wenn es sich um einen Einzelhund handelt) ganz unten. Ohne Diskussion. Der Hund ist allen anderen Familienmitgliedern unterlegen.

Doch wie mache ich ihm das klar? Einfach, indem ich den Hund konsequent zwinge, sich allen anderen unterzuordnen. Je stärker der Hund ist – und zwar körperlich und/oder psychisch – desto wichtiger ist diese Regel. Und je früher ich damit anfange, desto erfolgreicher werde ich sein.

Es sind nicht Härte und Brutalität, die zum richtigen Ergebnis führen. Vielmehr geht es darum, Regeln aufzustellen und Grenzen zu setzen. Ein Hund, der ganz offensichtlich danach strebt, Rudelchef zu werden, darf niemals mit den Menschen auf gleicher Höhe sitzen. Also: runter von der Couch, raus aus dem Bett. Er geht stets nach dem Menschen durch die Tür. Es muss sich auf Befehl setzen, bevor er Futter oder ein Leckerli bekommt. Ihm wird niemals etwas zugesteckt, ohne dass er etwas dafür tun muss, also ein Grund-Kommando ausführt (Sitz, Platz, Bleib, Komm).
Anspringen, Aufreiten am Bein oder drohendes Verhalten wie Anknurren werden mit einem deutlichen Nein oder Pfui und anschließendem Ignorieren bestraft. Erst wenige Minuten danach wird ein positiver Anreiz gesetzt, indem man den Hund zu sich ruft, ihn sich unterordnen lässt (Grundkommandos!) und dann belohnt.

All dies gibt dem Hund die Gewissheit, in einem starken Rudel zu leben, das in der Lage ist, sich in der derzeitigen Zusammensetzung zu behaupten und unter der aktuellen Führung existenzfähig zu sein. Er muss also nicht aggressiv gegen Fremde werden, denn es droht seiner wehrhaften Gruppe keine Gefahr von außen. Er braucht sich nicht anzustrengen, innerhalb des Rudels aufzusteigen, denn alle ihm übergeordneten Lebewesen sind fest in ihrer Position verankert. Er kann sich also entspannen.

Auch der Angst-Aggression wird so vorgebeugt, denn auch hier geht es darum, dem Hund Sicherheit zu vermitteln. Ein junger Hund, der zum Angstbeißen neigt, muss dabei natürlich vorsichtiger behandelt werden als ein älterer. Im ersteren Fall kommt es vor allem auf Motivation an und und nur in ganz deutlichen, begründeten Fällen darf gestraft werden.

Hat der Hund vor einer speziellen Person Angst und schnappt ausschließlich nach ihr, kann man unter fachlicher Anleitung mit einem speziellen Training, in dessen Mittelpunkt die kritische Person steht, das Verhalten korrigieren. Die Mitarbeit der ganzen Familie, des kompletten Rudels, ist dabei unterlässlich.

Die Autorin ist Tierheilpraktikerin in der Euro-Tierklinik in Arenal,
Terminvereinbarungen unter Tel.: 670-80 88 89.

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