Wie man einen bellenden Hund im Auto durch einen Ruck mit der Leine zur Raison bringt

08-07-2008  
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Unangenehm, wenn der Hund nicht aufhört zu bellen.   Foto: N. Bendgens

CHRISTINA GONDESEN Kürzlich stand ich mit einem „Schüler“ am Zebrastreifen in Portals Nous, als ein Kleinwagen an mir vorbeifuhr. Während mein Hund brav neben mir sitzen blieb und darauf wartete, die Straße überqueren zu können, drang aus dem Fahrzeug ein lautes aggressives Bellen. Hinter der Scheibe klebte ein Jack-Russel-Mischling, der wild im Auto hin und her sprang, während sein Herrchen gleichzeitig versuchte, sich auf den Kreisverkehr zu konzentrieren und herauszufinden, wen sein Hund da anbellte. Außerdem bemühte er sich, diesen irgendwie zu beruhigen. Tja, dachte ich mir, dieses Herrchen wird niemals ein Cabrio fahren können …

Die Intelligenz von Hunden amüsiert mich immer wieder. Zu Hause klappt alles bestens, aber kaum verlässt man das Haus, lässt der Gehorsam oft zu wünschen übrig. Hunde sind durchaus in der Lage, ihre Situation einzuschätzen. Wenn Sie beispielsweise Ihrem Hund im Haus ein „Aus“-Kommando geben, weiß der Hund genau, dass Sie in der Lage sind, dieses auch durchzusetzen. Gut, vielleicht müssen Sie dabei manchmal den Hund durch das Haus jagen, aber seien Sie versichert, dass der Hund sich seiner Chancen bewusst ist und je nach Grad Ihrer konsequenten Erziehung mit Sicherheit weiß, dass Sie in der Lage sind, sein Verhalten – mangels Fluchtmöglichkeit – korrigieren zu können.

Hunde können, wie im Haus und auf dem Grundstück, gerade auch im Auto ein extremes Territorialverhalten an den Tag legen. Das Auto stellt zum einen eine Art Höhle dar, zum anderen hat der Hund einen herrlichen Rundumblick und fühlt sich so sicher und selbstbewusst wie hinter einem großen, starken Zaun. Sitzt dann noch Herrchen hinter dem Steuer und hat absolut keine Chance, das Verhalten des Hundes zu korrigieren, funktioniert der kleine „Terrorkrümel“ perfekt.

Sollten Sie Besitzer eines solchen Hundes sein, versuchen Sie nicht, Ihren Hund zu beruhigen, denn der Hund versteht gar nicht, was Sie da inhaltlich von sich geben. Vielmehr fühlt er sich durch die positive Sprachmelodie in seinem für uns negativen Verhalten bestätigt. Es bringt auch nichts, wenn Sie Ihren Hund anschreien und ihm ein „Aus“-Kommando nach dem anderen geben, denn der Hund sieht nur, dass Sie genauso aufgeregt sind wie er selbst und meint somit, in Ihnen noch einen starken Mitkämpfer gefunden zu haben. Wichtig ist, dass Sie den Zugriff auf den Hund vorbereiten.

Das kann so aussehen: Es ist egal, wo sich Ihr Hund im Auto befindet. Der Hund trägt ein Halsband (möglichst ein Korrekturhalsband) und eine Leine, welche Sie durch die Kopfstütze des Beifahrersitzes führen, und zwar so, dass Sie diese – ohne sich vom Straßenverkehr ablenken lassen zu müssen – sofort greifen können. Beginnt der Hund nun während der Fahrt, einen anderen Hund aus dem Auto heraus anzubellen, geben Sie ihm – anstatt des alten Kommandos – ein Neues, wie zum Beispiel „Schluss“. In Verbindung mit diesem neuen Kommando geben Sie einen Leinenruck, welcher der Größe des Hundes angemessen ist und so ausgeführt wird, dass dieser sich beeindruckt zeigt.

Ob Ihr Hund von der von Ihnen ausgeführten Korrektur beeindruckt ist, zeigt sich immer sofort am Verhalten des Hundes. Hält er in seinem Gekläffe kurz inne, haben Sie richtig trainiert. Setzt der Hund sein Verhalten jedoch fort, müssen Sie wieder das neue Kommando geben, und erneut den Leinenruck ausführen. Sie werden feststellen, wie schnell Ihr Hund lernt, dass Sie im Auto – wie zu Hause – Zugriff haben, und wenn Sie diese Übung konsequent trainieren, wird Ihr Hund sein lästiges Verhalten schnell ablegen. Vielleicht ist das Cabrio dann doch nicht mehr in weiter Ferne – und in jedem Fall werden es Ihre Ohren Ihnen danken.

Die Autorin ist Hundetrainerin. Infos zum Training auf Mallorca: www.kieler-hundecollege.de oder Tel.: 648-60 03 30.

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