Tipps für den Umgang mit tierischen Findlingen

29-07-2008  
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Dackel ýBallack" ist ein ýFundhund", der ein festes Zuhause sucht.  Foto: Annette Dragun

ANNETTE DRAGUN Seit Tagen beobachtete Frau K. den kleinen Mischling, der sich in ihrer Siedlung aufhielt. Er wirkte scheu und verstört und bewegte sich kaum von der abgelegenen Kreuzung weg. Frau K. war sich sicher, dass der Hund nicht in der Nähe wohnte. War er entlaufen – oder gar ausgesetzt? Schließlich lockte sie ihn mit Futter an. So oder ähnlich kommen jährlich hunderte von Menschen „auf den Hund“.

Doch was tun, wenn man plötzlich einen Vierbeiner im Haus hat, aber den Besitzer nicht kennt? Schließlich ist nicht jedes Tier einfach ausgesetzt. Deswegen sind zunächst alle Anstrengungen wichtig, den Eigentümer ausfindig zu machen. Doch – halt – kümmern wir uns doch erst mal um das Tier selbst. Ist es verletzt? Humpelt es vielleicht oder hat sichtbare Verletzungen? Wirkt es geschwächt, unterernährt, ausgetrocknet? Nimmt der Findling Futter und – noch wichtiger – Wasser zu sich, ist das zunächst ein gutes Zeichen. Wer einen verletzten Hund findet, der sich nicht bewegen kann, sollte das gar nicht erst versuchen, sondern ihn sofort zum Tierarzt bringen, der ihn behandelt.

Ist der Vierbeiner gesund, sollte man ihn mit Wasser und Futter versorgen. Um festzustellen, ob er entlaufen ist, kann man bei Tierärzten, im Rathaus und bei Polizeidienststellen den Chip lesen lassen. Dieser kleine Datenträger sitzt üblicherweise unter der Haut der linken Halsseite. Mit einem Lesegerät erfährt man die Code-Nummer, unter der bei der Erfassungsstelle die Besitzerdaten zu ermitteln sind. Ist kein Chip vorhanden, sollte man bei der Behörde und/oder beim Tierarzt die Meldung hinterlassen, dass das Tier gefunden wurde. Viele Halter klappern bei Verlust ihres Tieres zunächst die Behörden und Tierarztpraxen ab. Auch Aushänge in der Umgebung können helfen, damit der Besitzer sein Tier wiederfindet. Doch was macht man mit dem Tier selbst? Hier auf Mallorca haben nur wenige Gemeinden eigene Tierheime. Die meisten Bezirke lassen aufgefundene Tiere direkt zum Tierheim Son Reus in Palma bringen. Hier wird das Tier mindestens drei Wochen gehalten, damit ein Besitzer es zurückholen kann, oder ein neuer Interessent es adoptieren kann. Nach Ablauf dieser Zeit kann das Tier eingeschläfert werden.

Neben den öffentlichen Tierheimen gibt es von privaten Tierschutzvereinen Pflegestellen und kleine Heime. Diese Vereine lassen keine Tiere einschläfern, sondern vermitteln sie oder behalten sie.

Zum Glück erlebe ich in der täglichen Praxis häufig, dass tierliebe Menschen die von ihnen aufgefundenen Hunde oder Katzen behalten. Von meinen beiden Hunden ist ebenfalls einer mir zu- beziehungsweise nachgelaufen, hat also mich ausgewählt. Zu dem Zeitpunkt war bei uns kein Zweithund geplant, aber was sollten wir machen? Heute ist unser Alltag ohne diese haarige Fundsache undenkbar. Und niemand kann sich ein dankbareres und lebenslustigeres Tier vorstellen. Natürlich kann nicht jeder ein gefundenes Tier auf Dauer behalten. Wenn aber die Möglichkeit besteht, es zumindest für einige Tage oder Wochen zu beherbergen: Die Chancen, auf eigene Faust – per Zeitungsannoncen, Internet und Mund-zu-Mund-Propaganda – neue „Eltern“ zu finden, sind gar nicht so schlecht. Und man hat ein gutes Werk getan – ein Hunde- oder Katzenleben gerettet.

Die Autorin ist Tierheilpraktikerin in der Euro-Tierklinik in Arenal, Terminvereinbarung unter Tel.: 670-80 88 89.

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